Mit der Transsib von Wladiwostok nach Ulan-Ude Teil 6

Unsere Reise mit Kinder in der Transib Teil 6

Nun hieß es also wieder Zug fahren, diesmal 3648 km , 2 Tage, 3 Nächte im Zug 001, sozusagen dem besten Zug, der Zug mit Namen:” Rossija” , inzwischen ist das glaube nicht mehr ganz so extrem mit den verschieden Zugnummer und das die niedrigen die besseren sind. Vorteil im Rossija war, das es im Abteil Steckdosen gibt, nicht nur im Gang. Sonst wirkten vor allem die Zugbegleiter sehr engagiert und auch extra gepflegt und schick, sie trugen immer alle Mütze oder Käppi , wenn sie an den Bahnhöfen waren und auch sonst waren sie immer sehr um ihre Schützlinge in “ihren” Waggons bedacht, da gabs immer noch mal eine extra Erinnerung wie lange man auf dem Bahnhof hielt usw. Auch waren sie sehr freundlich wenn man mal wieder wie unsere Kinder extra Dreck im Abteil machte, tja so ein Antistress Ball hat eine ganze Menge Füllung in sich, wenn man ihn kaputt macht, da war der Abteil Teppich plötzlich ganz weiß gepudert. Wurde mit einem Lächeln einfach weggemacht.

Auch ein  Unterschied zu den anderen Zügen: Es stand Raumspray auf der Toilette! Es waren auch wieder moderne Toiletten, d.h. bei anderen Zügen ist es noch so, dass der Inhalt von der Toilette direkt auf die Schienen fiel, hat mich wirklich an Kindheitstage erinnert! Bei solchen Toiletten ist es dann so , das man vor und während des Halt auf großen Bahnhöfe nicht auf die Toilette gehen kann, da sie zugeschlossen werden. Die Schließzeiten stehen jeweils an den Toilettentüren dran.

Sehr enttäuscht waren wir allerdings von Zugrestaurant in diesem Zug. Nicht nur das typische Fehlen von Service, wie in Russland so häufig erlebt, es gibt aber auch Ausnahmen, sondern auch das einfache Wünsche wie Pommes nicht möglich waren, stand zwar auf der Karte, gab es aber nicht.  Da haben wir in anderen Züge viel bessere Restaurants erlebt. Auch fehlte mir in dem Zug das die Leute aus dem Restaurant mit Essen durch den Zug gingen, wie Piroggen oder andere kleinere leckere Snacks.

Zum Essen und Trinken in der Transsib

Die meisten sind Selbstversorger im Zug, sprich es wird mit Unmengen an Reiseproviant in die Züge gestiegen. Bei uns wurde es von Zug zu Zug immer weniger, da wir uns lieber unterwegs Sachen kauften und für es auch an den Bahnhöfen, ja selbst im Zug sehr,sehr günstig war, trotzdem es natürlich um einiges teurer ist, wie in normalen Supermärkten oder von zu Hause mitzubringen. Das unterscheidet die Einheimischen und Touristen. So ist auch im Speisewagen selten ein Einheimischer anzutreffen, sondern eher die Touristen. Für uns war ein Essen im Zugrestaurant immer ein günstiges Erlebnis, gerade wenn wir unsere norwegischen Preise damit vergleichen.

Was isst man so im Zug?

Neben Brot, Wurst, Käse, Eiern, Obst , Gemüse usw. ist eines der Hauptnahrungsmittel in der Transsib: Instantgerichte, die man einfach mit heißem Wasser zubereiten kann, denn in jedem Waggon in der Transsibirischen Eisenbahn befindet sich  ein Samowar, also ein Heißwasserbereiter, der mit Kohle betrieben wird. Damit kann man sich also jederzeit heiße Getränke wie Tee oder Kaffee machen oder aber auch Kartoffelbrei oder Instantnudelgerichte. Ich selbst habe es die ganze Reise ohne diese Produkte geschafft, da man mich damit jagen kann, aber die anderen haben sie ausgiebig gegessen.

Ein typischer Samowar in der Transib

Eine weitere Möglichkeit sich zu versorgen auf der Reise sind kleine Kioske an den Bahnhöfen oder auch etwas grössere Läden oder auch Cafes.

Ein Kiosk an einem Bahnhof

Ein typischer kleiner Kiosk, wie man sieht: klein, vollgestopft, nur ein kleines Fenster, viele Leute die auch was wollen, dazu nicht viel Zeit und Kommunikationsschwierigkeiten, ja da wird es zum Abenteuer was man dann Schlussendlich bekommt! Meist habe ich diese Einkäufe übernommen, da ich wenigstens etwas Russisch konnte, Nico hat es dann auch einmal übernommen und bekam dann am Ende des Einkaufs einen Lolli geschenkt, sicher als Trost oder aus Mitleid, da er sich so schwer tat oder war es doch eher ein Anbaggerversuch, das streitet er aber vehement ab.

Wir sind aber auf jeden Fall nicht verhungert! Es gibt auch immer was im Zug bei den Schaffnern zu kaufen, wie Getränke oder diese Instantprodukte.

Ein kleiner Laden auf einem Bahnhof 

Eine weitere Möglichkeit sich zu versorgen und eigentlich die ich am meisten mochte , waren die Bahnhöfe wo es noch Babuschkas, also Omas, gibt. Die dort Sachen verkaufen, entweder sie gehen den Zug entlang, manche mit umgebauten Kinderwägen, Bauchläden oder einfach so mit Kartons und Tüten, es sind auch gar nicht mehr nur Babuschkas, sondern ebenso Männer, junge Frauen oder Kinder/Jugendlich die dort Sachen anbieten. Da konnte man von Beeren, über Äpfel, Gemüse wie Tomaten, Gurken, ja sogar Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter, alles kaufen was der Garten gerade hergibt. Oder auch Piroggen, Kuchen, Pudding, gekochte Kartoffeln, gebratene Hähnchen, gekochte Eier oder unser Favorit geräucherter Fisch!

Manchmal waren auch kleine Märkte vor den Bahnhöfen! Die Kinder liebten es Blaubeeren, Himbeeren oder Brombeeren zu kaufen und zu essen. Leider gibt es diese Möglichkeiten nicht mehr so häufig, aber wenn dann unbedingt zu schlagen und gerne verhandeln bzw. ganz genau gucken was die Einheimischen bezahlen, damit man keinen Touristenaufschlag bezahlt.

Ein kleiner Obst und Gemüsemarkt vor einem Bahnhof

Oft teilt man sein Essen im Zug einfach, gerade die Kinder bekommen überall Sachen zugesteckt, vor allem was Süßes, das dann meist bei uns landete, da unsere zwei die mit waren, nicht alles essen und gerade bei Schokolade sehr,sehr wählerisch sind und da wirklich nur wenig essen und die Russischen Süßigkeiten nicht wirklich ihr Fall waren. Wir haben dann immer auch für die mitfahrenden Kindern ein Eis gekauft oder extra Beeren, es ist ein wirkliches Miteinander im Zug, man wächst in dieser kurzen Zeit  in der Transsib doch sehr zusammen.

Die Fahrt bis Ulan-Ude mit der Transsib

 

Wir hatten wieder eine angenehme ,recht ruhige Begleitung im Abteil. Sie tat mir fast etwas Leid, da die kleine Maus immer noch so angeschlagen war und sehr,sehr quackig und weinerlich. Ein Abend ging es ihr so gar nicht gut und sie weinte sehr viel, das sogar der Zugbegleiter kam u. fragte ob wir einen врач, also einen Arzt bräuchten, sehr fürsorglich, aber das brauchten wir nicht, da war sie nur sehr müde und fiebrig gleichzeitig, ihr Fiebersaft wirkte gut und nach dieser Nacht war sie auch deutlich auf dem Weg der Besserung! Bis auf die kranke Maus, die auch gar nicht viel spielte im Zug, war es eine angenehme Fahrt. Mit stundenlangem aus dem Fenster schauen und kuscheln mit der Kleinsten. Die Zeit ging auch wieder sehr schnell um, man denkt es wirklich nicht, aber irgendwie ist man dann doch schneller da wie man es sich vorstellt.

So kamen wir am 21.7.18, wie immer auf die Minute pünktlich in der Hauptstadt Burjatiens : Ulan-Ude an. 

Reisebericht Teil 5 Wladiwostok

Reise mit der Transibirischen Eisenbahn Teil 4 Irkutsk-Wladiwostok

 

5 Tage in Irkutsk Reisebericht Teil 3

 

Unsere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn Teil 2

 

14 Kommentare

  1. Oh man, das ist ja eine lange Zugfahrt. Ich glaub das ist mit Kindern nicht ganz leicht und dann auch noch die Kommunikation auf Russisch. Ich habe damals mit meinen Eltern eine ähnliche Zugfahrt gehabt, allerdings in einem alten Zug, das war schon sehr ungewohnt.

    Liebe Grüße
    Fio

    1. Wenn man sich auf so eine lange Fahrt einstellt, dann wird man automatisch ruhiger. Es ging uns ja weniger um das Ankommen, als um die Reise selber. Hunger hatte ich nie. Im gegenteil, ich hatte die meiste Zeit Völlegefühle. 🙂
      LG Nico

  2. wow, das ist wirklich eine ordentlich Strecke, die ihr da am Stück zurückgelegt habt! Hut ab!!! ein bissel erinnert mich das an diverse Langstrecken-Busfahrten, die ich Nepal unternommen habe … war natürlich nicht so modern, aber auch da gab es an den Haltestellen Kioske und Verkäufer mit frischen Obst 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  3. Ein sehr spannender Beitrag zum Lesen – eine mal etwas andere Reise. 🙂 Vor allem die ganzen Kioske sehen ja richtig niedlich aus.

    Liebe Grüße
    Lisa

  4. Wow was für tolle Eindrücke! Dafür würde ich die lange Zugfahrt wohl auch in Kauf nehmen. Erst vor Kurzem habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, ob es überhaut noch Züge gibt, wo der Toiletteninhalt auf die Gleise gespült wird 😀
    Ich hoffe, dass es der Kleinen schnell besser ging 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  5. Ich verfolge ja eure Beiträge rund um die Reise mit der Transsib und bin immer noch völlig fasziniert davon, was für eine irre Strecke das doch ist. Interessant finde ich auch die Essensmöglichkeiten.
    Toll finde ich auch, dass ihr die Möglichkeit eines Arztes gehabt hättet. Da fühlt man sich mit Sicherheit besser.

    Liebe Grüße,

    Mo

    1. Ein Arzt ist jetzt nicht im Zug, sondern er hätte angerufen und am nächsten Bahnhof wäre dann einer gekommen. Wir brauchten dann ja zum Glück keinen.

      LG Ina

  6. Liebe Ina,
    Die Babuschkas und Märkte wären mir auch die liebste Quelle zum Selbstversorgen. In den Fernbussen in Südamerika gibts die auch – entsprechend. Da bekommt man leckeres frisches regionales Essen – millionenfach besser als Konserven.
    Liebe Grüße
    Angela

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