Die Blende

Die Blende ist eine verstellbare Öffnung im Objektiv, mit der man die Lichtmenge regulieren kann, die auf den Sensor fällt. Ist es sehr hell kann man die Blende weiter schließen, ist eher dunkel, öffnet man sie. Man kann das mit einem Wasserhahn vergleichen. Möchte man einen Eimer mit Wasser füllen und öffnet den Hahn nur ein wenig, so muss man mit unter sehr lange warten bis er voll ist. Öffnet man den Hahn dagegen ganz, so ist der Eimer sehr schnell voll. Das ist sehr praktisch, denn möchte man eher kurze Belichtungszeiten, öffnet man einfach die Blende. Wenn es zu hell ist kann es aber passieren die Verschlusszeit zu kurz ist. Das ist zwar eher die Ausnahme aber es kommt vor. Dann schließt man die Blende so weit wie nötig.

Etwas verwirrend sind die Einstellungswerte. Eine maximal geöffnete Blende bezeichnet man als Offenblende. Eine normales Objektiv hat eine Offenblende von f/3,5. Heutzutage sieht man immer mehr Objektive mit einer Offenblende von f/1.2 und manchmal sogar weniger. Eine geschlossene Blende hat eine Blendenzahl von f/22. Fährt man das Objektiv auf seine größte Brennweite aus ist es sogar möglich die Blende bis auf f/32 zu schließen.  Das heißt also, je kleiner die Zahl desto größer die Blende und je größer die Zahl desto kleiner die Blende.

Sonne lacht nimm Blende Acht

Dieser Spruch stammt noch aus der analogen Zeit. Damals wurden die Bilder noch auf Filmstreifen gebannt und man konnte sie erst nach dem Entwickeln betrachten. Beim Entwickeln mussten man in Dunkelkammern herumstolpern und durfte an verschiedenen Chemikalien schnüffeln. Kostspielig war der Spaß dann auch noch. An sonnigen Tagen den Blendenwert f/8 zu wählen war da sicher keine schlechte Wahl. Auch heute noch haben unsere Objektive um diesen Blendenwert herum die beste Qualität. Außerdem hat man bei Blende f8.0 eine schöne durchgehende Schärfe.

Bei Mensch und Tier nimm Blende Vier

Das kommt ebenfalls noch aus der analogen Zeit und ist eigentlich immer noch gültig, denn bei einer Offenblende benötigt man eine kürzere Verschlusszeit. Menschen und Tiere sind immer leicht in Bewegung. Bei kurzen Verschlusszeiten werden die Bewegungen eingefroren und man erzielt eine bessere Schärfe. Positiver Nebeneffekt: der Hintergrund wird unscharf. Dadurch wird das Model freigestellt.

Die Schärfentiefe

Wie schon angedeutet beeinflusst die Blende auch die Schärfentiefe unserer Bilder. Mit der Schärfentiefe bestimmt man wie scharf ein Bild nach hinten, also hinter dem Motiv, ist. In der Landschaftsfotografie möchte man meist eine große Schärfe im Hintergrund. In der Portraitfotografie dagegen sehr oft nur eine geringe Tiefenschärfe. Sie ist also ein wichtiger Bestandteil in der Bildgestaltung. Je größer die Blende desto geringer die Tiefenschärfe.

Allerdings spielt hier auch der Abstand zwischen Kamera und Motiv, sowie der Abstand  zwischen Motiv und Hintergrund eine große Rolle. Möchte man einen unscharfen Hintergrund öffnet man die Blende, geht nah an das Motiv. Wenn der Hintergrund entsprechend weit entfernt ist wird er unscharf. Wie groß die Abstände sein sollen hängt sehr stark von der Blende und der Brennweite ab.

Blende F/8.0 bei 18mm Brennweite. Eine schöne Schärfentiefe wie man es sich bei solchen Bildern wünscht.

 

Blende F/5.0 bei 130mm. Der Abstand zum Motiv war hier sehr gering und die Blende recht weit geöffnet bei relativ großer Brennweite. Der Hintergrund ist komplett unscharf.

Weiter gehts mit:

Das Licht

Die Verschlusszeit

Der ISO-Wert

 

Ein Kommentar

  1. wieder eine super Zusammenfassung fpr die wichtigsten Basics 🙂
    gerade die Belnde fand ich anfangs am schwierigsten – bzw. der Umgang damit, was reguliere ich wann, wie?!

    richtig genial finde ich ja die Merksprüche 😀

    einen schönen kleinen Freitag und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

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