Fotografieren in Museen oder Ausstellungen

Neulich waren wir auf der Moritzburg und besuchten die Ausstellung zu “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Es ist schon eine Weile her, dass ich in solchen Situationen fotografierte und recht schnell stieß ich auf einige Herausforderungen. Doch mit wenigen Tricks wird das Fotografieren in Museen oder in Ausstellungen zum Kinderspiel.

Keine fotografische Meisterleistung, aber eine schöne Erinnerung.

Rechtliches

Die allererste Hürde ist vermutlich auch die Nervigste. Darf man im Museum fotografieren? Ja! Zumindest dort wo es nicht untersagt ist. In einigen Museen ist es nicht erlaubt, dass muss man akzeptieren, denn wenn man das Mesum betritt akzeptiert man auch automatisch die AGB, also die Hausregeln. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man einfach das Personal fragen. In einigen Ausstellungen, oder auch Kirchen, kann man auch eine Lizenz zum Fotografieren kaufen. Gegen einen kleinen Betrag hat man dann die Erlaubnis zu Knipsen wie man will.

Naturkundemuseum in Berlin

In vielen Museen oder auch Ausstellungen aber auch in Kirchen ist das Fotografieren mit Blitz untersagt. Ein Punkt den man absolut nachvollziehen kann. Viele Besucher möchten die Exponate in Ruhe bestaunen, da würden die Blitze doch eher stören. Es ist schlimm genug, dass man ständig ein Handy vors Gesicht gehalten bekommt, wenn das dann noch ständig blitzt, ist das schon recht nervig. Also lieber etwas Rücksicht nehmen und den Blitz abschalten. Einige Museen behaupten sogar, dass das Blitzlicht die Exponate schädigen könnte.  

Freilichtmuseum in Trondheim

Ebenfalls untersagt sind vielerorts die Selfie Sticks. Man kann wirklich kreative Sachen mit so einem Stick anstellen und es überrascht mich immer wieder, wie einige damit umzugehen wissen.  Doch überall dort wo die Population von Menschen etwas höher ist als normal, sollte man nicht mit so einem Ding rumfuchteln. Das sollte eigentlich klar sein, doch irgendwie gibt es immer wieder Leute die das wohl nicht begreifen wollen. So ein Selfie Stick macht einem nicht automatisch zu Zorro und es könnte Menschen verletzt oder Exponate beschädigt werden. Also verzichtet man halt einfach darauf. Das gleiche gilt übrigens auch für Stative.

Das Licht

Hat man die erste Hüde gemeistert und es ist tatsächlich erlaubt zu fotografieren, steht man schon auch schon wieder vor der nächsten Herausforderung. Das Licht in solchen Ausstellungen ist nämlich meistens viel zu knapp und die Lichttemperatur wechselt auch irgendwie ständig.

Blitzen geht also nicht und so muss man einfach mit dem wenigen Licht zurecht kommen. Um hier zu recht zu kommen muss man die Blende weit öffnen. Das bedeutet zwar das die Tiefenschärfe sehr gering ausfallen wird und deshalb einige Exponate nicht durchgehend scharf abgelichtet werden können, aber man bekommt so mehr Licht auf den Sensor.

Bei Blende f/2.2 wurde der König einigermaßen scharf abgelichtet, wären die Königin sich schon im Unschärfebereich befindet.

Wenn das Öffnen der Blende noch nicht ausreicht und die Verschlusszeit immer noch zu lang ist, so das man nicht ohne zu verwackeln fotografieren kann, dann muss man den ISO-Wert erhöhen. Da sich die Lichtverhältnisse bei jeden Exponat ändern, empfiehlt sich hier die ISO-Automatik. Durch ist man wesentlich flexibler und muss nicht jedes mal die Einstellungen korrigieren. Natürlich fangen die Bilder dann zu rauschen. Gerade bei hohen ISO-Werten wird das sehr schnell sichtbar. Das macht aber nichts, denn hier sollte man sich einfach über den Verwendungszweck klar ein. Die Bilder die man bei so einer Ausstellung macht, hängt man sich doch in der Regel nicht im Großformat an die Wand. Solche Bilder macht man doch entweder zur Dokumentation oder zur Erinnerung. Die allermeisten Bilder landen in den Sozialen Netzwerken, wo sie dann meist auf dem Handy angeschaut werden. Da fällt das Rauschen gar nicht auf, man sieht es nicht einmal. Also konzentriert man sich lieber auf den Bildaufbau und auf das Motiv und nimmt halt ein wenig Rauschen in Kauf.

Der Fotograf im Louvre. Das Bild ist stark verrauscht und auf Grund der recht langen Verschlusszeit etwas unscharf.

Das nächste Problem ist der Weißabgleich. Neben der normalen Deckenbeleuchtung werden viele Ausstellungsstücke noch mit Spots angestrahlt. Gelegentlich fällt auch noch etwas Tageslicht durch ein Fenster und somit haben wir gleich mehrere Lichtquellen mit unterschiedlicher Farbtemperatur. Die Kamera ist in der Regel damit total überfordert. Wer in Jpeg fotografiert muss hier für jedes Bild den Weißabgleich neu einstellen. Einfacher ist es jedoch hier in RAW zufotografieren, denn dann kann man den Weißabgleich einfach später in der Bearbeitung anpassen.

Grünstich. Hier hatte die Kamera deutliche Probleme, den Weißabgleich richtig einzustellen.
Nach einer Korrektur der des Weißabgleiches kommen die Farben im Bild wieder zur Geltung

Viele Leute

Das Ziel sollte es sein schöne und ästhetische Bilder zu machen. Egal ob es nur Erinnerungsbilder oder Bilder für den Blog sind, die Bilder sollten sehenswert sein. Leider ist das oft gar nicht so einfach möglich, denn überall stehen Leute rum und versperren uns die Sicht. Was macht man wenn ständig jemand im Weg steht? Ganz einfach Ruhe bewahren! Man kann sich einfach auf das konzentrieren, was möglich ist. Oft entdeckt man so Details, an denen viele Leute vorbeieilen. Wenn man geduldig ist ergattert man bestimmt auch irgendwann einen Platz, von dem man das Motiv besser ablichten kann. Alternativ könnte man eine längere Brennweite wählen und einen engeren Bildausschnitt wählen.

Sie sind überall. Gerade an solchen Touristenmagneten wird es schwierig ungestört zu fotografieren.

So ein Museumsbesuch sollte Spaß machen, man sollte etwas dabei lernen oder inspiriert werden. Auf keinen Fall sollte man sich damit stressen. Wenn ich ein bestimmtes Foto nicht machen kann, dann mache ich es nicht. Wenn man aber unbedingt in Ruhe fotografieren will, sollte nicht unbedingt zu den Stoßzeiten die Ausstellung oder das Museum besuchen, sondern einen Zeitpunkt wählen an dem erfahrungsgemäß nur sehr wenige Besucher anwesend sein werden. Auch hier kann man sich einfach beim Veranstalter Informieren.

Oft sind es die kleinen Details, an die man sich erinnert.

Fazit

Es ist also gar nicht so schwer schöne Bilder beim fotografieren in Museen zu machen. Ein paar Herausforderungen in der Fotografie sind immer gut, denn dabei lernt man immer wieder etwas neues. 

An die Ausrüstung  wird auch keine besonderen Anforderungen gestellt. Ein lichtstarkes Objektiv ist hier sicher von Vorteil, aber selbst das Kit-Objektiv ist hier mal wieder problemlos einsetzbar.

Doch sollte man bei der ganzen Knipserei nicht vergessen, den Aufenthalt auch zu genießen. Schaut man nur durch das Objektiv läuft man schnell Gefahr, dass man gar nicht soviel von allem mitbekommt.

Panoramafreiheit – Was darf man eigentlich alles fotografieren?

Quicktipp: Immer mit der Ruhe!

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel- Ausstellung Schloss Moritzburg

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