darktable: RAW-Entwicklung #1 Abendstimmung

RAW-Entwicklung ist kein Hexenwerk. Alles was man benötigt ist ein wenig Übung, Erfahrung und natürlich ein Programm, wie zum Beispiel darktable. Ich werde in dieser Anleitung beschreiben wie man ein RAW-Bild bearbeiten kann. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten, um ein Ziel zu erreichen und der eigene Geschmack spielt hier eine große Rolle

Wichtig ist, dass man intuitiv vorgeht. Es bringt nichts wenn man stur eine Anleitung befolgt und 1:1 alle Werte übernimmt. Auch der Einsatz von Presents oder Stile, wie man sie bei darktable nennt, machen nur Sinn, wenn man  auch in der Lage ist diese nach Bedarf anzupassen. Das Bearbeiten der Bilder und das Fotografieren gehören für mich zusammen und sollen sich ergänzen. So individuell wie man fotografiert, sollte man auch die Bilder hinterher behandeln. Instagam-Filter oder Ähnliches sind für mich vergleichbar mit Fastfood, kann man mal machen aber toll ist anders.

Bearbeite Deine Bilder immer nach deinem eigenen Geschmack! Lasst Dich nicht beirren, von Kommentaren wie: “das sieht aber nicht realistisch aus” oder aber auch “in echt sah das aber nicht so aus”. Wen interessiert denn das wirklich? Ich habe noch nie jemanden sagen hören: ” WOW – Das sieht aber super realistisch aus!”. Viel wichtiger ist es doch, ein Bild zu schaffen, was spannend ist, was neugierig macht, fesselt oder einfach nur schön ist.

Natürlich gibt es auch ein paar Sachen, die man möglichst vermeiden sollte. Was genau, möchte ich nach und nach in den folgenden Anleitungen auf den Grund gehen.

Das Bild

Das Bild entstand in Irkutsk in Sibirien. Aufgenommen abends zur goldenen Stunde. Das Licht war eigentlich recht gefällig, aber der Himmel machte nicht viel her und irgendwie war die Luft auch trüb. Das Ergebnis ist zwar ganz nett, aber es ist recht matt. Die Farben machen auch nicht wirklich viel her und zu dunkel wirkt es auch. Es gibt also Einiges zutun.

Das Gebäude ist eigentlich strahlend weiß, die Färbung kommt von der untergehenden Sonne. Da das Weiß sehr stark strahlte, hatte die Kamera massive Probleme die  Belichtungszeit zu berechnen. Der Kontrast zwischen Kirche und dem Rest des Bildes war einfach gewaltig. Ich glaube hier kann man schon von einer Dynamikhölle sprechen. Optimal ist es nicht und vielleicht hätte ich mich für eine Belichtungsreihe entscheiden sollen, aber hinterher ist man eigentlich immer schlauer.

Ich habe das Bild zum Download freigeben. Wer möchte kann diese Anleitung gerne an meinem Bild ausprobieren oder vielleicht sogar eine ganz eigene Bearbeitung anfertigen. Das Bild kann sehr gerne auch für andere Zwecke verwendet werden, aber nicht für kommerzielle Zwecke. Ich bitte das zu respektieren!

Das Bild, bevor es mit darktable bearbeitet wurde

Die Basiskurve

Importiert man das Bild in darktable, so erkennt das Programm automatisch, mit welcher Kamera das Bild gemacht wurde und passt die Basiskurve an. Dieses Modul bietet Voreinstellungen für eine Vielzahl an Kameras, welche die Kontraste und die Helligkeit  einstellen. In diesem Fall wird die Sony-alpha artige Voreinstellung gewählt.

Außerdem wird das Bild gemäß der Informationen aus den Exifdaten gedreht und schon mal etwas geschärft.

Die Basiskurve

Der Weißabgleich

Wie man jetzt bei der Bearbeitung vorgeht ist eigentlich egal, die Reihenfolge spielt keine wirkliche Rolle. Ich beginne hier einfach mit dem Weißabgleich, weil mich die Farben am meisten stören. In diesen Modul gibt einige Voreinstellungen, genauso wie bei anderen Programmen auch, allerdings hilft mir das hier nicht wirklich weiter. Das Bild hatte einfach viel zu Farben, also habe ich einfach die Farbtemperatur entsprechend eingestellt. Dazu musste ich nur den kleinen Schieberegler etwas nach links bewegen.

Kleiner Tipp für die Schieberegler: Diese lassen sich nur sehr grob mit der Maus einstellen. Einfacher ist es wenn man mit dem Mauszeiger auf die Schiebeschiene geht und das Mausrad benutzt. Noch genauer geht es aber wenn man mit der rechten Maustaste auf die “Schiene” klickt. Dabei erscheint eine Art Pendel, mit dem man durch das bloße bewegen der Maus sehr präzise die richtigen Werte findet. Dies gilt für ausnahmslos alle Module.

Das sieht schon besser aus. Jetzt erkennt man plötzlich Unterschiede in den einzelnen Farben. Der Himmel ist wieder blau und das Gras wieder grün.

Perspektivkorrektur 

Als nächstes werde ich das Bild ausrichten, denn ein wenig schief sind fast alle meine Bilder. Bei Bildern wie diesen kommen gelegentlich auch noch stürzende Linien dazu. Senkrechte Linien sollten immer senkrecht sein und waagerechte immer waagerecht. Man kann diese Regel zwar brechen, dann nutzt man die Linien zum Beispiel als Diagonale, aber dann nur um das Bild mit Hilfe der Linien zu gestalten. In der Modernen Architekturfotografie macht man das häufig, um mit Formen, Flächen und Linien zu spielen. Hierbei handelt aber um Fineart, also um reine Kunstwerke, die auch so verstanden werden wollen.

Wenn man also nicht gerade solche Kunstwerke kreieren möchte, hält man die Linien unbedingt gerade. Es fällt jedem Laien auf, wenn etwas unnatürlich schief ist. Das Selbe gilt für stürzende Linien. Fotografen haben den Ruf, extrem konservativ zu sein. Dem muss ich auch zähneknirschend zustimmen, aber Fotografie ist auch Handwerk und gute Handwerker sind nun einmal stolz auf ihre Fähigkeiten. Pfuscher erkennen wir in der Regel sofort.

Um ein Bild automatisch gedreht und angepasst zubekommen, verwendet man das Modul Perspektivkorrektur. Diese Modul erkennt alle senkrechten und waagerechten Linien und kann somit geraderücken beziehungsweise die Perspektive anzupassen. Dazu stehen drei automatische Optionen zur Verfügung. Man kann das Bild automatisch Vertikal ausricht, aber natürlich auch Horizontal und beide Optionen gleichzeitig. Welche Option benötigt wir, hängt stark vom Bild ab. in den Meisten Fällen, wie auch in diesem verwende ich die vertikale Korrektur.

Nicht immer lässt sie die Perspektive sinnvoll korrigieren. Manchmal stürzen die Linien dermaßen, dass eine Anpassung unmöglich ist.  In so einem Fall sollte man ein Bild aber zumindest gerade drehen, so dass zumindest die Senkrechten und waagerechten Linien wieder stimmen. Um das zu erreichen kann man mit STRG+Klick auf die vertikale oder horizontale Korrektur klicken.

Das Modul arbeitet sehr zuverlässig, allerdings sollte man sich ein wenig mit dem Optionen beschäftigen.

Nach der Korrektur kann das Modul auch gleich automatisch zuschneiden. Man kann dabei wählen ob man das Orginalformat möchte oder lieber die grösste Fläche. Je nachdem was man mit dem Bild anstellen möchte, kann das Seitenverhältnis eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel wenn man ein Bild drucken möchte. Man kann diese Option aber nachträglich einfach gefahrlos ändern. 

Belichtung

Das ist jetzt immer noch zu dunkel. Schaut man sich das Histogram an, sieht man das auf der linken Hälfte nichts lost ist. Auf der linken Seite eines Histograms werden immer die Lichter angezeigt, also die hellen Bereiche. Auf der rechten Seite befinden sich die Schatten, die dunklen Bereiche. 

Man kann das korrigieren, in dem man das Modul Belichtung einsetzt. In diesem Modul kann man die Lichter und Schatten anpassen, in dem man entweder den Regler “Schwarz” oder “Belichtung” entsprechend einstellt.  In diesem Fall habe ich den Regler “Belichtung” etwas nach rechts gezogen und somit das Bild aufgehellt.

Hier zeigt sich zum ersten Mal welche Vorteile in einem RAW stecken. Selbst bei schwierigen Lichtsituationen und falscher Belichtung kann man in der Bearbeitung noch sehr viel retten. Man sollte aber  deshalb nicht schlampig arbeiten und hoffen das man hinterher alles korrigiert bekommt. Das ist nicht der Sinn von RAW, aber gelegentlich,  wie in diesem Fall, ist es tatsächlich Gold wert.

Schon besser. Die Belichtung wurde angepasst und das Bild ist deutlich heller.

Wie immer gilt auch hier: Nicht Übertreiben! Man kann hier nicht stur nach dem Histogram gehen. Wenn man das tut, kann es passieren, das einige Bildteile ausbrennen. Das bedeutet sie werden so hell, also Weiß, das keine Zeichnung mehr zusehen ist. Zum einen ist sehr unschön und zum anderen lenkt es den Blick ab. Man muss bedenken, dass unsere Augen immer zuerst zu den hellsten Stellen im Bild schauen. Ist der Himmel zum Beispiel viel zu hell, kann er schnell von Motiv ablenken.

Um sicher zu gehen, kann man die Unter- und Überbelichtungswarnung einschalten. Diese befindet sich unterhalb des Bildes, wenn man die untere Leiste ausklappt. Überbelichtet Bereiche werden rot angezeigt und unterbelichtete blau.

Dieses Bild ist eindeutig überbelichtet

Werte

Schaut man sich jetzt das Histogramm an, so sieht man das sowohl links als auch rechts eine Lücke klafft. Das Bild selber wirkt auch noch ein blass und kontrastlos. In so einem Fall kann man das Modul Werte verwenden. Man findet es in der Helligkeitsgruppe.

Werte ist dafür da, Schwarz,Weis und Grau des L-Kanals im LAB-Farbraum anzupassen. Ohne jetzt zu tief in die Materie ein zutauchen, es gibt verschieden Farbräume die die Farben dreidimensional definieren und behandeln. Bekannte Beispiele sind RGB, CMYK und LAB.

Der L-Kanal beschreibt die Luminaz, also die Helligkeit. Werte kann anhand des Histograms automatisch die optimale Einstellung finden. Man kann aber natürlich auch manuell eingreifen. Das automatische Resultat gefällt mir allerdings recht gut und wird erst einmal so übernommen.

Das Histogramm sieht jetzt schon ganz gut aus. Falls Überbelichtungswarnung hier und da etwas ausschlägt, ist das zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter tragisch. In den nächsten Arbeitsschritten wird das noch behoben.

Schärfen

Das Bild wirkt jetzt noch ein wenig matschig. Es fehlt einfach noch etwas an Schärfe. Nachschärfen kann man unter anderem mit dem gleichnamigen Modul aus der Korrekturgruppe. Beim Schärfen lohnt es sich in das Bild zu zoomen. Bei einer Vergrößerung auf 100% werden Details sichtbar, auf die man sich beim Schärfen konzentrieren kann. Wie viel  geschärft werde muss, hängt vom Bild und vom gewünschte Ergebnis ab. Man sollte aber auf keinen Fall überschärfen. Achte also auch auf Ränder und Farbabrisse.

Solche hässliche Ränder können durch übertriebenes Schärfen entstehen

Fehler wie auf diesem Bild können schnell entstehen. Nicht nur beim Schärfen. Man sollte daher immer die Kanten und filigranen Bildteile im Augen behalten. Gerade in kleinen Detail sieht man später solche Probleme.

Das geschärfte Bild

 

Das Bild hat jetzt zumindest eine akzeptable Schärfe und kann sich so schon einmal sehen lassen.

Hochpass

Der Hochpassfilter dient ebenfalls zum Schärfen eines Bildes. Die Besonderheit ist hier aber, dass er nur die Kanten schärft und den Rest nicht beeinflusst. Man kann mit ihm noch mal einigen an Schärfe heraus kitzeln, aber auch hier sollte man wieder sehr behutsam vorgehen. 

Hochpass findet man in der Effektgruppe, wenn man es vorher unter “weitere Module” aktiviert hat.

Standarteinstellung des Moduls Hochpass

Schaltet man den Filter ein, so wir das Bild plötzlich grau man sieht nur noch Striche und  Linien. Es erinnert ein wenig an eine Bleistiftzeichnung. Das ist so gewollt, denn zuerst einmal muss natürlich die Schärfe der Kanten eingestellt werden. Im oberen Bild wurde deutlich überschärft, im unteren Bild sieht das schon wesentlich besser aus.

Hat man die Schärfe so eingestellt, wie man es gerne hätte, kann man den Überblendmodus ändern. Dazu wechselt man unter “Überblenden” von “aus” auf “einheitlich”. Der Überblendmodus steht jetzt auf “Normal” Ich wechsel hier meist auf den Modus “Harte Kanten”. Damit habe ich bei diesem Filter die besten Erfahrungen gemacht, man kann aber gerne auch ein wenig probieren, um selber Erfahrungen zu sammeln.

Mit Hochpassfilter kann man das Bild noch weiter Schärfen.

Ist der Effekt zu stark, so kann man einfach die Deckkraft des Moduls verringern, bis die gewünschte Schärfe erreicht ist.

Wenn man allerdings nicht behutsam vorgeht, kann es hier wieder sehr schnell zu unerwünschten Effekten kommen. Mit ein wenig Übung jedoch, bekommt man sehr schnell ein Gefühl für dieses Modul.

Lokaler Kontrast

Mit dem Modul Lokaler Kontrast kann man Details in einem Bild hervorheben. Dazu werden die sogenannten Mikrokontraste angehoben. Genaugenommen werden Spitzlicht und Schatten so verstärkt, dass sich der Kontrast in den Details verstärkt und somit der Schärfeeindruck des Bildes verbessert wird. Das Bild wirkt also schärfer und klarer. Oftmals reicht die Voreinstellung des Moduls, aber je nach Bild ist die Wirkung sehr unterschiedlich. Nicht jedes Bild eignet sich dafür, manche jedoch profitieren erheblich davon.  

Man findet es, wenn aktiviert, in der Helligkeitsgruppe.

Der Regler “Detail” ist selbsterklärend für die Menge an Details zuständig, der verstärkt oder aber auch verringert werden soll.  Mit den Reglern “Spitzlichter” und “Schatten” kann man die Lichter und Schatten kontrollieren.

Ich habe mich hier aber für dem Modus “bilaterales Gitter” entschieden, da ich damit die Kontraste wesentlich besser beeinflussen kann. Es sind auf dem Gebäude kaum Schatten vorhanden, durch anheben der Details und der Kontraste kann ich die wenigen Schatten und somit dem Bild zu mehr Tiefe verhelfen.

Falls die Belichtungskorrektur kräftig anschlägt, kann man dies jetzt im Modul Belichtung etwas nachregeln.

Farbkurve

Mit Hilfe der Farbkurve kann man die Farben des Bildes beeinflussen. Der LAB-Farbraum kommt hier zum tragen und damit ist es möglich nicht nur die Sättigung zu erhöhen, sondern jede Farbe einzeln beeinflussen. Die Anwendungsmöglichkeiten des Moduls sind gewaltig, deshalb werde ich dieses Modul auch immer wieder mal vorstellen. Bei diesem Bild hier geht es mir in erster Linie um die Sättigung.  

Der LAB-Farbraum besteht aus drei Kanälen, nämlich L, A und B. L steht hier für Luminaz. A und B stehen für den Einfallsreichtum der Entwickler. Im A-Kanal beeinflusst man die Farben Grün und Rot, im B-Kanal die Farben Blau und Gelb.

Um die Sättigung zu erhöhen schalte ich “Chrominanz skalieren” von Automatisch auf manuell. Jetzt erscheint ein diagonaler Strich von links unten nach rechts oben, auf allen drei Kanälen. Das ist die Farbkurve. In den Kanälen A und B zieht man die äußeren Enden der Kurve vertikal nach innen, und zwar soweit, bis die gewünschte Sättigung der jeweiligen Farbe erreicht ist.

Der A-Kanal des LAB-Farbraums

Das Bild zeigt den A-Kanal und wie ich dort die Kurve angepasst habe. Im B-Kanal gehe ich genauso vor. Da ich diese Einstellung bei vielen meiner Bilder verwende, habe ich mir diese als Voreinstellung gespeichert. Somit brauche ich diese Voreinstellung nur noch aktivieren und gegebenenfalls ein wenig anpassen.

Das Gebäude ist mir aber immer noch viel zu hell! Deshalb habe ich den L-Kanal ebenfalls ein wenig angepasst. Dazu habe ich auf die kleine Lupe oben rechts im Modul geklickt und anschließend auf eine helle Stelle im Bild. Daraufhin erscheint ein senkrechter Strich im Kurvenfenster. jetzt brauchte ich nur noch die Kurve, entlang der senkrechten Linie, etwas nach unten ziehen. Dadurch komme ich wieder zu einer abendlichen Stimmung im Bild.   

Farbbereiche

Die Farben gefallen mir jetzt schon ganz gut, aber so ganz zufrieden bin ich immer noch nicht. Der Himmel ist mir ein wenig zu hell und die Sättigung etwas zu stark. Hier hilft mir das Modul Farbbereiche. Mit diesen Modul kann ich sehr bequem sättigen, entsättigen, aufhellen, abdunkeln und sogar den kompletten Farbton ändern. Hierzu muss man nur an ein wenig an der Kurve ziehen.

Die Bedienung des Moduls ist eigentlich selbsterklärend. Ich habe einfach nur das Blau ein klein wenig entsättigt und und etwas dunkler gemacht. Zusätzlich habe ich das Rot etwas gesättigt und ebenfalls etwas abgedunkelt.

Das Rot habe ich deshalb weiter gesättigt, weil jetzt das weiche und farbige Licht der goldenen Stunde besser zur Geltung kommt. Jetzt kommt langsam eine abendliche Stimmung zustande.

Farbkorrektur

Was mir jetzt noch fehlt, ist die typische warme Lichtstimmung, wenn an einem Sommerabend die Sonne untergeht. Um das umzusetzen gibt es bei darktable mehrere Möglichkeiten. Ich könnte den Weißabgleich anpassen, die Farbkurve könnte auch funktionieren und Farbbalance sicher auch. Ich habe mich für das Modul Farbkorrektur entschieden. In den Voreinstellungen des Moduls findet man die Option “warme Farben”. Da mir das noch nicht reichte habe ich einfach den schwarzen Punk ein klein wenig Richtung gezogen. Das war es auch schon! 

Farbkorrektur ist ein Modul, das etwas Aufmerksamkeit verdient. Man kann damit sehr intuitiv tolle Farbstimmungen im Bild erzeugen.

Tonemapping

Zum Schluss schaue ich mir das Bild noch einmal in Ruhe an. Wichtig sind die Kanten und die kleineren Teile wie Äste und Zweige, denn dort kommt es sehr schnell zu Farbabrissen und unschönen Halos. Natürlich habe ich hier auch ein paar kleiner Farbabrisse in in Zweigen rechts und und links im Bild gefunden. Die kann ich schnell beheben, in dem ich die Deckkraft vom Hochpassfilter etwas zurücknehme. Damit wäre das Bild eigentlich auch schon fertig und kann weiter verwendet werden.

Allerdings fehlt es mir noch etwas an Details und Tiefe. Das Bild wirkt noch wenig wie geleckt. Um dem entgegenzuwirken setze ich das Modul Tonemapping ein. Das Modul verwendet man eigentlich eher für HDR-Bildern. Man kann damit sehr viel Details hervorheben, sollte aber sehr vorsichtig und wohl dosiert damit umgehen. Man kann es hier sehr schnell übertreiben, was dem Bild gar nicht gut tut. ich habe, wie im Bild sichtbar, die Standardeinstellungen sehr weit zurück geschraubt und die Deckkraft um etwa die Hälfte reduziert.

 

Bildbearbeitung mit Darktable

Die Anleitung zeigt eigentlich nur, wie ich bei so einem Bild vorgehen würde. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie man hätte vorgehen können. Mein Hauptanliegen ist eigentlich nur, die einzelnen Module praxisnah vorzustellen. Nach meiner Erfahrung kommt man nicht weiter, wenn man solche Anleitungen auswendig lernt. Spätestens beim nächsten Bild passt die Anleitung nicht mehr und man muss eh selber entscheiden, wie das Bild später aussehen soll. 

Das finale Bild

Es passiert sehr schnell, dass man es beim Bearbeiten übertreibt. Passiert mir auch immer wieder mal. Deshalb sollte man immer die kleinen Details im Auge behalten, denn dort fällt es am ehesten auf, wenn etwas nicht stimmt. Bei diesem Bild muss ich auch mit kleineren  Fehlern in den Ästen leben. Allerdings habe ich das Bild so kräftig bearbeitet, dass es gar nicht anders ging. Hier kann ich mit einem Kompromiss gut leben.

Auch wenn man mit darktable ein wirklich fantastisches Werkzeug in den Händen hält, ist es eigentlich egal, mit welchem Programm man arbeitet. Die Werkzeuge ähneln sich in den Funktionen und diese Anleitung sollte sich auch auf andere Programme anwenden lassen.

 

Darktable: Die Dunkelkammer

 

RAW oder Jpeg?

 

14 Kommentare

  1. Ich fotografiere nun auch seit einigen Wochen im RAW Format und bearbeite die Bilder dann in Lightroom =) Es ist wirklich ein Unterschied zu jpg, was man da noch aus den Bildern rausholen kann.

    Ich finde deine Foto-Tipps immer super interessant! Lädst du deine Fotos hier am Blog eigentlich als jpg oder png hoch? Falls png: Hast du einen Tipp, wie man die ohne Qualitätsverlust verkleinern kann? Die haben immer so eine große Dateigröße und das Verlangsamt ja die Ladezeit.

    Danke und liebe Grüße
    Emilie von LA MODE ET MOI

    1. Die Bilder sind alle in jpg. PNG mach schon lange nicht mehr, da mir die Dateien auch zu groß sind und ich keinen wirklichen Unterschied sehen kann. Oftmals waren PNG grösser als die RAW selber. Ich exportiere meine Bilder eh nur nach Bedarf und fast immer werden sie eh nur im Internet veröffentlicht, da muss man meist mit eine schlechteren Qualität rechnen.
      Um Ladezeiten zusparen, könntest du aber deine Bilder in einer externen Galerie, wie flickr oder in meinem Fall piwigo speichern und dann im Text einfach einbetten. 🙂

      LG Nico

  2. Uff.. Was für eine Anleitung. Direkt gebookmarkt.
    Vielen Dank…

    Ich bin mittlerweile ein Fan von RAW-Aufnahmen. Ich versuche möglichst alles auf’m Smartphone zu bearbeiten. Dank der zahlreichen mobilen Foto-Apps ist das eigentlich auch fast kein Problem mehr.

  3. ich find die Bildbearbeitung ja doch super toll, aber für mich Trottel einfach zu kompliziert.
    Weißabgleich ich bei mir ein wunder Punkt. ich hätte meine Bilder möglichts alle gerne im selben Farbschema. Aber manchmal sind meine Bilder eher gelbstichtig, mal wärmer, mal kälter. Bis dato versuch ich das immer manuell zu korrigieren, aber von Blogpost zu Blogpost ist immer noch ein unterschied erkennbar. Das stört mich doch ein wenig.
    Ich hatte mir Darktable ja nach dem letzten Beitrag auch runtergeladen, komm aber wirklich nicht damit klar. Wie oben schon gesagt, es ist mir irgenwie zu kompliziert.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

    1. Fotografierst du mit automatischem Weißabgleich? Falls ja, versuche mal die Kamera auf einen festen Wert einzustellen. Die Bedingungen vor Ort spielen natürlich auch eine Rolle. Sonnenschein ist wärmer als Schatten oder gar Kunstlicht. Ist der Weißabgleich fest und die Bedingung sind ähnlich, kannst du den Farblook auch mit anderen Module anpassen, zum Besipiel Farbkorrektur bei darktable. Hast du dann die gewünschte Farbe eingestellt, kannst sie als Voreinstellung speichern.

      Welche Probleme hattest du mit darktable genau? Man sich natürlich erst einmal einarbeiten, allerdings vergesse ich das manchmal. Ich arbeite schon lange damit und muss kaum darüber nachdenken, wie ich vorgehen will. Ich versuche zwar so gut möglich alles zu beschreiben, aber offensichtlich nicht gut genug.

      Fragen sind übrigens immer erlaubt. 😉
      LG Nico

  4. intuitive Fotobearbeitung klingt genau nach meinem Geschmack! ich habe dieses Handwerk ja nie wirklich gelernt, sondern nur über Tutorials und Nachfragen erarbeitet … vieles mache ich auch eher aus dem Bauchgefühl und finde das gerade eben für das Endergebnis sehr wichtig 🙂

    tolle Anleitung! liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Richtig gelernt habe ich das leider auch nicht. Bauchgefühl bringt einen auf Dauer auch weiter, als wenn man nur stur irgendwelche Tutorials abarbeitet. Ist wie beim Auto fahren. Am Anfang muss man überlegen, welche Pedale man drückt, später geht alles ganz von alleine. 😉

      LG Nico

  5. Hallo,

    danke für Deine ausführlichen Artikel zur RAW-Format Bearbeitung. Für mich stellt sich eigentlich nie die Frage der Formate, da RAW gegenüber JPEG einfach mehr Vorteile bietet. Das Verlustfreie korrigieren und nachträgliches ändern von z.B. dem WA ohne das die Qualität leidet ist einfach Klasse, falls man sich mal mit der Einstellung vertut.

    Liebe Grüße
    Blog-Pirat
    https://blog-pirat.com

  6. Danke für diesen tollen Artikel! Ich habe selbst absolut keine Ahnung von Gütern und Bilderbearbeitungen und nutze tatsächlich einfach fertige Effekte. Aber auch ich versuche immer ein bisschen rum zu basteln 🙂

  7. Liebe Ina,

    ich bin ja ein Fan von euren Fotografie-Beiträgen. Ich habe mich bisher noch nie über RAW Fotografie bzw. Entwicklung drüber getraut, aber wenn ich es endlich versuche, werde ich auch intuitiv arbeiten.

    Danke für die vielen Infos!
    Liebe Grüße
    Verena

  8. Ein wirklich interessanter und herrlicher Beitrag, ich finde Bildbearbeitung so wichtig und interessant. Wenn man mal bedenkt was man alles aus einem Bild machen kann ist das schon Wahnsinn. Leider hab ich da nicht so die Ahnung von und tue mich auch wirklich schwer mich in sowas einzulesen. Allerdings habe ich jetzt ein neues iPhone und mit dem kann man schon super Bilder machen. Viele liebe Grüße Anja

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