Schulterblick: Schlangenshooting mit Hindernissen

Vor ein paar Tagen hatte ich das Glück mal eine lebende Schlange fotografieren zu können. Der Schlangenhalter wollte gerne ein paar schöne Aufnahmen von dem Tier und hatte eigentlich auch recht klare Vorstellungen. Es sollten ein paar Portraitaufnahmen werden und ich sollte die Zeichnungen des Tieres hervorheben. Allerdings kam es völlig anders und ich war froh das ich mit darktable noch mal die Kurve gekriegt habe.

Ich hatte vor vielen Jahren schon mal mit Schlangen zu tun und hatte mir vor dem Shooting schon ein paar Gedanken gemacht. Ich wollte mit Unschärfe spielen und natürlich mit Farbkontrasten. Ich hatte mir extra ein paar Objektive mit großer Offenblende eingepackt. Außerdem nahm ich noch einen großen Reflektor mit und sogar mein Stativ, was aber völlig nutzlos war.

Schlangen, so hatte ich das zumindest in Erinnerung, liegen den ganzen Tag nur rum. Es sei denn es gibt Futter, denn dann können sie sich blitzschnell bewegen. Danach wird wieder nur rumgelegen. Ich hätte nie gedacht, das eine Schlange auch mal aufgeregt sein kann. Diese jedenfalls war es.

Sie wollte das Terrarium offensichtlich gar nicht verlassen. Als sie dann draußen war, wirkte sie richtig neugierig. Vielleicht fühlte sie sich auch unwohl, so genau war das nicht zu erkennen. Jedenfalls war die Schlange permanent in Bewegung. Nicht wirklich schnell und auch nicht aggressiv, aber sie kam nicht ein mal eine Sekunde zur Ruhe.

Erschwerend kam hinzu, das mir viel zu wenig Licht zur Verfügung stand. Ich wollte auf keinem Fall das Tier anblitzen. Sowas mache ich generell nicht! Doch die normale Zimmerbeleuchtung reichte einfach nicht aus. Der Raum hatte zwar große Fenster, aber an dem Tag regnete es sehr stark und somit konnte diese Lichtquelle auch vergessen. Der Reflektor hat zwar die Situation ein wenig verbessert, aber nicht vorhandenes Licht kann er schlecht reflektieren.

Trotz einer Offenblende von 1.7 und einem ISO-Wert von 800 (höher wollte ich wegen der Bildqualität nicht gehen) Kam ich nur auf eine Verschlusszeit von 1/60 Sekunde. Damit kann man zwar die Kamera problemlos ruhig halten, aber die Schlange war auf dem Bildern stark verschwommen. Zusätzlich zu dieser Bewegungsunschärfe kam noch das Problem mit dem Fokus.

Bei einer so weit geöffneten Blende muss man mit einer sehr kleinen Tiefenschärfe leben. Der Schärfebereich ist nur vielleicht nur 2 cm breit, doch der Kopf der Schlange bewegt sich recht schnell um einiges weiter. Sobald ich den Kopf der Schlange scharf gestellt hatte, war er schon wieder ganz wo anders.

Es war hoffnungslos. Wir hatten es eine ganze Weile versucht, aber die Schlange wurde nicht ruhiger. Doch dann kam mir die Idee, nicht die Schlange, sondern den Halter in den Vordergrund zu stellen. Die Schlange muss dann nicht unbedingt scharf sein und es ist auch nicht ganz so schlimm, wenn der Kopf nicht mit auf dem Foto ist.

Peoplefotografie gehört für mich zu den schwierigsten Genre in der Fotografie. Meine Erfahrungen hier sind nicht mal erwähnenswert. Zum einen mag ich es nicht Leute herum zu kommentieren, zum anderen kann man hier sehr viel falsch machen, was das Model dann in einem völlig falschen Licht dastehen lässt (Das Wortspiel ist mir aber gelungen).

Ich beobachtet jetzt einfach die Schlange, wie sie sich auf ihrem Halter herumschlängelte. So brauchte ich nur noch entspannt zu warten, bis sich ein interessantes Motiv ergab. 

So wurde aus einem Schlangenshooting ein spontanes Homeshooting. Die Bilder sind nicht so schlecht, doch wirklich interessant wurden sie erst nach der Bearbeitung mit darktable, denn damit konnte ich noch so Einiges retten.

In den nächsten beiden Beiträgen werde ich wieder beschreiben, wie ich zwei dieser Bilder bearbeitete. 

Neue Kategorie: darktable

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