Quicktipp: Unscharfer Hintergrund

Bilder mit einem unscharfen, verschwommenen Hintergrund sind nach wie vor sehr beliebt. Gerade bei Portraits aber auch vielen anderen Motiven wirkt diese Art der Freistellung schon fast professionell. Man spricht hier von einer Freistellung, weil sich das Motiv regelrecht von Hintergrund abhebt, also frei steht. Der Vorteil ist, dass das Bild wesentlich ruhiger wirkt und man sich mehr auf das Motiv konzentrieren kann, da man nicht vom Hintergrund abgelenkt wird.

Wenn ein Hintergrund unscharf ist, so spricht man von einem Bokeh. Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet unscharf oder verschwommen. Jedes Objektiv hat ein andres Bokeh. Ja nach Blendenlamellen wird ein Bokeh weich oder eher weniger weich.

Blende, Brennweite und Entfernung

Wie man so einen verschwommenen Hintergrund erzeugt, ist eigentlich ganz einfach. Zuerst einmal muss man die Blende so weit wie möglich öffnen. Bei einer Offenblende ist die Tiefenschärfe nur sehr gering. Hier muss man etwas vorsichtig sein, wenn man mit Objektiven arbeitet die sehr lichtstark sind, also jene mit einer sehr offenen Blende von beispielsweise f/1.7 oder gar f/1.2. Bei so großen Blendenöffnungen ist die Schärfentiefe nur wenige Millimeter tief, und man muss sehr genau arbeiten damit der Fokus auch wirklich sitzt.

Ein weiterer Punkt, um ein schönes Bokeh zu erhalten, ist die Brennweite. Bei kurzen Brennweiten, also im Weitwinkelbereich, tritt der Effekt nicht so stark auf. Es empfehlen sich also länger Brennweiten. Gerade bei Objektiven mit einer Blende von f/3.5-5.6 kann die Brennweite ruhig etwas länger sein.

Was aber wirklich entscheidend ist, ist der Abstand! Zum einen der Abstand zwischen Kamera und Motiv, denn der sollte möglichst kurz sein. Wie kurz, hängt Motiv und dem gewünschten Bildausschnitt ab. Zum anderen der Abstand zwischen Motiv und Hintergrund. Der wiederum sollte möglichst groß sein.

Beachtet man diese drei Punkte steht einem nichts mehr im Wege um ein schönes Bokeh zu erhalten.

Nur für Spiegelreflexkameras? 

Nein! Klar, große Systemkameras als kleine Kompakte. Außerdem kann man die Objektive wechseln, was bei einem Smartphone auch nicht möglich ist. Kleine Kameras haben zusätzlich das Problem, das sie sehr kleine Sensoren haben. Diese neigen eher zu einer sehr hohen Tiefenschärfe, als die großen Sensoren, die in großen Kameras verbaut sind. Wenn man aber sehr nah an sein Motiv heran geht und darauf achtet, das der Hintergrund weit weg ist, so bekommt man ebenfalls einen unscharfen Hintergrund. Vielleicht nicht so unscharf wie bei den großen, aber unscharf.

27 Kommentare

  1. Das sind tolle Tipps, danke dafür! Ich finde Fotos mit einem schönen Bokeh sehr stimmungsvoll. Deine Tipps werde ich mir nochmal zu Herzen nehmen, denn meine Fotografie-Kenntnisse möchte ich doch noch um einiges verbessern.

    Liebe Grüße,
    Diana

  2. Wieder mal ein sehr toller Quicktipp! Man meint oft gar nicht, was so ein kleines Detail wie der unscharfe Hintergrund ausmacht.

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com
    PS: mein neuer Hundeblog ist online: thepawsometyroleans.com

  3. Mit offener Blende zu fotografieren finde ich vor allem bei natürlichen Porträts immer wieder schön. Am besten ein lichtstarkes Normalobjektiv und dann bei entsprechender Blendenöffnung den unscharfen Hintergrund erzeugen. Wobei bei mir der Fokus im wahrsten Sinne natürlich immer auf dem Motiv liegt und der Hintergrund dadurch eher zweitrangig wird 😉 – aber hauptsache man weiß, was zu tun ist, um eben jene Freistellung zu erreichen.
    Liebe Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

  4. Ich mag Bilder mit Bokeh effekt immer sehr gerne, das lässt gleich eine ganz andere Stimmung aufkommen 🙂 Deine Hilfestellung ist sehr einfach erklärt, habe ich mir direkt mal abgespeichert. Vielen Dank dafür 🙂

  5. Super Tipp! Es wird Zeit, dass ich eine Spiegelreflexkamera habe. Habe aber vor Kurzem festgestellt, dass ich mit meinem IPhone X in der Richtung auch ganz nette Bilder machen kann. Ich übe derzeit ein wenig damit.

    LG, Bea.

  6. Wow, das ist so ein interessanter Bericht!

    Ich mache gelegentlich auch solche Bilder mit meiner Kamera!

    Muss mal schauen, ob ich solche unscharfe Bilder auch mit meinem Handy machen kann!?

    Hab einen schönen Nachmittag!

    xoxo
    Jacqueline

  7. Ich liebe Bilder mit unscharfen Hintergrund einfach. Die Tiefenwirkung die dadurch entsteht macht ein Bild so richtig spannend. Danke für die tolle und verständliche Erklärung.
    Liebe Grüße
    Patrick

  8. Hey,

    tatsächlich habe ich mich immer gefragt wie das genau abläuft, damit man diesen verschwommen Hintergrund auf die Fotos zaubert… Ich bin im fotografieren ja die totale Niete, daher finde ich deine Hilfebeiträge echt total interessant und hilfreich. Ich finde auch, dass du es immer sehr verständlich und einfach erklärst.

    Lg
    Steffi

  9. Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Kamera. Meine Kann sowas nämlich leider nicht und ich mag solche Bilder auch sehr gerne ;). Deinen Beitrag finde ich sehr interessant und hilft mir bei meiner Suche auf jeden Fall weiter.

    Alles liebe

    1. Die richtige Kamera zufinden ist nicht einfach. Wenn du ernsthaft fotografieren willst empfehle ich eine Systemkamera. Denn da hast du die volle Kontrolle und bestimmst selber wie die Bilder aussehen sollen.
      LG Nico

  10. Ich liebe den Bokeh-Effekt – selbst mit dem iPhone 8 gelingen mir schon super verschwommene Hintergründe, mit einer Spiegelreflex und die passende Einstellung natürlich noch besser! Dein Spinnweben-Bild ist so toll!

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