Einblick in die norwegische Küche

Was macht sie aus die norwegische Küche?  Wie eigentlich überall auf der Welt, gilt auch hier:  “DIE” norwegische Küche gibt es nicht, an der Küste wird ganz anders gekocht, wie im Inland. Aber einiges lässt sich doch grundsätzlich erkennen.

Man muss bei der norwegischen Küche daran denken, dass das Klima rauer ist, die Saison sehr kurz. Es waren oft in einer kurzen Zeit viel an Produkten zu verarbeiten. Ob es die Fische(Dorsch, Heringe) waren, die Ernte von Kartoffeln und Getreide oder beim Schlachten.

So war es hier in Norwegen sehr,sehr wichtig die Lebensmittel zu konservieren und das hat auch die Entwicklung der norwegischen Küche beeinflusst.

Auch waren die Bauernhöfe weitgehend Selbstversorger, also vom Brot backen bis zum Schlachten und Fleisch und Wurst verarbeiten geschah alles meist auf dem eigenen Hof,bis hinein ins 20. Jahrhundert gab es einen Großteil an Selbstversorgerhöfen, was dann noch einmal unter der Besatzung der Deutschen wichtig wurde. Es war wichtig, dass das Essen satt macht und Kraft gab für das doch sehr beschwerliche Leben in der norwegischen Natur und dieses bodenständige und einfache hat die norwegische Küche bis heute beeinflusst.

Wichtige Lebensmittel in der norwegischen Küche

Fleisch

Geschlachtet wurde im Herbst, da hatten die Tiere das höchste Gewicht und man sparte sich das Winterfutter. Frisches Fleisch wurde nur wenig gegessen und dann nur in der der Schlachtezeit, das meiste Fleisch wurde konserviert, durch einsalzen, trocknen und räuchern. So ist Spekemat-gesalzene, gepökelte Wurst und Fleischwaren immer noch sehr beliebt, zum Beispiel zusammen mit Rømmegrøt, ein Brei aus Rømme, einer Art Schmand/Sauerrahm.

Lammfleisch wird viel in der norwegischen Küche genutzt. Eine Spezialität ist fenalår, gepökelte und meist geräucherte Lammkeule.

Es wird auch relativ viel Elch und auch Rentier gegessen, das vor allem im Norden des Landes. Rentier Fleisch ist übrigens eines der gesündesten Fleischsorten die man essen kann, sehr,sehr mager, dazu mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen und ausgesprochen lecker. Solltet ihr einmal Rentierfleisch angeboten bekommen, einfach probieren, wirklich sehr schmackhaft.

Credits:Christian Roth Christensen / Visitnorway.com getrocknetes Rentierfleisch

An sich werden Elche und Rentier zubereitet wie Wild, dazu leckere Preiselbeeren.

Auch Walfleisch wird in Norwegen noch gegessen,wenn auch nicht mehr so oft. Mein Fall ist Wal nicht wirklich. Der  Geschmack erinnert mich an eine Mischung aus Rindfleisch und Leber.

Fisch

Fisch ist vor allem an der Küste ein wichtiges Nahrungsmittel. Die verschiedenenen Fangsaisonzeiten führen dazu, dass große Mengen an Fisch verarbeitet werden müssen, auch dort wird wieder viel konserviert, ob gesalzen oder getrocknet, wer kennt nicht den bekannten Stock oder Klippfisch,der gehandelt wurde und wird bis nach Südeuropa.

Credits:Thomas Rasmus Skaug / Visitnorway.com
Fisch hängt zum Trocknen auf den Lofoten

Baccalao ist ein Rezept welches aus Stockfisch besteht. Genau wie Lutefisk, einer Spezialität in der Weihnachtszeit. Trockenfisch der einer  Lauge wieder rehydriert wird, was ein längerer und etwas geruchsintensiver Vorgang ist und dabei irgendwie eine Gelee artige Konsistenz annimmt , er wird mit Speckwürfel, Kartoffeln und Erbsenpüree serviert und gilt bei vielen als wirkliche Delikatesse. Probiert es mal aus, aber fangt mit kleinen Portionen an. Unser  Lieblingsessen wird das garantiert nie!

Dorsch, Köhler(oder Seelachs genannt), Makrele und Hering sind die Fische die am meisten gegessen werden.

Zuchtlachs wird ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor, wobei die Qualität nicht die Beste ist und auch die Umweltbelastung für die Meere sehr groß ist und der Wirtschaftszweig sehr umstritten ist.

 

Getreide und Kartoffeln

Die meist verbreitetsten Getreidearten waren Hafer und Gerste , das waren die Getreidearten die in diesem rauen Klima am besten wuchsen. Später kam Roggen und Weizen dazu, in Gebieten mit etwas milderem Klima, wie im Süden des Landes. Trotz allem musste Getreide immer importiert werden, da nicht genug im Land wuchs. Was immer wieder zu Hungersnöten führte. Das änderte sich mit Einführung der Kartoffel am Ende des 18.Jahrhunderts. Die Kartoffel wächst ausgesprochen gut hier im nordischen Klima und mit ihr konnte man das Getreide recht gut ersetzen, so gibt es lompe, ein weicher Teigfladen aus Kartoffelteig, diesen wickelt man um das Grillwürstchen oder die Wiener. Oder Raspeball, einem Kartoffelkloß. Da hat die norwegische Küche also etwas mit Deutschland und da Thüringen gemein.

Da man aus Hafer und Gerste eher weniger das fluffige Hefe oder Sauerteig Brot hin bekommt, wurde viel ein getrocknetes Fladenbrot(Flatbrød) gegessen. Eine Art ganz,ganz dünnes Knäckebrot.

Weiches Fladenbrot heißt Lefse und da wird dem Teig Kartoffel hinzugefügt.

Milchprodukte

Milch und Milchprodukte spielten und spielen immer noch eine große Rolle in der norwegischen Küche. Jeder Bauer hatte mindestens eine Kuh auf dem Hof.

Milch wird hier oft getrunken und das nicht nur von Kindern. Auch Milch wurde konserviert, ob als Butter, die hier in der Regeln immer gesalzen ist, also nicht wundern , wenn das Frühstücksbrötchen mit Marmelade etwas salzig schmeckt,nach dem ersten Butterkauf hier im Land.

Es wurde auch viel Käse hergestellt, auch aus der Molke, dabei entsteht der bekannte Brunost(Braunkäse), dieser kann aus Ziegen oder Kuhmilch hergestellt sein und schmeckt eher süß, da die Molke erhitzt wird und so der Milchzucker karamellisiert.

Brunost aus Sahne, etwas milder als der dunkle brunost

Hier im Haus mag den braunen Käse nur eins von den Kindern.

Obst und Gemüse

Haben lange in der norwegischen Küche eine geringe Rolle gespielt, heute sieht das natürlich anders aus.

Es wurden vor allem Beeren gesammelt.Die Kohlrübe, gilt als die Orange Norwegens und damit wurde der Vitamin C Bedarf im Winter gedeckt. Sie wird roh gegessen als Snack oder als Püree oder in der Suppe.

Soviel zu den wichtigsten Lebensmitteln in der norwegischen Küche, welche vielleicht einen Einblick gibt warum die sich die Küchentraditionen so entwickelt haben. Nämlich von einem kargen Landstrich, dessen Bewohner bis zum finden des Öls sehr arm waren.

Die Norwegische Küche ist besser wie ihr Ruf. Hast du noch Fragen oder Anmerkungen schreibe einfach in die Kommentare. Im nächsten Teil wird es um Getränke gehen und die Essgewohnheiten der Norweger möchte ich euch auch noch näher bringen.Willst du immer informiert sein abonniere einfach unsere Seite.

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19 Kommentare

  1. Das ist ja mal ein interessanter Artikel! Ich habe mir bisher noch nicht so wirklich viele Gedanken über die norwegische Küche gemacht. Dass dort Rentier auf der Speisekarte steht überrascht mich allesdings ein wenig, auch wenn es natürlich Sinn macht. Für mich waren Rentiere bisher allerdings eher die Zugtiere des Weihnachtsschlittens 😀 😀
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

    1. Die Rentiere vom Weihnachtsmann werden verschont ;-). Die Rentiere werden hauptsächlich von den Samen gehalten, also die sind frei und werden einmal im Jahr zusammen getrieben die Herden u. dann die zum Schlachten ausgewählt.

      LG Ina

  2. Ja, das kann ich mir vorstellne, dass die Norweger vor allem gelernt haben, sich für den langen Winter gut einzudecken. Lustigerweise schein das Wort für Stockfisch recht international zu sein. In Greichenland heißt es auch Bakalao.
    Liebe Grüße Claudia

  3. also wenn ich jetzt so gefragt worden wre, hätte ich wohl gar nicht genau antworten können, was die traditionelle Küche Norwegens ausmacht … ich hätte auch an Fisch und vl Rentier-Fleisch gedacht 😉

    diese Käse kenne ich sogar auch und hab vor Jahren mal probiert – der hieß bei uns zuhause Toffee-Käse wegen der karamelligen Farbe. und irgendwie schmeckte der auch danach – oder bilde ich mir das jetzt im Nachhinein nur ein? 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  4. Wir machen ab Ende nächster Woche eine Rundreise durch Finnland,Norwegen und Schweden,jede Nacht in einem anderen Hotel.Was sollte man im Hotel(Norwegen) abends auf jeden Fall probieren,ich bin für alles offen.Gibt es landestypische Gerichte die zu empfehlen sind?
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike W.

    1. Oh das klingt gut! Auf jeden Fall Fisch, oft sind die Fischsuppen ausgesprochen lecker, Rentier und Elch solltet ihr auch probieren. Rekkersmørbrød, also Krabbenbrötchen. Wenn ihr euch traut und es für euch ok ist, probiert auch mal Wal.

      Lg Ina

  5. Hey,

    für mich sind das teilweise echt ausgefallene Lebensmittel. Ich wusste nicht, dass man Walfleisch noch essen darf, sind die nicht vom aussterben bedroht? Auch Rentier habe ich noch nie gegessen, gibts das in Deutschland überhaupt? ^^ Das würde ich vielleicht mal “probieren”. xD

    Lg
    Steffi

    1. Ja man kann es bei einigen online Händler auf jeden Fall bestellen,tiefgefroren, da das Fleisch so fettarm ist kann man es 2 Jahre einfrieren ohne Qualitätsverlust. Norwegen ist neben Island und Japan ja eins der wenigen Länder das Wale jagt, nach Deutschland und die EU darf man es nicht einführen, wegen des Walfangverbots.
      1000 Minkwale dürfen gefangen werden, die Quote legt das Parlament fest jedes Jahr.

      LG Ina

  6. Hi,

    Ich mag deine Beiträge. Man lernt so viel über ein anderes Land. Und über das Essen.
    Tolles Bild auch wenn ich kein Fisch esse, sieht das gut aus.

    Liebe Grüße
    Julia

  7. Mir fällt auf, dass die Norweger halt wenig Gemüse in den Gerichten haben. Oder irre ich? Mir geht da immer ein wenig Grünzeug ab. Woran liegt das?

    1. Wie beschrieben, wächst hier nicht soviel.Viel gegessen wurden und werden Kohl, Kohlrüben, Mohrrüben oder Erbsen und natürlich Pilze im Herbst. Heute wird natürlich viel Gemüse eingeführt und ähnlich genutzt und gegessen wie in Deutschland.

      LG Ina

  8. Das war sehr spannend zu lesen. Ich finde es immer interessant wenn man auch was zum geschichtlichen, kulturellen Hintergrund erfährt. Ich dachte mir schon, dass viel Fisch gegessen wird. Aber das mit den Rentieren war mir neu, wobei es ja logisch ist.

    Liebe Grüße,
    Diana

  9. Hey, interessanter Beitrag. Ich gebe zu, darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber ich war auch noch nie in Norwegen. Fisch geht aber bei mir immer, wenn ich ihn nicht selbst zubereiten muss.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  10. Dass in Norwegen viel Fisch gegessen wird, wusste ich aber dass Walfisch gegessen hat, ehrlich gesagt nicht. Wieder einmal interessante EInblicke von dir! Danke dafür!

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Ja neben Norwegen sind es nur noch Island und Japan wo Walfang betrieben wird. Ich glaube in Japan wird das meiste Walfleisch gegessen.

      LG Ina

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