Interrailtour Teil 2: Über Ungarn nach Rumänien

9.7.

Heute stand die längste durchgehende Zugfahrt an von Berlin direkt bis Budapest 11 Stunden Fahrt um 9.10Uhr ging es vom Berliner Hauptbahnhof los.

Wir hatten natürlich reserviert, wichtig für uns bei so langen Fahrten und es sollte sich als goldrichtig erweisen , denn der Zug war gerade bis nach Prag richtig,richtig voll!
Sonst ging die Zeit und die Fahrt recht schnell vorbei und wir kamen pünktlich um 20.30Uhr in Budapest Keleti an.
Das gebuchte Hostel war nicht zu weit entfernt, war mehr als günstig und für den Preis ganz ok, ein richtig altes Haus natürlich ohne Fahrstuhl und unser Zimmer war in der 4.Etage. Mit klassischen Doppelstockbetten u. Gemeinschaftsbad, sollte uns ja nur eine Nacht beherbergen für einen längeren Aufenthalt hätte ich eine andere Unterkunft bevorzugt.

Das Hostel nahm auch keine Karte, also musste ich noch schnell eine Bank suchen um Geld ab zu heben.Ein bisschen Abenteuer braucht man ja auch, also so spät Abends durch eine unbekannte Gegend eine Bank suchend ist dann schon, naja ein  etwas mulmiges Gefühl.

10.7.

Wir waren recht zeitig wach und wollten auch relativ zeitig los, wir wollten den Tag am Balaton verbringen, bevor uns der Nachtzug nach Rumänien brachte.Da wir Budapest von unserer letzten InterRail Tour  schon kannten u. wir den Kindern den flachen Balaton zeigen wollten.


Also das Gepäck zum Bahnhof Keleti, da fuhr der Nachtzug am Abend . Wir mussten zum Bahnhof Kelenfoeld,praktisch das wir uns in Budapest schon aus kannten von unserer Tour vor 2 Jahren. Dort  fuhren die Züge Richtung Balaton.  Wir mussten  warten, da der Zug den wir eigentlich wollten, reservierungspflichtig war und schon ausgebucht und wir nicht wussten wie es sich verhält mit einem Reservierungspflichtigen Zug und dem Nachbezahlen der Reservierung. Das fanden wir an dem Tag später noch heraus .
Auch der Zug war echt voll und heiß. Also hieß es 1 1/2Stunden Schwitzen, einer bekam einen Sitzplatz mit der kleinen Maus. Das passierte uns so oft. Sobald man im Osten Europas mit Baby unterwegs ist, hat man selbst einen Platz wenn man gar nicht möchte.

Wir fuhren dann nach Siofok und hatten Spaß am Balaton. Es war ziemlich heiß, wir badeten alle  und unser Trinkbedarf war enorm.
Zurück sind wir dann mit einem Eurocity gefahren, der eben reservierungspflichtig war und wir natürlich keine Reservierung gehabt. War kein Problem, da man im Zug die Reservierung nachkaufen kann, wenn man denn Bargeld hat, hatten wir aber keins mehr oder nicht genug, mit dem Schaffner verhandelt ob wir in Budapest einfach schnell an den Automat können und dann da bezahlen, so haben wir dann auch gemacht.

Somit war die Frage vom  Morgen um die Bezahlung von Reservierungen in ungarischen Zügen auch geklärt!

Noch schnell essen für die Nachtfahrt gekauft, was gegessen und Budapest noch etwas besichtigt.

Freiheitsbrücke, Szabadság híd

 

Markthalle

Nachtzug

Um 19.10 Uhr ging unser Nachtzug der uns in 14 Stunden nach Brașov in Rumänien bringen sollte.
Im Nachtzug ganz klassisch werden die Tickets und Reservierungen vom Schaffner eingesammelt und am nächsten Morgen bekommt man alles wieder. Wenn man das nicht weiß kann man da schon einen Schreck kriegen .

Da wird dann auch geweckt wenn man noch nicht wach ist.
Auf den Nachtzug haben sich einige sehr gefreut und wir haben diesmal auch ein 4 Bettabteil reserviert, ist schon angenehmer wie ein 6 Mann Abteil und nicht soviel teurer.

Jedenfalls ist so eine Nachtfahrt sehr angenehm , wenn man da so in seinem Bett liegt und und Landschaft an seinem Fenster vorbei zieht.  Das ist so ein angenehmes Reisen , Klimaanlage funktionierte gut und auch die Fenster konnte man auch öffnen. Praktisch bei den Stopps ,da geht die Klimaanlage nämlich nicht. Ich liebe es ja an Bahnhöfen den Kopf aus dem Fenster stecken zu können, die warme Luft zu riechen, die so speziell nach Eisenbahn riecht.

Schlafen konnten alle gut! Nur die Passkontrollen störten unseren Schlaf, naja eigentlich wurde nur ich so richtig wach.

11.7. Mit Interrail  nach Rumänien

Wir kamen dann schön gemütlich und ausgeschlafen um 10.00Uhr in Brașov an. In die Stadt die uns sehr überraschte, dazu später mehr.

Brașov

deutsch Kronstadt, wurde von Rittern des Deutschen Ordens als Südöstlichste Stadt in Siebenbürgen gegründet. Es lebt heute noch eine deutsche Minderheit in der Stadt und die Stadt erinnert auch eine deutsche Kleinstadt zumindest die Altstadt mit den vielen historischen Gebäuden und alten kleinen Straßen und Gassen die oft noch deutsche Namen haben. Überragt wird die Stadt vom Berg Tampa, an denen ganz im Hollywood Stil der Stadtnamen ragt.

Brasov

Während Nico mit einem Teil der Kinder vor dem Bahnhof wartete und ich Geld holen war, bekamen sie von einigen wie aussah am Bahnhof leben Menschen , Süßigkeiten angeboten und das war einmal von vielen das die dortigen Menschen alle samt nicht reich oft ihr Weniges teilen wollten!
Sehr heiß war es und wir kamen erst 14.00Uhr in unsere Unterkunft, so ließen wir unser Gepäck in der Gepäckaufbewahrung und wollten eigentlich in das  Zentrum, aber irgendwie gingen wir falsch bzw. war uns dann irgendwie zu heiß, sodass wir doch erst zur Unterkunft fuhren und dort warten wollten.

Da nahmen wir ein Taxi, kein Problem mit 5 Passagiere in einem 5 Personen Auto:” We are i Romania!” hat der Taxifahrer nur gesagt. Na der hat uns dann wie wir später feststellten ziemlich abgezockt, aber was soll es immer noch total günstig die Taxifahrt.

Solche Erfahrungen gehören irgendwie doch dazu.
Wir hatten eine Ferienwohnung gebucht in einem Reihenhaus, das in einem Plattenbausiedlung stand. Eigentlich gar nicht weit weg vom Bahnhof und mit dem Bus auch schnell im Zentrum.

Die 2 Großen hatten dann keine Lust mehr auf Stadt erkunden und blieben in der Wohnung.Während wir und die kleinste Maus  uns in die Altstadt aufmachten , die übrigens ausgesprochen schön ist!

Altstadt

 

 

12.7.

Heute lag Stadterkundung an. Wir wurden beim Fahren in die Stadt vom Regen überrascht, als wir los fuhren war noch strahlend schöner Sonnenschein.  Doch beim Aussteigen nach 20 Minuten Regen, Regen Regen und da überraschten sie uns wieder die Rumänen: wir hatten also keine Regensachen oder langen Sachen dabei und schwuppdiwupp hatte die Große eine schöne warme Strickjacke und die kleine  hatte auch ein Pullover zum anziehen!

Einfach unglaublich wie hilfsbereit und selbstlos die Rumänen waren die wir kennenlernten! Davon wie sich im Bus alle um die kleinste  kümmerten und sie der “Star” des Busses jedes Mal war. Ja manche verpassten sogar das Aussteigen , weil sie so mit der kleinen Maus beschäftigt waren. Es war wirklich unglaublich wie kinderfreundlich und hilfsbereit die Menschen waren, das hat uns wirklich mehr als überrascht, gerade von dem Land was ja nicht zu den reichsten Europas gehört.  Ein Land zu dem man viel Vorurteile hört, ich kann es jedem nur empfehlen es kennen zu lernen.Wir kommen garantiert auch wieder und wollen noch viel mehr von diesem netten Land  und dazu  auch noch landschaftlich äußert reizvolles Land kennenlernen.

Wir fuhren die Seilbahn hoch zum Berg Tampa und gingen ins Museum.

Blick vom Museum

13.7.

Dracula Schloss Bran

Heute ging es mit dem Bus zum Schloss Bran, dem Schloss das als Dracula Vorlage gedient haben soll.Wie erwartet sehr, sehr touristisch und überlaufen, an sich hat es sich von den Innenräumen jetzt weniger gelohnt, aber an sich ein schönes Schloss mit einer tollen Lage. Die ganze Touristenstände davor sind auch ganz nett an zu schauen aber mehr auch nicht.

Unser Bericht vom Besuch des Draculaschlosses.

Viel interessanter war da der Bus der uns zurück fuhr, denn an dessen Decke hingen hunderten von alten Duftbäumen.

Am Abend gingen wir nochmal in die Stadt entdecken einen wunderbaren Weg am alten Wehrgraben mit einer Klasse Aussicht über die Stadt und gleichzeitig noch ein ordentliches Treppentraining.

 

14.7.

Der letzte Tag in Brașov bevor es auf unserer Interrailtour  mit dem Nachtzug zurück nach Budapest und dann Zagreb ging. Wir haben den Tag auf unzähligen Spielplätzen verbracht. Davon gibt es unglaublich viel hier in Brașov und die dazu noch in sehr,sehr guten Zustand und auch noch total sauber. Da haben wir in anderen Städten ganz andere erlebt! Es ist wirklich die Stadt mit den meisten Spielplätzen und die auch noch sehr modern und sauber, jaja Rumänien hat uns in vielerlei Hinsicht wirklich überrascht!

Fazit

So hieß es also Abschied nehmen von einer Stadt, einem Land das uns überraschte. Wo man die Armut sieht, aber auch die Freundlichkeit der Menschen spürt. Die einem eigentlich fast alle ein Lächeln schenken, ja selbst die die nichts mehr haben außer diesem Lächeln. Die so unglaublich kinderfreundlich sind.
Eine Stadt wo die Menschen sehr religiös wirken, was haben wir uns gewundert wenn plötzlich alle im Bus sich bekreuzigen, bis wir heraus fanden, sie tun das immer, wenn es an einer Kirche vorbei geht.
Eine Stadt wo es selbst an 6 spurigen Straßen keine Ampeln gibt. Man läuft einfach drauflos als Fußgänger. Gibt es Ampeln, vor allem in der Innenstadt, dann hängen dort Schilder die erklären wie man sich an der Ampel verhält.

An diesen Wägen kann man Kulcos kaufen

Wirklich ein interessantes Land, mit so vielen netten Leuten. Wo man wirklich mal wieder zum Nachdenken kommt, was eigentlich wichtig ist im Leben!

Im Nachtzug  konnte  man dann wieder  die wunderschöne rumänische Natur an einem vorbei gleiten sehen.Ja dass ist das Schöne am Interrailen, genau solche Erlebnisse. Vor allem wenn die Züge noch etwas von der Langsamkeit haben wie die Rumänischen und nicht die Hochgeschwindigkeitszüge.
Nachts wieder eine nervige Passkontrolle, aber viel freundlicher vor allem die Ungarn , als noch vor 2 Jahren.

Lustig war immer zusehen,das wenn man unsere 5 Pässe hinhielt erst mal die 5te Person gesucht wurde in einem 4 Mann Abteil. Die da ja meist schlummernd in meinem Bett lag und das immer ein Lächeln auf das Gesicht der Polizisten zauberte .

Wo wir auch immer wieder zum Nachdenken kamen wie viel Glück wir haben den richtigen Pass zu besitzen. Ein Ding welches wir nicht beeinflussen können. Was uns aber ein großes Stück Freiheit schenkt ohne unseren Verdienst einfach nur , weil wir eben im “richtigen ” Land geboren wurden.

Das sollten sich vielleicht einige hier in Europa mal wieder vor Augen führen.Das waren wieder die Punkte wo wir zum Nachdenken kamen, wo die Kinder Fragen stellten, Fragen die wir leider nicht alle richtig beantworten können.
Die uns nur wieder vor Augen führten wie glücklich wir uns schätzen können, wie klein doch eigentlich alle unsere Probleme hier im Wohlstand sind. Da kamen immer wieder solcher Punkte im Laufe der Reise , ich komme immer mal wieder dazu darüber zu schreiben.

 

Hier geht es zu weiteren Teilen dieser Interrail Tour:

1.Teil

3.Teil

4.Teil

5.Teil

6.Teil

 

16 Kommentare

  1. So ein toller Bericht, vor allem zu sehen wie wunderbar kinderfreundlich alles war! Ich möchte schon ganz lange mal nach Prag (auch von Berlin aus) und denke gerade: Wieso eigentlich nicht von dort so wie Du nach Rumänien? ❤️

  2. Was für ein spannender Artikel! Ich bin ja auch immer mit meinem kleinen Sohn auf Reisen – und liebe es dabei, neue Ziele zu entdecken, die noch nicht so touristisch sind. neuerdings bin ich ein ganz großer Fan von Osteuropa, da gibt es wirklich eine Menge zu entdecken 🙂

  3. Das ist aber ein toller Beitrag! Ich war noch nie so in Europa unterwegs und wir haben so tolle Ecken hier. Besonders lustig finde ich das Barsov Sign 😀 Wie in Hollywood 😀 Wir planen in den nächsten Jahren eine Reise nach Kroatien, aber auch Rumänien hört sich sehr interessant an 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  4. Das klingt ja ziemlich stressig! und vor allem mit Kind oder nicht? Also könnte ich mir bei einer so langen reise vorstellen und wenn auch noch der Zug überfüllt ist und ohne Klimaanlage…
    Ich persönlich hab in Thailand erlebt, dass ich die Nachtzüge echt genossen hab. Das beste war ja einfach, dass man wirklich eine Klimaanlage hatte (wenn man früh genug gebucht hat).

    Alles in allem klingt es aber nach einem gelungenen Ausflug und freut mich, dass ihr so viel Spaß hattet 😉 Das mit dem bekreuzigen hätte mir aber etwas Angst gemacht xD Aber gut zu wissen 🙂

    Liebe Grüße

    1. Der Zug ohne Klimaanlage war ja nur 1 1/2 Stunden von Budapest zum Balaton, bei den anderen ging die Klimaanlage ja zumindest wenn der Zug fuhr.Wir hatten aber auch schon Züge ohne, aber nicht dieses Mal. Nein ich finde es gar nicht stressig mit Kindern, Autofahren oder fliegen ist stressiger für uns, da 2 Kinder mit extremer Reiseübelkeit, nur nicht im Zug.

      LG Ina

  5. Hey,

    ein wunderschöner Bericht mit ganz vielen tollen Eindrücken die in mir das Fernweh wecken. Schön das es solche Ecken gibt die überhaupt nicht so weit weg von Deutschland sind.

    Lg
    Steffi

  6. ein sehr beeindruckender Reisebericht von eurer Tour! 11 Stunden Zugfahrt sind schon eine echte Herausforderung – andererseits verweilt man bei Langstreckenflügen ja nicht weniger lang, nur meist unbequemer 😉

    toll, dass euch Rumänien so überrascht hat, mit seinen guten und auch vl traurigeren Seiten.

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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