Nikolaivorstadt Görlitz

Wir möchten euch natürlich unsere neue Stadt genauer vorstellen und da fangen wir doch am besten mit dem Viertel an in dem wir wohnen: Der Nikolaivorstadt Görlitz!

Das Viertel wählten wir, weil es zentral liegt und doch sehr ruhig. Wir haben es vor unserem Umzug gar nicht gesehen,sondern uns nur per Internet schlau gemacht und ja es ist genau so wie wir uns das vorstellten. Absolut ruhig und doch zentral, die Altstadt erreichen wir in kürzester Zeit zu Fuß. Dazu ist es einfach ein bezauberndes Viertel,lauter tolle Häuser, die meisten saniert auch mit Hilfe der Altstadtmillionen. 

Die Strassen mit Kopfsteinpflaster, sodass man sich wirklich in ganz andere Zeiten zurück versetzt fühlt.

 Nikolaivorstadt Görlitz Geschichtliches

Das Viertel ist sozusagen die Wiege von Görlitz. Im Mittelalter ließen sich die ersten Bewohner  an der Lunitz, einem heute kanalisierten Zufluss zur Neiße, nieder.

Im 12.Jahrhundert wurde die erste Kirche gebaut, die Nikolaikirche, die damit dem Viertel seinen Namen gab. 

Gar nicht ungewöhnlich das es ausgerechnet der Name Nikolai war, denn in vielen Städten Sachsens wurde zu der Zeit Nikolaikirchen gebaut, denn Nikolai ist der Schutzheilige der Kaufleute  und Reisenden und das sich gründende Görlitz war eine Siedlung an der wichtigen Handelstrasse Via Regia, die von Russland nach Spanien führt. Die Nikolaikirchen fand man immer in der Nähe von Haupthandelsstraßen.

So geht auch die Steinstraße durch das Nikolaiviertel. Das Besondere an Strassen mit dem Namen Stein ist, das sie immer die wichtigsten Strassen in Städten waren, dort gingen die Handelswege entlang und deshalb wurden die Strassen auch sehr zeitig gepflastert, was zu dem Namen Steinstraße/weg führte.

Sehenswürdigkeiten im Nikolaiviertel

Anders wie in der benachbarten Altstadt von Görlitz,sind es nicht die einzelnen Bauwerke die herausstechen,sondern das  Viertel als Ganzes, welches auch unter Denkmalschutz steht, macht die Nikolaivorstadt so besonders. Die alten Kopfsteinpflasterstrassen mit den vielen Häusern, die so hübsch anzusehen sind, lassen einen wirklich in eine andere Zeit tauchen.

Trotzdem gibt es natürlich so einige besondere Gebäude und Plätze.

Nikolaikirche mit Nikolaifriedhof

Die Nikolaikirche

Die Nikolaikirche war bis zur Weihe der Peter und Pauls Kirche, die Stadtkirche von Görlitz. Heute finden keine Gottesdienste mehr in ihr statt, es ist heute eine Gedächtnis- und Ausstellungskirche. 

Die Kirche liegt am Eingang des Nikolaifriedhof, ein barocker Bergfriedhof.Der Nikolaifriedhof wurde erstmals 1305 urkundlich erwähnt und war bis 1847 Begräbnisstätte. In den Zeiten der Pest, wurde der Friedhof ausgeweitet, sodass die vielen, vielen Pesttoten auf der sogenannten Pestwiese begraben werden konnten.

Wohlhabende  Görlitzer ließen sich Gedenkhäuser bauen, die Grufthäuser, die aus einer Gedenkhalle, Grabsteine und Wandmalereien bestehen und in der die Särge der Toten stehen. So ein Grufthaus kostete gut und gerne genauso viel Geld wie ein Wohnhaus. Es finden sich heute noch 16 Grufthäuser auf dem Friedhof. Die letzten Bestattungen in den Grufthäusern fanden bis 1950 statt, wegen bestehender Erbrechte. Auf dem Nikolaifriedhof findet man auch das Grad von Jakob Böhme, Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph.

Grabsteine auf dem Nikolaifriedhof

Heute werden auf dem Friedhof Stadtteilfeste gefeiert oder es finden auch Theatervorstellungen statt.Ich bin mal gespannt was uns da so erwartet. Das Nachglühen nach Weihnachten haben wir schon erlebt und es war wirklich toll! Bei Lagerfeuer, Musik, den letzten Glühwein der Saison trinken und die letzte Weihnachtsbratwurst essen, hatte wirklich was! Der Friedhof als Teil des Lebens, so sollte es sein, das macht die Nikolaivorstadt Görlitz ganz richtig.

 

Nikolaiturm

Der Nikolaiturm

Der 45 m hohe Turm wurde im 13.Jahrhundert in nur 1-2 Jahren gebaut und war Teil der Stadtmauer. Er gehört zu den ältesten Gebäuden im Nikolaiviertel. 1904 verließ der letzte Türmer den Turm. Heute kann man den Nikolaiturm besichtigen von April bis Dezember jeden 2. und 4. Sonnabend im Monat.

Nikolaiturm die barocke Haube bekam der Turm 1717 nach einem Stadtbrand

Nikolaizwinger

Dem Nikolaiturm gegenüber befindet sich der Nikolaizwinger. Sozusagen die Reste des Stadtmauerrings. Mit 4 Stadttürmen, 32 Basteien und großen Toranlagen schützte sie die Stadt. 1953/54 wurde der Zwinger als Gartenanlage umgestaltet.Jetzt im Winter ist er geschlossen, er öffnet dann im Frühjahr und ich bin schon gespannt ihn zu besuchen.

Finstertor

Finstertor in der Nikolaivorstadt 

Das Finstertor oder auch Armesündertor war der nördliche Zugang zur Nikolaivorstadt Görlitz. Es ist das einzige erhaltene Tor der Befestigung der Vorstädte und besaß ein Fallgatter.

Bereits 1455 wurde es als Tor bei dem Totengräber erwähnt. Armesündertor wurde es genannt, weil die verurteilten Sünder durch das Tor zur Richtstätte geführt wurden. Denn hinter dem Finstertor befand sich das Haus des Henkers. Das Haus neben dem Tor ist nämlich das Scharfrichterhaus. Das letzte erhalte Fachwerkhaus der Stadt in dem wohnte der Henker und seine Familie. 

An dem Haus kann man die Inschrift: 1666 L.S.B. lesen, welche an den Scharfrichter Lorenz Strassburger erinnert.

Ein kleines Stück hinter dem Tor befindet sich der Galgenberg, wo sich die Richtstätte befand. Dort hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt. Trotz dem dort nichts mehr an die frühere Verwendung des Platzes erinnert , ist es schon irgendwie ein merkwürdiges Gefühl , wenn man sich dort heute zum Verweilen auf die dortigen Bänke setzt und die tolle Aussicht genießt.

Irgendwie fühlt man sich hier in Görlitz wirklich wie in einem Freilichtmuseum und  vor allem eben auch in der Nikolaivorstadt. Überall sieht und spürt man direkt die Geschichte der Stadt ganz lebendig und es macht unheimlich Spaß immer und überall Neues zu entdecken.

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