Einführung in die Bildbearbeitung

Die Bildbearbeitung ist ein ganz großer Vorteil der digitalen Fotografie! Kleine Bildfehler entstehen eigentlich immer. Das Bild ist ein wenig schief, etwas unscharf oder Kontrastarm. Manchmal muss man etwas Entfernen, wie zum Beispiel ein paar leere Flaschen am Wegesrand oder Vogeldreck an einem Fenster. Ober man möchte ein Bild in Schwarz/Weiß umwandeln. Oft wirkt ein Bild in einer anderen Farbstimmung besser als das was die Kamera ausspuckt. Gründe für eine Bearbeitung gibt es viele. Ich selbst bearbeite jedes Bild. Was aber auch daran liegt das ich meine Bilder in  RAW aufnehme. Diese Bilder müssen immer bearbeitet werden. Aber dazu kommen wir ein anderes Mal.Hier also eine kurze Einführung in die Bildbearbeitung.

Ich möchte hier keine bestimmten Programme empfehlen. Auch möchte ich keine Anleitungen schreiben, wie ihr eure Bilder bearbeiten sollt. Es gibt eine Menge Seiten und YouTube-Kanäle da draußen, die ihre Sache wirklich gut machen. Man lernt bei vielen guten Anleitungen eigentlich immer was dazu.

Allerdings fehlt mir oft der richtige Einstieg in die Materie. Die Frage ist doch: Wie fange ich eigentlich an? Denn bevor ich mich mit Ebenenmasken oder mit Gradationskurven beschäftige sollte ich doch wissen welche Bilder ich eigentlich bearbeiten kann und welche ich besser gleich wieder lösche. Außerdem sind solche Programme nicht wirklich einfach zu bedienen. Man wird von dem Funktionsumfang regelrecht erschlagen und die Komplexität der Programme erfordert eine gewisse Einarbeitung. Das sollte euch aber nicht abschrecken sondern eher ermutigen sich damit etwas zu beschäftigen.

Hier die Einführung in die Bildbearbeitung :

Fotos sichten

Und genau deshalb fangen wir mit dem Ausmisten an. Ihr kennt das vielleicht: Man kommt von einem kleinen Ausflug nach Hause und bringt mal so eben 250-300 Bilder mit. Die digitale Technik und billige Speicherkarten machen es möglich, das wir einige tausend Bilder mal eben abspeichern können. Nur, was machen wir mit so vielen Bildern?

Zuerst einmal schauen wir sie uns in Ruhe an und sortieren kräftig aus. Alles was verwackelt ist und sehr unscharf ist, ist eigentlich nicht zu retten. Also gleich löschen! Wenn der Fokus nicht auf dem eigentlichen Motiv liegt, also das Motiv unscharf ist, kann ebenfalls gelöscht werden.

Dann finden wir auch sicher ein paar Bilder die zwar schön scharf und auch sonst alle passt, die aber völlig belanglos sind, weil das Motiv einfach nicht so in Szene setzen konnten, wie wir es geplant hatten. Das kommt besonders am Anfang häufiger vor. Die können auch mit weg.

Übrig bleiben Bilder die jedenfalls nicht hoffnungslos sind. Jetzt geht man einen Schritt weiter und sortiert die Besten aus. Das sind Bilder, die man auch mal jemanden zeigen will, die man im Internet veröffentlichen will oder vielleicht sogar auf  Papier haben will. Und genau die werden wir auch bearbeiten.

Das Bearbeiten

Jetzt geht es ans Eingemachte in dieser kurzen Einführung in die Bildbearbeitung.  Mit einer kleinen Liste möchte ich euch beschreiben, auf was ich bei Bildern immer achte und gegebenenfalls korrigiere. Die einzelnen Funktionen können vom Namen her etwas Abweichen, wenn ihr andere Programme nutzt als ich. Kein Grund zur Panik. Denn die Funktionen, die ich euch beschreibe sind auch bei euch ganz sicher vorhanden.

Wenn ihr mit jpg arbeitet, macht euch vorher unbedingt eine Kopie! Sobald ihr gespeichert habt gibt es kein Zurück mehr. Ihr könnt das Originalbild nicht wiederherstellen. Viele Bildbearbeitungsprogramme arbeiten heute nicht-destruktiv. Dabei wird das Bild bei der Bearbeitung nicht angerührt, sondern es wird nur eine  kleine Datei erstellt, die die benötigten Informationen enthält. Über eine Exportfunktion erhält man dann das fertige Bild. Wenn euer Programm das nicht kann, macht euch ein Kopie!

 

An diesem Beispielbild möchte ich euch zeigen wie man seine Bilder mit wenigen Handgriffen verbessern kann.

Drehen und Perspektive kontrollieren

Das erste wonach ich schaue sind senkrechte und waagerechte Linien und Kanten. Nichts ist schlimmer als ein schiefes Bild. Das lässt sich relativ einfach einfach beheben. Bei stürzenden Linien sieht das etwas anders aus. Stürzende Linien sind Linien, die meist vom Bildrand  Richtung Bildmitte fallen, obwohl sie eigentlich gerade sein müssten. Man sieht dieses Phänomen oft bei hohen Gebäuden. Die Linien stürzen wenn man ein hohes Gebäude fotografiert und dabei die Kamera nicht gerade hält. Die meisten Programme bringen Werkzeuge zur Korrektur mit. Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Bild. Nicht selten muss man einfach damit leben. Deshalb versucht die Kamera immer gerade zuhalten.

Wenn das Gebäude nicht auf euer Bild passt, versucht es mit mehr Abstand und einer größeren Brennweite.

Durch die Perspektivekorrektur kippt das Bild nicht mehr so stark nach hinten.

Beschneiden

Wenn alles gerade ist schaue ich ob das Bild eventuell beschnitten werden muss/kann. Manchmal stört etwas am Rand oder in den Ecken. Das schneide ich oft einfach weg. Manchmal ist mir das Motiv auch einfach zu mittig. Dann schneide ich ein wenig auf einer Seite weg und alles ist gut . Hier kommt es stark auf das Bild an und bei den Allermeisten ist es gar nicht notwendig.

Die Mülltonnen am rechten Rand werden mal eben weggeschnitten. Jetzt wirkt das ganze gleich viel harmonischer.

Entfernen von Unrat

Gelegentlich kommt es vor das mal was entfernt werden muss. Müll, Zigarettenkippen, Dreck, Personen im Hintergrund u.s.w.. Hier stellen die Programme oft unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Meist werden einfach andere Bildbereiche an die zu reparierende Stelle kopiert. Hier darf man gerne ein wenig probieren. Wichtig ist das der Bereich den man kopiert auch wirklich zu der Stelle passt, die überstempelt werde soll. Das heißt die Helligkeit und Farben müssen wirklich passen denn sonst sieht man das Geflickte und das sieht  wesentlich schlimmer aus als wenn man die Finger davon gelassen hätte. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Aber wenn man den Dreh mal raus geht das eigentlich ganz locker von der Hand.

Ein Sensorfleck am Himmel wird mal eben weggestempelt. Die eine Laterne rechts stand mir auch zu weit am Rand. Die wurde ebenfalls entfernt.

Spitzlicher und Schatten

Als nächstes schaue ich mir die ganz hellen und die ganz dunklen Bereiche an. Also die Lichter und die Tiefen. Die Bearbeitungsprogramme warnen bei Unter- bzw Überbelichtung, wenn man es Einschaltet. Die Lichter kann man etwas runterziehen, also abdunkeln.

Die Tiefen werden hoch gezogen. Also aufgehellt. Das hat natürlich auch seine Grenzen und wer mit jpg arbeitet wird sehr schnell an eben jene stoßen. RAW bring hier entscheidende Vorteile. Man kann zum Beispiel einen überbelichteten Himmel wieder Zeichnung verleihen oder Beireiche die völlig im Schatten versinken wieder mit Struktur versehen. Allerdings ist die Verlockung auch sehr groß das man es übertreibt. Deshalb gilt auch hier: Lieber etwas weniger als zuviel.

Hier wurden die Schatten hoch und die Lichter runter gezogen. Wer hier mit RAW arbeitet ist ganz klar im Vorteil!

Farbkorrektur

Jetzt schau ich mir die Farben etwas genauer an. Vielleicht muss der Weißabgleich korrigiert werden. Oder das Bild hat einen Farbstich. Vielleicht möchte ich das Bild aber auch  in Schwarz/Weiß umwandeln. Auch hier stehen uns wieder verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Wie man das Bild bearbeitet hängt vom eigenem Geschmack  oder der gewünschten Farbstimmung ab. Hier darf man gerne auch ein wenig experimentieren.

Zum Schluss wurden Farbsättigung erhöht und der Weißabgleich ein wenig angepasst.

Ich hoffe ich konnte euch eine kleine Einführung in die  Bildbearbeitung vermitteln. Die Liste ist noch lange nicht komplett, sondern listet nur die ersten Schritte auf. Viele Sachen wie Rauschunterdrückung, Lokaler Kontrast/Klarheit, oder auch das Schärfen habe ich gar nicht erst aufgeführt, denn es würde den Rahmen komplett sprengen. Viel wichtiger war es mir euch zumindest den Einstieg etwas näher zubringen. Es darf auch sehr gerne experimentiert werden, denn die Möglichkeiten die sich einem bieten scheinen grenzenlos und selbst alte Hasen entdecken öfter mal was Neues.

Zum Schluss möchte ich noch ein Programm empfehlen. The Gimp ist ein umfangreiches Bildbearbeitungsprogramm mit dem ich selber viele Jahre gearbeitet habe. Es ist freie Software und somit nicht einfach nur kostenlos sondern wirklich frei. Es gibt ihn für alle Desktopbetriebssysteme und bringt wirklich alles mit was man zum bearbeiten braucht. Und noch einiges mehr. Im Netz gibt es unzählige Anleitungen, so das einem erfolgreichen Einstieg eigentlich nichts im Wege steht. Probiert es ruhig mal aus.

Soweit also eine kurze Einführung in die Bildbearbeitung, Fortsetzung folgt.

17 Kommentare

  1. Ohh da wünsche ich mir gerne mehr Beiträge. Ich probiere mich gerade sehr starl aus in der Bildbearbeitung. Ich nutze auch Gimp und auf meinem Smartphone probiere ich gerade mit Lr rum. Den perfekten Filter habe ich aber noch nicht für mich gefunden. Ich weiß, wie das Bild mal aussehen soll aber wie ich dahinkomen weiß ich noch nicht so. Darum habe ich gerade eine bunte Mischung an verschiedenen Bildern auf meinen Kanälen 😀

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    1. Danke für deinen Kommentar. Ob es mehr Beiträge zu Bearbeitung geben wird kann ich eigentlich gar nicht sagen. Ich hatte mit diesen hier schon meine Probleme. Zwar bearbeite ich fast täglich irgendwelche Bilder, aber was ich da genau tue in Worte zu fassen ist dann doch nicht so einfach. Außerdem bin ich ein großer Freund von universellen Lösungen. Also wenn ich eine Anleitung schreibe dann soll sie auch überall anwendbar sein. Aber wenn Interesse besteht knie ich mich da mal richtig rein und wir schauen mal was dabei raus kommt. Schreibt mir einfach was euch genau interessiert. Vielleicht kann ich ja helfen. 🙂

      Liebe Grüsse
      Nico

    1. Vielen Dank. Ich versuche gerade einige Anleitungen für Fotografie-Anfänger zu erstellen. Dabei ist es mir schon wichtig universelle Lösungen anbieten. Der Gimp ist da eigentlich die beste Option, denn er verursacht keine Kosten und kann somit einfach mal ausprobiert werden. Das ist bei kommerziellen Produkten so nicht möglich.

      Liebe Grüsse
      Nico

    1. Nicht einfach nur kostenlos. Viele denken denken, was nichts kostet ist auch nichts wert. Das stimmt so aber nicht. Der Gimp steht unter einer freien Lizenz und kann somit wirklich frei verwendet werden. Du erhälst sogar den Quellcode und kannst ihn verändern wenn du willst. Das tun allerdings die Wenigsten. 😉 Schau ihn dir ruhig mal an.

      LG Nico

  2. Vielen Dank für den Beitrag! Ich würde gerne mehr über die Dinge erfahren, die über die Einsteigerthemen hinaus gehen. Ich benutze auch Gimp, komme aber noch lange nicht mit allen Funktionen zurecht. Fotografie und Bildbearbeitung sind einfach so umfangreich, dass ich eigentlich den Wunsch habe, den ein oder anderen Kurs zu belegen. Leider sind die meist sehr teuer, also stütze ich mich weiter auf das Internet.
    Liebe Grüße
    Kathrin

    1. Danke für deinen Kommentar. Im Internet nach Informationen zu suchen ist nicht die schlechteste Wahl. Gerade YouTube hat da richtig viel zu bieten. Ich mache das schon seit der Jahrtausendwende so und finde nach wie vor immer wieder was neues. Die Kurse sind wirklich oft recht teuer, allerdings steckt da auch richtig viel arbeit dahinter. Der Vorteil ist halt das man sich nicht alles selber zusammensuchen muss. Ich plane hier auch mal einen Kurs anzubieten, allerdings graut es mich ein wenig vor der Arbeit. Das heißt aber nicht das es hier keine Beiträge mehr gratis geben wird! Wie das aussehen wird, wird sich zeigen. Zur Zeit arbeite ich ein paar Einsteigerthemen ab. Schließlich muss man ja irgendwo anfangen. Ich möchte aber sehr gerne in Zukunft etwas spezieller werden und mich auch an Fortgeschrittene wenden. Der Blog ist noch sehr jung und wir haben noch einiges vor. 🙂

      Liebe Grüsse Nico

  3. Finde den Beitrag selbst gut, aber ich hätte mir gewünscht, wenn du die Änderungen schöner gegenüber gestellt hättest. Die Bilder sind sehr weit auseinander und die Änderungen nicht sofort erkenntlich vlt hättest du diese etwas besser hervor heben können. Ansonsten ein toller Beitrag.

  4. eine schöne Schritt für Schritt Anleitung! das Bearbeiten von Fotos war lange Zeit für mich eine total Grauzone … man muss sich da wirklich erstmal einfinden und seine eigene Routine auch finden.

    ich musste übrigens schmunzeln bei “Unrat entfernen” … beim letzten Shooting, haben wir vor dem shooten tatsächlich erstmal Unrat in Form von Fahrrädern und Co. von unserer Shooting-Location entfernen müssen 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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