Schulterblick: Bessere Urlaubsbilder

In wenigen Wochen ist es wieder so weit. Die Urlaubszeit beginnt! Für die meisten von uns ist die Urlaubsreise das Highlight des Jahres und somit wird auch wieder geknipst was das Zeug hält. Das ist auch logisch, denn schließlich wollen wir alle Erinnerung an diese Zeit bewahren, und unseren Freunden, Verwandten und Kollegen wollen natürlich auch zeigen was wir erlebt haben. Da die wenigsten Leute aber jetzt nur wegen des Urlaubs anfangen, das Fotografieren zu erlernen, stellt sich für mich die Frage, wie man recht einfach an bessere Urlaubsbilder kommt.

Bessere Urlaubsbilder mit einfachen Mitteln. Kamera, Stativ und viel Ruhe. Mehr braucht man nicht.
Bessere Urlaubsbilder mit einfachen Mitteln. Kamera, Stativ und viel Ruhe. Mehr braucht man nicht.

Im Grunde gehe ich davon aus, dass jeder der will, brauchbare Bilder machen kann. Mit brauchbar meine ich nicht nur dass man halbwegs erkennt, wer alles mit auf dem Bild ist, sondern Bilder, die scharf und richtig belichtet sind, die einen interessanten Bildaufbau haben und aus einer interessanten Perspektive fotografiert wurden. Mit der heutigen Technik ist  das alles kein Hexenwerk mehr, wenn man sich ein klein wenig mit der Materie beschäftigt.

Eigentlich wollte ich eine umfassende Anleitung zu diesem Thema schreiben. So richtig mit Anleitungen, Tipps und ganz vielen Tricks. Doch stellte ich mir dann die Frage für wen und wozu? Zum einen gibt es solche Anleitungen zu Tausenden im Internet, und alle sind weitestgehend identisch. Zum anderen denke ich das Gelegenheitsknipser ( das soll keine Beleidigung sein) nur selten Interesse an zu viel technischen Details haben.

Ein Fernglas am Hafen
Sommerferien.

Aber wie kommt man nun dazu bessere Urlaubsbilder zumachen, wenn man eigentlich nur den Auslöser betätigen will? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Da ich mich aber im permanenten Kampf gegen schlechte Facebook-Bilder befinde (ich spüre gerade den bösen Blick der Blogchefin in meinem Nacken), habe ich mir schon vor längerer Zeit mal ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Wie kommt man nun zu besseren Urlaubsbildern?

Ich werde jetzt mal ein paar Punkte aufführen, die zwar niemanden zu einem richtigen Fotograf machen, die aber zumindest helfen sollen die eigenen Fähigkeiten stark zu verbessern, und das ohne allzu sehr auf die Technik einzugehen. Geht nicht? Doch! Die Bilder werden zwar nie in irgendwelchen Galerien aushängen, aber zumindest deine Kollegen könnten vor Neid erblassen.

Die Kamera

Falls du planen solltest, dir eine neue Kamera zu kaufen, dann achte darauf das sie zu dir passt. Das heißt, sie sollte nicht zu groß oder zu klein sein, die Knöpfe und Schalter sollten gut zu erreichen sein, die Größe und das Gewicht sind auch entscheidend. Sie sollte einfach gut in der Hand liegen.

Ganz wichtig ist der Preis. Der sollte nämlich zu eurer Geldbörse passen. Man kann Unsummen in eine Kamera investieren, doch wer gelegentlich mal ein paar Bilder macht, wird mit einem Einsteigermodell besser fahren. Zum einen, weil die Kamera einfacher zu bedienen ist. Zum anderen wird man, ohne sich ernsthaft mit der Fotografie zu beschäftigen, die Vorteile einer “Profikamera” nie nutzen können.

Statue in Ljubljana
im Zentrum von Ljubljana

Kauft euch auf jeden Fall eine Kamera von einem Markenhersteller. Keine Billigknipse aus China mit einem Namen, den noch nie jemand gehört hat. Damit macht man sich keine Freude. Die Bildqualität von solchen Geräten ist oft unterirdisch.

Spiegelung an einem Kanal
Spiegelungen sind immer reizvoll

Ob man sich jetzt eine Systemkamera kauft, oder eine Kompakte, oder eine Bridge-Kamera, also eine Mischung aus System und Kompakt-Kamera, ist absolut Geschmackssache. Die Kompakten sind in der Regel einfacher zu bedienen als die Systemkameras, und meist auch günstiger. Heutzutage macht jede Kamera gute Bilder! Abgesehen von den von den ganz billigen Dingern natürlich.

Mach dich mit Deiner Ausrüstung Vertraut!

Es ist egal, ob du dir nun eine neue Kamera gekauft hast, oder schon eine besessen hast, die du aber nur alle paar Monate mal aus dem Schrank holst, du solltest auf jeden Fall ein wenig damit üben. Und zwar vor der Reise.

Dabei geht es nicht darum, jeden Knopf genau zu kennen und genau zu wissen, welche Funktion er hat und wie am diese am besten einsetzt. Dafür ist die Zeit eh schon viel zu knapp.

Fange nicht erst im Urlaub an, mit deiner Kamera zu üben.

Viel wichtiger ist, dass du die grundlegenden Funktionen im Griff hast. Wo schaltet man das Ding an, wie kommt man ins Menü, wie löst man richtig aus, und so weiter. Das klingt jetzt vielleicht ziemlich banal, aber stell dir doch mal vor du kommst in eine Situation, in der du ganz schnell mal einen Schnappschuss machen willst, und vor lauter Aufregung findest du den Einschalter deiner Kamera nicht. Das kommt öfter vor, als man denkt.

Probiere auf jeden Fall deine Kamera richtig aus, bevor du auf Reisen gehst. Mache ein paar Bilder und nutze auch mal die verschiedenen Einstellungen. Versuche heraus zu finden, was all diese Optionen so bewirken, und womit du am besten zurechtkommst. Je besser du deine Kamera beherrschst, desto leichter fällt dir auch das Fotografieren.

Lass Dir Zeit!

Das ist vermutlich der wichtigste Punkt. Ich hatte mal eine witzige Einleitung zur Fotografie geschrieben, die in etwa beschreibt, was ich schon sehr oft beobachtet habe. Man kann keine guten Bilder machen, wenn im Vorbeigehen mal eben das Handy zückt.

Sonnenuntergang im Norden Norwegens
Ein schöner Vordergrund verleiht dem Bild genügend Tiefe.

Nimm dir Zeit für deine Bilder. Wenn etwas du entdeckst, das dir gefällt, und was du fotografieren willst, dann überlege dir erst einmal, warum es dir gefällt. Versuche herauszufinden, was dein Motiv so interessant macht und versuche es entsprechend in Szene zusetzen. Probiere auch mal verschiedene Perspektiven aus, oder fotografiere, wenn möglich, zu verschiedenen Tageszeiten.

Steiniger Strand in Norwegen
Ein schöner Himmel macht eine Landschaft viel Interessanter

Durch dieses bewusste Fotografieren steigen auch die Qualitätsansprüche, und mit der Zeit werden auch die Bilder besser.

Die Einstellungen der Kamera 

Kurz und Knapp: Nutze den Automatikmodus! Jetzt werden sich sicher einige an den Kopf greifen, denn über all liest man, man solle gerade diesen auf jeden Fall meiden. Ich selber empfehle jeden, der sich mit der Fotografie ernsthaft beschäftigen will, diesen Modus schnellstens zu verlassen, und eher auf die Halbautomatiken die Kamera zurückgreifen. Aber was genau spricht denn gegen den Auto-Modus? Der Modus ist dafür gemacht, dass man scharfe und richtig belichtete Bilder erhält. Und das ohne, dass man sich um irgendwelche Einstellungen kümmern muss. Genau das ist doch das Entscheidende für Leute, die nur mal eben ein paar Schnappschüsse machen wollen.

Natürlich werden die Bilder besser, wenn man die anderen Modi nutzt, aber doch nur weil man ganz bewusst und mit genügend Hintergrundwissen an die Sache herangeht. Wenn man weiß, welchen Einfluss die Belichtungszeit und die Blende auf die Bildgestaltung haben. Nur dann werden die Bilder besser als in der Vollautomatik.

Kirche in Berlevåg
Kirche in Berlevåg

Wer nur gelegentlich ein paar Bilder machen will, wird sich aber eher weniger um Dinge wie Blende, ISO oder Verschlusszeit kümmern. Genau für die Benutzergruppe wurde der Automatik-Modus gemacht. Der einzige Nachteil den man halt hat, ist nur das man eigentlich nie so genau weiß was die Kamera am Ende liefert. Aber in der Regel sind die Bilder ganz in Ordnung.

Schalte den Blitz ab!  

Und zwar sofort! Warum? Dazu muss ich ein klein wenig ausholen. Ein Blitz dient dazu eine Umgebung oder einen Raum mit schlechten Lichtverhältnissen auf zu hellen. Und zwar so, dass nicht nur alles schön ausgeleuchtet ist, sondern aus so das die Verschlusszeit möglich kurz bleibt.

Ohne Blitz würde die Kamera wesentlich länger belichten, was zur Folge haben kann, dass du die Kamera nicht mehr halten kannst, ohne zu verwackeln. In so einem Fall müsste man auf ein Stativ zurückgreifen. Außerdem hat eine längere Belichtungszeit zur Folge, das Personen oder Objekte, die sich bewegen, regelrecht verschwimmen. Man nennt das Bewegungsunschärfe. Bei Wasserfällen ist dieser Effekt oft erwünscht, bei Personen oder Tieren aber eher weniger.

Wasserfall in einem Wald
Wasserfall mit langer Belichtungszeit aufgenommen.

Mit einem Blitz könnte man also dunklere Situationen ganz gut ausleuchten und somit für gute Bilder sorgen. Jetzt gibt es aber die unterschiedlichsten Lichtsituationen, und dem entsprechend muss der Blitz natürlich auch Licht liefern. Das heißt, die Kamera muss die Lichtmenge des Blitzes steuern können. Das kann der eingebaute Blitz der Kamera leider nicht, der blitzt einfach nur los und man hat keinerlei Einfluss darauf.

Außerdem muss ein Blitz auch eine gewisse Größe haben und das Licht auch gut verteilen. Der Blitz der Kamera ist ziemlich klein und beleuchtet eigentlich nur einen sehr kleinen Bereich. Das hat zur Folge, dass nur ein Teil des Bildes hell ist, der Rest ist dunkel. Der helle Bereich ist aber oft total überbelichtet. Es gibt auch meist hässliche Reflexionen. Gesichter wirken oft flach und es kommt auch sehr oft zu roten Augen.

Rote Augen entstehen wenn der Blitz sich ganz nah am Objektiv befindet und eben in die selbe Richtung blitzt. Das Blitzlicht wird von der Netzhaut des Auges reflektiert. Das Rot kommt vom Blut der Netzhaut. Das klingt ein wenig gruselig, aber was soll man machen.

Spinnweben mit Tautropfen
Bilder wie diese währen mit dem eingebauten Blitz kaum möglich.

Die Automatik der Kamera neigt dazu den Blitz viel zu zeitig auszulösen, also dann, wenn es eigentlich noch viel zu hell ist. Der Hersteller will verwackelte Bilder unbedingt vermeiden. Allerdings leidet die Qualität stark darunter. Warum sollte man an einem Sommertag den Blitz einschalten?  Warum sollte man einen Sonnenuntergang anblitzen? Das macht wenig Sinn.

Und wenn die Belichtungszeit zu lang wird? Dann kann man ihn ja wieder zuschalten. Aber besonders schön werden die Bilder nicht. Man kann aber auch ein Stativ verwenden. Wenn man keins hat, kann man die Kamera auch irgendwo ablegen oder stützen. Eine Brüstung, ein Tisch, eine Parkbank…. Möglichkeiten gibt es viele. Einige Kameras haben auch ein Nachtprogramm. Damit lässt sich auch sehr viel erreichen.

Belebte Strasse abends in Prag
Bei fortgeschrittener Dämmerung ohne Stativ aufgenommen. Die Automatik der Kamera machte es möglich.

Wer blitzen möchte, sollte sich lieber eine Aufsteckblitz zulegen. Diese Blitze sind wesentlich leistungsfähiger und Konfigurierbarer als die interne Blitz der Kamera.

Es gibt natürlich auch Situationen, wo der kleine Blitz auch sinnvoll eingesetzt werden kann. Aber in der Regel sollte man auf ihn verzichten.

Die Bildgestaltung

Die Bildgestaltung ist essenziell. Keine Kamera und keine Automatik kann euch diese Arbeit abnehmen. Ist ein Bild schön gestaltet, schaut man auch gerne hin. Hier erkennt man, ob sich jemand ein paar Gedanken gemacht hat, oder einfach nur abgedrückt hat. Aber wie gestaltet man eigentlich ein Bild?

Man kann ganze Bücher mit diesem Thema füllen, genau genommen wurden schon einige Bücher damit gefüllt. Es gibt unzählig viele Möglichkeiten ein Bild zu gestalten. Sei es mit Farben, Formen, Linien, Licht oder mit Kontrasten, wichtig ist, dass man ein paar wenige Regeln im Hinterkopf behält und vor allem ganz bewusst fotografiert.

Brücke in der Altstadt Trondheims
Mit Hilfe von Linien wird der Blick des Betrachters in das Bild gelenkt

Drück nicht einfach auf den Auslöser, nur weil dir etwas gefällt, sondern schau dir dein Motiv erst einmal in Ruhe an. Betrachte es aus verschiedenen Blickwinkeln und verschiedenen Richtungen. Unsere Augen wollen genauso viel Abwechslung wie unsere Zunge. Sie wollen frische Eindrücke, und das erreichen wir, indem wir auch mal aus ungewöhnlichen Blickwinkeln fotografieren.

Weniger ist immer mehr. Wimmelbücher sich wirklich toll, aber auf unseren Fotos können wir so ein Chaos eher nicht so gebrauchen. Achte darauf, dass sich nicht zu viele Details in deinem Bild befinden. Es sollte schon klar erkennbar sein, was dein Hauptmotiv ist.

Trondheim
Auch hier wird der Blick zur Bildmitte gelenkt.

Um mehr Dynamik im Bild zu erzeugen, solltest Du dein Motiv nicht unbedingt in die Bildmitte platzieren, sondern etwas aus der Mitte heraus. Aber nicht zu sehr an den Rand, das sieht  nicht so toll aus. Wenn du Personen von der Seite fotografierst, achte darauf das in das Bild hinein und nicht hinaus schauen. Das heißt, wenn sich der Kopf links im Bild befindet, soll er nach rechts schauen. Wenn wir schon bei Personen sind,  auch gleich noch darauf, dass du auf Augenhöhe fotografierst. Gerade bei Kindern sieht man sehr oft, das die Mütter mal eben lässig das Handy zücken, und ganz locker aus der Hüfte heraus die lieben Kleinen beim Spielen knipsen. Süüüüüssss……. Wohl eher nicht! Kniet euch lieber mit in den Sandkasten, setzt euch mit auf die Schaukel oder klettert mit auf die Rutsche und macht spannende und aufregende Bilder, die wirklich Kreativ sind und auch den Charakter eurer Kinder widerspiegeln.

Kinderportrait
Gehe mit der Kamera auf Augenhöhe

Wenn ihr Landschaften fotografieren wollt, gebt dem Bild einen Vordergrund. Ein paar Äste, Muscheln oder irgendwelche Pflanzen, was auch immer. Ein Vordergrund sorgt für genügend Tiefe im Bild und macht somit das Bild wesentlich spannender. Achtet aber auch auf den Hintergrund. Ein paar schöne Wolken sind wesentlich interessanter als ein strahlend blauer Himmel. Geh hier gerne mal in die Knie. Gerade bei Landschaftsaufnahmen, ist es oft sehr beeindruckend, wenn man von ganz weit unten fotografiert.

 

Landschaft mit wolkigen Himmel
Ein schöner Himmel kann entscheidend sein, für eine Fotografie

Versuch dein Bild einen natürlichen Rahmen zu verpassen, indem du Äste oder Zweige mit in den in dein Bild einbaust. Da durch gewinnt das Bild beträchtlich an Tiefe und hebt sich durch die Gestaltung von den anderen Bildern ab.

Achte darauf, dass du die Kamera immer gerade hältst. Waagerechte Linien sollten immer waagerecht sein, und Senkrechte immer senkrecht. Es sieht einfach nicht schön aus, wenn alles irgendwie schief ist. Fotografiert man Gebäude, solltest du darauf achten, dass die Kamera nicht zu sehr nach Vorne neigst. Das macht man sehr häufig um hohe Gebäude fotografieren zu können. Dabei läuft man aber Gefahr, das die Linien stürzen. Bei stürzenden Linien handelt es sich um senkrechte Linien, die zu einem gemeinsamen Punkt hin streben. Das Phänomen tritt auf, wenn man die Kamera zu stark neigt.

Nidarosdom in Trondheim
Stürzende Linien wirken nicht immer so harmonisch

Fotografierst du Personen, achte auf einen dunkleren Hintergrund. Ist der Hintergrund zu hell, wirkt dein Motiv zu dunkel. Oder aber dein Motiv wird richtig belichtet, aber der Hintergrund wird nur noch weiß.

Wenn du einen Sonnenaufgang oder Untergang fotografierst, dann konzentriere dich nicht nur auf die tollen Farben am Himmel, sondern baue die Landschaft mit ein. Sorge für einen Vordergrund und auch im mittleren Bereich kann gerne was los sein.

Sonnenuntergang in Trondheim
Sonnenuntergang in Trondheim

Wasseroberflächen bieten oftmals tolle Reflexionen und Spiegelbilder. Es lohnt sich eigentlich immer, diese mit in die Bilder einzubauen. Dabei ist es egal, ob das Spiegelbild das Haupt- oder Nebenmotiv ist.

Palmen spiegeln sich in einer Pfütze
Eine kleine Pfütze auf dem Gehweg

Jede Situation ist anders. Jedes Motiv ist anders, und mit der Tageszeit ändert sich auch noch das Licht, und somit die Aufnahme Situation. Deshalb funktioniert nicht immer jede Regel, und man muss sich als Fotograf einfach auf die Situation einlassen. Um das zu meistern, bedarf es viel Übung. Das ist aber kein Grund es sein zu lassen, denn mit jedem Bild bekommst du auch mehr Erfahrung.

Zur Bildgestaltung gibt es unzählige solcher Tipps und Tricks. Viele habe ich schon, hier auf dem Blog, schon mal beschrieben. Ich denke aber das man gerade am Anfang eher intuitiv an die Fotografie heran gehen sollte. Viele Regeln wie der goldene Schnitt oder die Drittel-Regel sind nützlich, aber wichtiger finde ich das man ein Gespür für Ästhetik entwickelt, und das braucht Zeit. Deshalb ist die wichtigste Regel für alle die nur ab und zu mal die Kamera hervorholen: Lass dir Zeit und knipse bewusst!

Ein kleines unscheinbares Monument in irgendwo in Budapest
Ein kleines unscheinbares Monument in irgendwo in Budapest. Solche Details entdeckt man mit ein wenig Übung sehr häufig.

Schließlich hat man Urlaub und will sich erholen, und nicht seine Zeit mit einem Studium in Optik, Farblehre, Bildgestaltung und Ökonomie verbringen (Ökonomie, weil die Fotografie ein verdammt teures Hobby sein kann).

Das Licht

Licht ist in der Fotografie unabdingbar! Ohne Licht keine Fotos. Allerdings ist Licht nicht gleich Licht. Licht begegnen wir in den unterschiedlichsten Qualitäten. Es kann sehr hell sein, aber auch sehr schwach, es gibt hartes Licht, und auch sehr weiches, es gibt Gegenlicht und Streiflicht.

Die Freiheitsbrücke in Budapest. Aufgenommen in der goldenen Stunde
Die Freiheitsbrücke in Budapest. Aufgenommen in der goldenen Stunde

Deshalb gibt es auch hier ein paar Sachen, die nützlich sind zu wissen. Zum einen sollte man immer die Sonnenblende auf das Objektiv schrauben. Das sieht nicht nur cool aus, sonder hält auch eventuelles Streiflicht von Objektiv fern, und verhindert somit Bildfehler, wie fehlender Kontrast und blasse Farben.

Wie schon geschrieben solltest du dein Motiv eher vor einen dunkleren Hintergrund setzen. Aber auch das Gegenlicht solltest du meiden. Zumindest wenn du keine Silhouetten erzeugen willst. Sehr häufig sieht man Urlaubsbilder, auf dem die Gesichter extrem dunkel, ja fast schon schwarz sind. Das entsteht, wenn der Hintergrund zu hell ist, und die Kamera die Belichtung am Hintergrund misst. Natürlich kann man die Kamera so einstellen, dass die Personen richtig belichtet werden, aber dann wird Hintergrund, meist der schöne, blaue Himmel, überbelichtet und ist nur noch weiß. In so einem Fall kannst du versuchen einfach aus einer anderen Richtung zu fotografieren.

Restaurant auf der Fischerbastei in Budapest
Starker Kontrast. Deutlich sieht man, dass die Personen im Schatten unterbelichtet sind.

In der Mittagszeit soll man keine Bilder machen! Also das liest man so im Internet. Das Licht sei nicht gut und die Schatten seien so hart. Das stimmt auch irgendwo, aber wenn wir auf Reisen sind, können wir meist gar nicht auf besseres Licht warten. Gerade bei Tagesausflügen ist das meist gar nicht möglich.

Es kann in der Mittagssonne helfen, wenn man meist im Schatten fotografiert. Wenn kein Schatten vorhanden ist, solltest du starke Kontraste vermeiden. Die Kamera kommt mit sehr hellen Situationen gut zurecht, auch mit eher dunklen Situationen hat sie selten Probleme. Aber sehr hell und sehr dunkel Bereiche gleichzeitig machen oft Probleme.

Personen haben bei grellem Licht oft ein zusammengekniffenes Gesicht. Das sieht auf Bildern einfach furchtbar aus. Fast so als hätte man Magenschmerzen.

Sonnige hügelige Landschaft
Goldene Stunde in Italien

Wenn es möglich ist, sollte man in der goldenen Stunde fotografieren. Das ist Zeit nach einem Sonnenaufgang, beziehungsweise vor einem Sonnenuntergang. In dieser Zeit hat man ein wunderbar weiches und warmes Licht, so das es fast nicht möglich ist schlechte Bilder zu machen.

Nach Sonnenaufgang hat man übrigens nicht nur tolles Licht, man ist meistens auch völlig alleine und kann Sehenswürdigkeit ungestört genießen und fotografieren.

Und was noch?

Wie schon geschrieben, gibt es unzählige Tricks, um bessere Urlaubsbilder zu machen. Ich denke aber, dass die Tipps hier dich schon mal viel weiter bringen können. Bessere Urlaubsbilder machen sich nicht von alleine. Auch wenn ich versucht habe all den Technikkram wegzulassen, so musst du dich immer noch um einen guten Bildaufbau und um spannende Motive bemühen. Aber das das ist ja eigentlich der spannendere Teil in der Fotografie.

Kamera mit Stativ vor norwegischer Fjordlandschaft

Wenn du mehr erfahren willst, wie man fotografiert, so kannst du dich gerne hier auf dem Blog umschauen. Gerade die Quicktipps beinhalten viel Tipps für Anfänger.

Wenn du Fragen zur Fotografie hast, kannst du sie gerne hier in den Kommentaren stellen. Ich werde versuchen sie kompetent zu beantworten. Oder du noch mehr Tipps für bessere Urlaubsbilder hast, schreib es in die Kommentare.

Grundlegendes

Die Kameramodi – Alles eine Sache der richtigen Einstellung

Bildgestaltung

 

 

 

15 Kommentare

  1. Hallo,
    danke für die vielen tollen Tipps. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die Fotografie für mich ein Buch mit sieben Siegeln ist und das obwohl ich auch schon einen Kurz besucht habe. Ich werde mir aber Deine Tipps zu Herzen nehmen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  2. das sind mal wieder geniale Tipps! v.a. deine Beispiel-Fotos, die mit verschiedenen (Un-)Schärfen, Perspektiven und Spiegelungen arbeiten, finde ich so toll!

    persönlich mache ich kaum Fotos im Urlaub – meistens ärgere ich mich hinterher auch darüber, aber ich bin so mit dem Urlauben selber beschäftig 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Wir schicken Nico am liebsten alleine los zum Fotografieren, sonst wirds es für uns anderen nämlich immer nervig mit dem fotografieren;-).

      Lg Ina

  3. Was für eindrucksvolle Bilder! WOW! Ich verwende auch am liebsten den Automatikmodus. Am Anfang stellte ich noch total um und probierte aus, aber mittlerweile lasse ich dann lieber den Automatik seine Arbeit machen.

    Das mit dem Blitz vergesse ich immer. Danke für den Tipp!

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

  4. Hallo,

    wir fahren morgen in den Urlaub – also schnell nochmal Deine Tipps inhalieren … Danke für diesen tollen Artikel, da sind einge Dinge dabei, die ich sicher richtig gut umsetzen kann! Hoffentlich kann ich nach dem Urlaub meine Kamera ein wenig besser beherrschen!

    Liebe Grüße,
    Verena

  5. Als alter Chinese muss ich dir allerdings beim Billigramsch widersprechen. Nur weil bei uns keiner eine chinesische Marke kennt, heisst das noch lange nicht, dass sie schlecht ist. (Bei uns kennt auch keiner Chongqing, obwohl die Stadt 30 Millionen Einwohner hat…) Ich selber fotografiere viel mit meinem Xiaomi Handy und habe am Ende oft schönere Bilder als andere mit einer teuren Kamera.

    1. Danke für Deinen Kommentar. Ich wollte auf gar keinen Fall die Chinesen beleidigen. Mit Sicherheit gibt es in China Produkte, die hier gar nicht auf dem Markt sind, und die richt gut sind. Das bezweifel ich gar nicht. Es ist auch klar, das fast alle Kameras (und vieles andere) in China produziert werden. Aber es gibt nun einmal auch Produkte, die einfach nur billig sind, und absolut nichts taugen. Wer meint, man könne für unter 100 Euro eine ausgewachsene DSLR kaufen, wird sicher schnell enttäuscht. Diese Gerät hier ist so Beispiel:

      https://www.amazon.de/Digitalkamera-Millionen-Autofokus-Professionelle-Optischer-Schwarz/dp/B0792PSP9W/ref=sr_1_1/257-1498702-7668951?s=photo&ie=UTF8&qid=1528351936&sr=1-1&keywords=Polo

      Diese Geräte sind absolut unbrauchbar. Stell dir vor, jemand der nur gelegentlich mal etwas rum knipst, kauft sich so eine “Kamera” für den Urlaub, und die Bilder sind alle unbrauchbar. Das ist mehr als nur ärgerlich.

      Was die Handyfotografie angeht: Ja, man kann mit einem Handy Bilder machen. Aber man hat keinerlei Einfluss auf die Einstellungen, bzw man muss sehr umständlich im Menü wühlen. Eine große Kamera hat nun einmal einen wesentlich grösseren Sensor, der viel mehr Informationen aufnehmen kann, und ein viel bessere Optik. Wie man am Ende mit beiden Geräten umgeht, kommt auf den Fotografen an.

      LG Nico

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.