Festung Hegra-Symbol des Widerstands

Die Festung Hegra liegt in unserer Stadt Stjørdal. 10km östlich vom Stadtzentrum, also in Richtung Schweden und 45km entfernt von Trondheim. Sie ist heute ein beliebter Ausflugspunkt, mit Museum und auch einem Restaurant. Geöffnet ist im Sommer. Die Festung liegt auf einem Berg, wunderschön im Wald gelegen,ein idealer Punkt um Geschichte zu erleben und gleichzeitig die schöne norwegische Natur.Dort kann man die Festung entdecken, in den Gängen herumwandern und einfach Geschichte selbst erleben.

Geschichte der Festung Hegra:

Die Anlage wurde 1908-1910 gebaut zum Schutz vor den Schweden. Norwegen hatte da gerade die Union mit Schweden aufgelöst(1905) und war etwas in Sorge, ob das dem Nachbarn gefällt.

Hegra liegt ca. 60 km von der schwedischen Grenze entfernt. Die Festung erhielt zwei 7,5 cm und vier 10,5 cm Kanonen die eine Reichweite von 10 km hatten.Zur Hauptfestung gab es noch zwei Nebenfestungen die ebenso mit Kanonen bestückt waren.

 

Widerstand im 2.Weltkrieg

Bekannt ist die Festung Hegra dafür, das im April/Mai 1940 284 norwegische Soldaten und eine Frau unter dem Major Hans Holtermanns dort Widerstand gegen die deutschen Soldaten leisteten.

Major Holtermanns

Die Norweger zogen sich auf die damals vergessene und nicht mehr Instand genutzeten Festung zurück und kämpften auf der Festung 25 Tage gegen die deutschen Besatzer. Die Festung war strategisch nicht sehr hilfreich, da die Kanonen gegen Schweden , also ostwärts gerichtet waren und auch nicht bis zum wichtigen Punkt, dem Flughafen in Værnes(Trondheim) reichten.

Trotzdem führte der Versuch des Widerstands, bei den Deutschen zu Verlusten und materiellen Schäden unter der Invasion und hat auch einiges an Deutschen Kräften vom Feldzug gebunden.

Major Holtermanns und seine Leute mussten sich vom Flughafen Værnes zurückziehen, welcher eine wichtige Bedeutung für die deutsche Invasion hatte. Die Festung war zu dieser Zeit im April total vereist und zugeschneit.Die Soldaten kannten die Festung nicht, da sie nicht mehr in Betrieb war. Die Soldaten zogen sich in die unterirdischen Gänge zurück , nachdem sie sich einen Zugang durch den Schnee gegraben hatten. Da die Festung nicht in Betrieb war fand sich auch kaum noch Ausstattung in ihr, nur die Kanonen waren auseinandergebaut dort gelagert. Es gelang ihnen in kurzer Zeit die Festung und die Kanonen Einsatzbereit zu machen, allerdings mussten Nahrung,Handfeuerwaffen und Munition beschwerlich besorgt werden, teilweise durch besetztes Gebiet. Es kamen immer mehr Soldaten zur Festung, sogar so viele, dass man sie zurückweisen musste , da nicht genug Nahrung und Material vorhanden war.

Unterirdische Gänge in der Festung

Die norwegischen Soldaten gingen davon aus, das Verstärkung und Allierte aus Namsos und Åndalsnes Trondheim zurückerobern würden , was aber nicht geschah und so war der Kampf um Hegra ein reiner Belagerungskampf.

Mehrere Vorstösse der Deutschen konnten verhindert werden, vor allem das Winterwetter war hier auf der Seite der Norweger. Sodass die Festung hauptsächlich von Artellerieangriffen beschossen wurde, trotz dem die Strom und Wasserversorgung zerstört wurde, hielt die Festung stand. Die Norweger schafften es einige Geschütze der Deutschen zu zerstören.
Am 5.5.1940 ergaben sich die Norweger, da sich die norwegische Armee und die Allierten in Südnorwegen zurückzogen bzw. sich ergaben. Die Festung Hegra war zu dem Zeitpunkt umringt und die Nahrung wurde langsam knapp, als die Norwegischen Kräfte sich als letzte in ganz Norwegen am 5.5.1940 ergaben. Vorher sorgten sie noch dafür das die Waffen und Munition zerstört wurden.
Bei der Übergabe waren es 189 Soldaten und eine Frau, die Hilfsschwester Anne Magrethe Strömsheim.
6 Soldaten sind während der Belagerung gefallen.

Museum

Heute ist die Festung im Sommer geöffnet,man kann verschiedene Räume und Gänge entdecken,den Kommandoturm sehen und auch 2 Kanonen sind wieder aufgebaut worden.

20000 Menschen besuchen die Festung heute.

Gespenst

Ja es soll in der Festung spucken! Hier in dem Zeitungsbericht ist ein Foto zu sehen was Beine ohne Körper zeigt und auf dem Foto kurz darauf nicht mehr. Auch eine Gruppe”ghosthunter” hier aus Norwegen hat sich auf die Lauer gelegt und auch irgendwelche Zeichen gefunden. Wer weiß wer weiß? Wir haben bei unseren bisherigen  Besuchen  zumindest nichts gemerkt!

 

Fazit

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, es ist wirklich interessant die alten Räume und Gänge zu erkunden, die Geschichte dahinter zu erfahren. Für uns als Deutsche ist immer ein etwas merkwürdiges Gefühl. Die Norweger sehen den Kampf um die Festung Hegra als Zeichen ihres Widerstandes gegen die Deutschen und sind stolz auf die Männer und Frau die dort 25 Tage Widerstand leisteten!

Unterschriften vom jetzigen König und seinem Vater , vom Besuch 1965 und 1991

Öffnungszeiten:

24 Stunden geöffnet , geschlossen im Winter

Eintritt frei

Öffnungszeiten Cafe:

Mittwoch: 15.00 – 20.00
Donnerstag – Samstag 11.00 – 16.00
Sonntag: 11.00 – 17.00

Führungen: Samstags und Sonntag  12.00 Uhr und 14.30 Uhr vom 21.05.18 – 09.09.18

Sonstige Zeiten nach Absprache: Telefon 0047 466 35 844

Preis: 80 NOK Erwachsener

40 NOK Kinder, Rentner, Studenten

800 NOK Gruppen bis 15 Personen, danach jede extra Person 40 NOK

 

 

 

 

14 Kommentare

  1. Liebe Ina,

    mich fasziniert ja immer an historischen Orten, wie die Natur sich das Gebiet wieder zurück erobert. Das verleiht dem Ganzen noch etwas mehr Geschichte. Mir würde diese Art der Besichtigung auch gefallen. Das wird einfach mal im Hinterkopf behalten. Lieben Dank, dass du so einen tollen Einblick gewährt hast.

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Eine faszinierende Geschichte, die ihr hier erzählt. Schade, dass ich von der Festung nichts wusste, als ich in Norwegen war. Sonst hätte ich sie besucht.

  3. Deine Tips hier sind immer so toll. Diese Festung wäre auch etwas, was ich unbedingt ansehen würde. Ich MUSS jetzt unbedingt mal nach Norwegen.

    Viele liebe Grüße an Dich
    Sandra

  4. Das sieht ja mal interessant aus. Ich mag solche Orte die so viel Geschichte in sich tragen, aber von außen kaum zu erkennen sind, weil die Natur sie zurück erobert.
    Das würde ich mir auf jeden Fall auch einmal anschauen. 🙂

    LG Pierre von Milk&Sugar

  5. ich habe es schon als Kind geliebt mir solche geschichtsträchtigen Orte anzuschauen! einfach wahnsinnig spannend … und gerade als Kind kann man sich eben noch sehr lebhaft vorstellen, wie das vor vielen, vielen Jahren wohl mal war dort zu leben 🙂

    sicher ein toller Erlebnisausflug zu Hegra-Festung!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  6. Schöner Bericht, gerne gelesen. Also spuken da nur zwei Beine rum? Vielleicht suchen die den Torso? Wir haben hier in Österreich eine weiße Frau ohne Beine in Tirol. Vielleicht sollte man die zwei Gespenster mal zusammen bringen? :-)))

  7. Ich finde historische Orte immer sehr faszinierend, wobei diese oft auch etwas bedrückendes für mich haben. Ich bin da wohl sehr feinfühlig und spüre auch den Schmerz der oft an diesen Orten hängt. Wie immer ein interessanter und schöner Beitrag!

    Liebe Grüße
    Verena

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