Schulterblick: Panoramafotografie

Zur Zeit hab ich mir eine ganze Menge Arbeit aufgehalst. Ich möchte filmen und Timelapse erstellen. Hyperlapse stelle ich mal ganz weit nach hinten, das kann ich erst mal vergessen, weil das so richtig viel Zeit in Anspruch nimmt. Was mich im Moment von all dem abhält, ist eigentlich nur das Wetter. Entweder ist es so richtig kalt oder es schneit wie verrückt. Mit dem Auto komme ich zur Zeit auch nicht so einfach überall hin, da ich keine Lust habe schon wieder im Schnee oder Schlamm stecken zu bleiben. Ich bin halt ein Schönwetterfotograf, was vermutlich auch daran liegt, das ich beruflich schon immer draußen bin. Da brauch das Schmuddelwetter nicht auch noch im meiner Freizeit.

Ein wenig fotografieren tue ich aber dennoch. Zum einen brauch ich noch ein paar wirklich schöne Winterbilder für den Kalender 2019, den ich geplant habe ( Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, um euch indirekt und rein zufällig mitzuteilen, das es für 2019 einen Kalender mit meinen Bildern geben wird). Zum anderen gibt es immer ein paar neue Techniken die ich ausprobieren will. Wie zum Beispiel Panoramafotografie.

Panoramafotografie?

In der Panoramafotografie werden Bilder mit einem sehr großen Blickwinkel erstellt, in dem einfach mehrere Bilder hintereinander aufgenommen werden, während die Kamera jedes mal etwas weiter geschwenkt wird. Mit dieser Technik kann man eine große Kulisse auf ein Bild bannen, die man sonst einfach nicht im Ganzen auf das Bild bekommen würde.

Am Samstag hatte das Wetter halbwegs mitgespielt, und so bin ich nach Hommelvik gefahren und konnte ein wenig experimentieren mit der Panoramafotografie.  Hommelvik hat einen spannenden Strand, den man völlig gefahrlos mit dem Auto erreichen kann. Letztes Jahr mussten mir, etwas weiter nördlich, zwei andere Fotografen helfen, indem sie mir die Karre aus dem Dreck schoben. Hier in Norwegen sind zwar die meisten Menschen sehr hilfsbereit in solchen Situationen, aber nicht selten fahre ich zum fotografieren an Orte, wo ich möglichst allein bin. Dann ist das schon ziemlich blöd wenn man nicht mehr weiter kommt. Seit dem versuche ich im Winter möglichst auf festen Wegen zu bleiben.

Aber weiter im Text: Ich hatte vor mehr als 10 Jahren mal ein paar Panoramen aufgenommen. Damals hatte ich die Bilder manuell zusammengefügt. Das war wahnsinnig viel Arbeit und ich hatte schnell die Lust daran verloren. Denn der Gimp, den ich damals nutzte kann das leider nicht automatisch. Der Gimp kann so einiges, aber eben nicht das.

Hugin mit dem fast fertigen Panorama

Dafür gibt es aber heute Hugin. Das Programm ist nicht neu, und mir nicht unbekannt, aber gearbeitet hatte ich damit noch nicht. Was mich besonders interessierte war, wie Hugin die Bilder zusammenfügt. Das nennt man übrigens stitchen. Wichtig war mir das man die Bildübergänge nicht nicht mehr erkennt. Damit Hugin die Bilder richtig Stitchen kann, müssen die Aufnahmen circa 20-30% überlappen. Vielleicht geht es auch mit weniger, aber damit hatte ich jedenfalls keine Probleme.

Mein Plan war es erst einmal ein Panorama mit dem Stativ zu erstellen. Ein Stativ am Strand ganz gerade aufzustellen erwies sich als schwieriger als gedacht. Wobei die kleine Libelle am Stativ nicht wirklich aussagekräftig ist. Das Ergebnis war wie erhofft.

Panoramafotografie vom Trondheimfjord

Dann wollte ich das selbe Panorama ohne Stativ erstellen. Also aus der Hand heraus. Hier war es wichtig, das der Horizont möglichst auf der selben Höhe liegt. Das ging eigentlich ganz gut. Man muss sich halt nur etwas mehr konzentrieren und darauf achten, die Kamera möglichst gerade zu halten. Das ist bei Schwenkbewegungen nicht ganz einfach.

Der Strand von Hommelvik

Und zum Schluss wollte ich das ganze noch mit Langzeitbelichtung versuchen. Weil ich aber gerne die Berge im Hintergrund deutlicher im Bild haben wollte, habe ich mit 200 mm Brennweite fotografiert. Mit einem ND 1000 bei f/18.0 kam ich auf 13 Sekunden Belichtungszeit. Das reichte um das Wasser weich zu zeichnen.

Blick über den Trondheimfjord Panoramafotografie

Ich habe bei allen Bildern ungefähr an der gleichen Stelle gestanden. Bei dem Letzten ist mir beim Schwenken leider das Stativ etwas verrutscht, so das ich nur vier Bilder verwenden konnte.

Was kommt als Nächstes?

Die Ergebnisse  haben mich erst einmal überzeugt. Mir ging es allerdings auch gar nicht darum das perfekte Bild zu knipsen, sondern ich wollte wissen wie sauber ich und Hugin hier arbeiten können. Ich habe dabei nur die Standardeinstellungen von Hugin verwendet, was mich schon ziemlich begeisterte. Damit kann man jedenfalls richtig arbeiten.

Allerdings war es an diesem Tag ziemlich grau und das Licht verteilte sich recht gleichmäßig in der Landschaft. Mal sehen wie das ganze an einem sonnigen Tag funktioniert.

Wie würde das ganze aussehen, wenn man nicht die Kamera schwenkt, sondern sie immer ein oder zwei Schritt weiter bewegt?  Diese eigenartige Krümmung im Vordergrund könnte dann verschwinden.

Was passiert beim stitchen, mit Wolken, die sich sehr schnell bewegen?

Ist vielleicht besser die Bilder im Hochformat aufzunehmen?

Außerdem möchte ich versuchen nicht nur eine Reihe Bilder, horizontal oder vertikal  an zulegen, sondern auch einmal zwei oder drei Reihen. Ich könnte versuchen den ganzen Strand mit einem Normalobjektiv, also mit circa 35 mm auf APS-C, zu verwenden. Dann sollten die Proportionen  von so einer Kulisse viel natürlicher wirken.

Es gibt also noch richtig was zu tun und experimentieren macht in der Regel auch Spaß. Ich werde auf jeden Fall davon berichten.

Ein paar Worte zur den Programmen 

Ich verwende seit sehr langer Zeit ausschließlich freie Software  so auch für die Panoramafotografie.Diese Programme stehen alle unter einer freien Lizenz und dürfen von Jedem  einfach heruntergeladen und verwendet werden. Es entstehen keinerlei Nachteile oder Kosten. Die Links die hier eingefügt habe führen entweder direkt zur Projektseite, oder zu Wikipedia.

Wer also die genannten Programme einmal ausprobieren möchte, kann das gerne tun. Das gilt auch für alle anderen Programme die ich vielleicht in Zukunft verstellen werde.

Ich achte ein meist darauf, das die von mir vorgestellten Programme auf möglichst vielen Plattformen laufen. Somit können auch wirklich alle, die Interesse haben, die Software verwenden. Ich hab mal irgendwo gelesen, das es Leute gibt, die kein Linux verwenden. Kaum zu glauben oder? Die meisten der Programme wurden ursprünglich nur für Linux programmiert, und erst später auf andere Systeme portiert. So wie zum Beispiel der Gimp. Ich kann leider nicht für euch testen, wie die einzelnen  Anwendungen auf den unterschiedlichen Plattformen laufen. Hier ist euer Pioniergeist gefragt.

Falls ihr mehr Interesse an freier Software habt, oder daran was ich sonst noch für Programme einsetze, so könnt ihr mir einfach einen Kommentar da lassen. Bei diesem Thema werde ich sehr redselig.

10 Kommentare

  1. Ich habe selber noch keine Panoramaaufnahmen erstellt, aber hier gäbe es auch einige Ecken wo man tolle Panoramas machen könnte. Gut zu wissen, dass es kostenlose Programme dafür gibt!

  2. Danke für den interessanten Artikel! Gut zu wissen, welche Software da gut ist, um schöne Panoramafotos erstellen zu können. Dass sie freie Software ist, ist umso angenehmer! Muss ich mir gleich ansehen!

  3. ach so schön! Ich mag solche Panoramabilder, sie schenken uns so eine friedliche und relaxte Stimmung. Selber hab ich jedoch noch keine gemacht, die würden dann eh nicht so gut aussehen. Daher danke für die Tipps und die Vorstellung der Programme – wer weiss, vielleicht schaffe ich das ja auch.
    alles liebe, meli
    https://melslybeauty.wordpress.com/

  4. Danke für diesen informativen Beitrag und die tollen Tipps.
    Ich habe mich noch nicht so richtig mit panorama Fotografie auseinandergesetzt, aber ich werde gerne auf diesen Artikel zurückgreifen, wenn es mal soweit ist 🙂
    PS auch ich warte schon sehnsüchtig aufs schöne Wetter, da das Fotografieren dann einfach viel mehr Spaß macht!

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  5. ohh das finde ich ja sehr spannend! mit Panoramafotografie habe ich mich ehrlich gesagt noch gar nicht beschäftig … mein Schwager aber macht das mit absoluter Leidenschaft und auch richtig gut!

    das ist echt eine tolle Art, gerade wenn man im Urlaub ist, besonders schöne Landschaften festzuhalten 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  6. Ich bin noch blutiger Anfänger, was das Fotografieren mit einer ordentlichen Kamera angeht. Wenn Du von Timelapse und Hyperlapse schreibst, muss ich erst einmal googeln. Aber ich bin schon gespannt auf deinen Kalender 🙂
    Liebe Grüße Claudia

  7. Ich bin mit Panoramafotografie irgendwie noch nicht so warm geworden. Das Zusammensetzen von Bildern, Schwenken ohne Wackeln, das war irgendwie nie so mein Ding. Doch als ich auf Rügen war hat mein Freund ein ganz tolles Panoramabild von den Kreidefelsen gemacht. Nun ja und here I am. Am Informieren über Panoramafotografie… 😀
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

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