Reise mit der Transibirischen Eisenbahn Teil 4 Irkutsk-Wladiwostok

So ging es also am 12.7.18 mit 2 Stunden Verspätung von Irkutsk los. Unsere zweite Etappe mit dem Zug diesmal 4103 km 3 Tage und 4 Nächte im Zug. Mit dem Zug Nr.100 und man sagt, das umso höher die Zugnummer, desto schlechter wird die Qualität des Zuges. Tja so ähnlich können wir das bestätigen, aber eher nicht die Ausstattung des Zuges oder das Material des Zuges, weil das war eigentlich ganz gut,sondern eher die Zugbegleiter,die prowodnik/prowodniza, die in diesem Waggon eher von der Servicefernen lustlosen Welt waren, dazu später mehr.

Das sind nicht die beschriebenen Damen im Beitrag, sondern ganz ganz Nette aus einem anderem Zug.

Zum praktischen Ablauf einer Reise mit der transsibirischen Eisenbahn

Unser Abteil in der Glaskugel

Da immer wieder gerne gefragt wie es praktisch so abläuft in der transsibirischen Eisenbahn,mal ein paar Worte dazu.Nachdem man seinen Waggon gefunden, man kann nur ein seinen Waggon einsteigen, zeigt man sein Ticket und seinen Reisepass den Zugbegleitern, wenn alles in Ordnung ist darf man dann einsteigen. Wir hatten E-Tickets, die meist gar nicht angeschaut wurden, es waren nur die Pässe interessant,einmal wollten sie die Ticket sehen,dazu gibt es eine eigentlich tolle Handy App der Russischen Bahn,  die da irgendwie nicht ging und für den Fall ist es zu empfehlen die E-Tickets einfach auszudrucken, damit man sie verfügbar hat.

Wenn man sein Abteil gefunden hat, verstaut man erstmal sein Gepäck, selbst der Buggy denn wir mit hatten war immer gut unterzubringen im Abteil. Man hat unter den Bänken 2 Kästen, wo man gerne auch die kostbareren Sachen unterbringt ,da man da Nachts drauf schläft,also keine Angst vor Diebstahl haben muss, es sei denn man schläft so tief das man weggetragen werden kann. Dazu ist noch mehr Platz unter den Bänken unten ,sowie Platz über der Tür zum Verstauen von Gepäck.

Danach bekommt man dann seine Bettwäsche und Handtuch ausgehändigt und darf sein Bett beziehen.

Soviel zum Praktischen am Anfang der Reise später gibt es noch mehr Infos dazu.

Unsere Reise mit der Transibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok

Unser Nachbar im Abteil war bis Chita, am nächsten Tag, ein älterer Chinese der zu einer chinesischen Reisegruppe gehörte.Ganz ohne Englisch Kenntnisse, typisch asiatisch höflich und sehr nett,vor allem die kleinste Maus mochte er und sie ihn auch.

Später stieg dann eine nette russische Oma, Nathalia,  die sich auf englisch versuchte und es total spannend fand was wir da machen.

Irgendwie funktionierte die Klimaanlage nicht richtig und es war ziemlich warm vor allem Nachts, später fanden wir dann raus an was es lag, da war nämlich ein Tuch in die Lüftung gestopft und somit konnte gar keine kalte Luft reinströmen. Das war etwas merkwürdig, weil nach der 2. Nacht wurde das Tuch von der Schaffnerin entfernt und es war angenehm kühl wie es sein sollte.Wir fanden nicht her raus warum die Klimaanlage abgedeckt wurde und zwar nicht nur bei uns, sondern die Tücher wurden aus allen Abteilen geräumt. Das sind so die vielen Kleinigkeiten die uns begegneten und die wir nicht lösen konnten. In dem Zug tropfte es auch von der Decke auf der Toilette.

Die Zugbegleiterinnen in diesem Zug waren schon sehr speziell und hatten glaube ich, nicht wirklich Lust auf diesen Job und waren von Service und Freundlichkeit ziemlich weit entfernt. Einmal am Tag wird immer der Zug gesaugt und gewischt und die Damen in dem Zug legten diese Reinlichkeit immer auf die Abendstunden,also sprich nach 22.00 Uhr, keine Ahnung warum, wahrscheinlich richteten sie sich noch der an Bord geltenden Moskauer Zeit und da war es ja erst Nachmittags. Allerdings schliefen wir bzw.die Kinder in der Regel ja zu dieser Zeit schon. Sie war aber weder von uns noch von anderen Reisenden davon abzuhalten den Zug Spätabends zu putzen und das wirklich an allen Tagen im Zug. In allen anderen Zügen geschah das zu ganz normalen Zeiten am Vormittag oder Nachmittag. Um es positiv zu sehen der Zug wurde auf jeden Fall geputzt.

Solche alten Loks stehen auf vielen Bahnhöfen

Die Strecke der transsibirischen Eisenbahn führt wieder durch endlose Birkenwälder vorbei an kleinen russischen Dörfern, entlang an Flüssen und es machte wieder unglaublich viel Freude die Weite des Landes zu sehen.

Am ersten Tag im Zug merkte ich schon das die kleine Maus sich wohl angesteckt hatte bei mir und so bekam sie ordentlich Fieber und fieberte fröhlich vor sich hin , was natürlich doof war das es auch noch so warm war im Abteil, durch die anfangs nicht funktionierenden Klimaanlage. Aber das Schöne ist ja das man einfach liegen bleiben konnte im Bett, sich ausruhen und einfach kuscheln ohne Ende und Stillen, Stillen, Stillen stand auf dem Programm. Es wurde dann auch schon bald besser, als wir an kamen in Wladiwostock ging es ihr schon wieder viel besser, zumindest vorerst war sie fieberfrei.

Am 15.7. kamen wir zeitig am Morgen also nach 9822 km quer durch Russland in der östlichsten Stadt des Landes Wladiwostok an nach 9288 km mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland!

Da waren sie geschafft die 9288 km der Transsib

 

Bahnhof Wladiwostock

So hatten wir also 9288 km auf Schienen zurückgelegt und auch gut die Hälfte der Zeit war schon herum. Ein einzigartiges Erlebnis, ich empfehle allen die so oft sagen: Das möchte ich auch mal machen irgendwann: Macht es einfach, schiebt eure Träume nicht immer soweit vor euch! Meine Mama hatte auch immer gesagt , wenn ich mal Rentnerin bin dann , ja dann mache ich eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn, tja und wie so oft kam es nicht mehr dazu.

Was sind eure Träume was Reisen angeht? Schreibt es gerne in den Kommentaren.

4 Wochen mit der Transibirischen Eisenbahn ein kurzes Statement

Unsere Reise mit Kindern in der Transsibirischen Eisenbahn -Rückblick Teil 1

Unsere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn Teil 2

 

5 Tage in Irkutsk Reisebericht Teil 3

 

19 Kommentare

  1. Liebe Ina und lieber Nico,

    ich kann Euch nur zustimmen; denn alle Träume und Wünsche ins Rentenalter aufzuschieben, bringt nichts. Man sollte diese Dinge jetzt machen, wo man fit ist; denn man weiß ja nie, was auf einen zukommt. Euren Trip finde ich echt super spannend und zudem auch, dass ihr das Ganze mit 4 Kindern macht. Viele haben ja auch Angst solche Abenteuer mit den Kindern zu unternehmen.

    Tolle Sache!

    Liebst, Elisa

  2. So eine Zugreise habe ich wirklich noch nie gemacht. Finde ich total spannend 🙂 Meine Eltern sind ein wenig in Sri Lanka gefahren und schwärmten total. Es ist einfach auch mal was ganz anderes 🙂 Vielleicht komme ich ja auch noch dazu. Mein Mann ist Russe und seither waren wir nur in St. Petersburg. Es gibt also noch viel zu sehen!

    Liebe Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

  3. Zunächst einmal Respekt, dass ihr mit euren Kids auf so eine weite Reise geht. Reisen mit Kindern ist ja nicht immer das enspannteste (zumindest war es das für meine Eltern nie 😉 )
    Mir gefällt euer Bericht, das es sich hier nicht um diese typischen “weißer Strand und All-Inclusive”-Artikel handelt.

    Meine eigenen Reiseziele habe ich mir trotzt meines jungen Alters nahezu schon alle erfüllt. Aber es findet sich immer ein weißer Fleck auf der Landkarte. 😀

  4. Nichts aufschieben – das sage ich auch immer! Haben wir auch nie getan, sondern egal ob mit Kind oder ohne, uns unsere Reisewünsche auch erfüllt. Die Reiselust haben wir dann auch glatt an die nächste Generation weitergegeben 🙂
    Ein interessanter Beitrag! Weckt direkt Erinnerungen an eine Reise mit dem Zug nach Moskau vor mehr als 35 Jahren. Damals gab es in jedem Abteil eine/n “Diensthabende/n Schaffner/in”, der Tee bereitet hat und irgendwie für alles zuständig war. “Dejurnui” oder “Dejurnaja” nannten sie sich. Ach ja, ist lange her …. danke für Deinen Bericht!

  5. Liebe Ina,

    hab ich einen riesen Respekt vor eurem Abenteuer. Das Ganze dann auch noch mit zwei Kindern zu bewältigen, Hut ab. Mir wäre schon die Nummer mit dem Servicepersonal auf den Geist gegangen. Andererseits sind es gerade auch diese Erlebnisse, die eine Reise lebendig halten. Denn man kann sich dann auch auf die ganzen schönen Ereignisse konzentrieren. Und recht hast du. Träume müssen verwirklicht werden, solange es geistig und körperlich noch geht.

    Liebe Grüße,
    Mo

  6. Oh das sind ja wirklich imposante Bilder!
    Ich weiß gar nicht, wovon ich in punkto Reisen träume… ich will einfach alles auf mich zukommen lassen und jedes Jahr in das Land reisen, das mich gerade reizt – und auf keinen Fall irgendwas aufschieben bis ich ZU alt dafür bin 😉

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    1. Das ist schön das du das so siehst und da bin ich auf deine weiteren Berichte gespannt, welche Länder und Ziele dich dann reizen.

      Lg Ina

  7. ich finde das ist ein ganz wunderbarer Ansatz, sich seine Träume bei Zeiten zu erfüllen – und nicht erst, wenn es möglicherweise schon zu spät ist!

    und ich finde es auch einfach genial, dass ihr das genauso umsetzt – mit allen Pannen, die eben auch passieren können 🙂
    3 Tage und 4 Nächte in einer Eisenbahn zu verbringen, das ist schon ein echtes Erlebnis wie es ausschaut!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Steht ja schon so einiges in den Berichten was man im Zug macht: Essen, schlafen, spielen, reden bzw. wie man es nennt wenn man nicht die selbe Sprache spricht, auf längeren Stopps die Beine vertreten, aus dem Fenster schauen, lesen, Film/Serien schauen,einfach nichts tun!

      LG Ina

  8. Einer meiner Traüme ist das ich mit einer Jacht, das Mittelmeer erkunde. Von Zypern bis nach Portugal. So etwas währe schwer und würde sehr lange dauern. Aber darauf arbeite ich hinaus. Hast du schon etwas Ähnliches gemacht?

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