Komplementärfarben

Bildgestaltung ist essenziell in der Fotografie. Wir gestalten mit Formen, mit der Bildtiefe, mit Unschärfe, mit Linien, mit Licht und Schatten und natürlich auch mit Farben.

Eine Farbstimmung im Bild sorgt dafür, das ein Bild warm oder kalt wirkt. Ob es eine gemütliche Stimmung hervorruft, oder eine Stimmung, bei der wir uns eher unbehaglich fühlen. Alles ist möglich. Doch gibt es einige Farben, die ganz besonders miteinander harmonieren. Die Komplementärfarben.

Quelle: Openclipart.com

Das Wort complementum stammt aus dem Latein und bedeutet Ergänzung und ist ein Begriff aus der Farbenlehre.

Es gibt drei Grundfarben, aus denen alle anderen Farben gemischt werden. Diese Grundfarben sind Rot, Gelb und Blau. Auf der oberen Grafik heißen sie Primary colos. Mischt man zwei dieser Farben miteinander, entsteht eine neue Farbe. Mischt man Rot mit Gelb, so entsteht Orange. Gelb und Blau ergeben Grün, und wenn man Blau und Rot miteinander vermischt, erhält man Lila.

Komlementärfarben in der Trondheimer Altstadt
Komplemtärfarben bei einem Sonnenumtergang

In der Grafik werden diese neuen Farben Secondary colors genannt. Man sieht hier sehr schön im Farbkreis, das diese gemischten Farben immer einer Grundfarbe gegenüberstehen. Diese gegenüberstehenden Farben nennt man Komplementärfarben. Diese Farben empfinden wir als sehr besonders harmonisch.

Komplementärfarben in der Praxis

Komplementärfarben sind nichts Neues. Schon seit Jahrhunderten gehören sie zum Handwerkszeug der Maler. Vincent van Gogh ist hier ein prominentes Beispiel.  Auf vielen seiner Bilder setzte er komplementäre Farben sehr bewusst ein.

Komplementärfarben beim Kolosseum in Rom
Blau und Orange, diese beiden Komplementärfarben begegnet man öfter.

In der Werbegestaltung, wo nichts dem Zufall überlassen wird, findet man ebenfalls sehr häufig komplementäre Farben.

Schaut man sich den Farbkreis etwas genauer an, so sieht man, dass das Thema noch wesentlich komplexer ist. Als Natur oder Landschaftsfotograf kann man zwar sehr bewusst solche Farben mit in das Bild einbauen, aber auch nur wenn solche Farben auch vorhanden sind.

Graffiti mit vielen Komplementärfarben in Olso
Hier hat sich wohl jemand wirklich Gedanken gemacht

Anders sieht es aus, wenn man sich das Motiv selber arrangiert. Zum Beispiel in Peoplefotografie oder in der Still Lifefotografie. Aber auch in der Foodfotografie spielen Farben eine große Rolle. Hier lohnt es sich, wenn man beim Planen der Bilder, den Farbkreis im Hinterkopf behält oder besser immer einen zur Hand hat. Auch bei der Nachbearbeitung lohnt es sich, wenn man ein wenig auf die Farbgestaltung achtet.

Komplementärfarben beim Haus von Michel aus Lönneberga
Astrid Lindgren wird es vermutlich nicht gesehn haben.

9 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag.
    Nachbearbeitungen bei Fotos finde ich sowieso immer sehr interessant. Gerade wenn man mit den Farben spielt kann man so viele Emotionen wecken.
    Ein Foto kann somit tausende Facetten besitzen und jedes Mal anders wirken.
    Hell und freund – dunkel und düster…

    LG Sabana

  2. ohh ein echt interessanter und informativer Einblick in die Farbfotografie!
    oft sind es ja gerade die Farben, die ein Foto so interessant machen … da ist dieses Wissen für eine gute Bildkomposition absolut Gold wert 🙂

    schließlich steht die Farbe letztenendes auh für die Stimmung des Bildes!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  3. Hallo!

    Ein toller Artikel – Farben sind gerade in der Fotografie das A und O. Nun – ich arbeite noch an der fotografischen Umsetzung;) Und wieder einmal so tolle Fotos!

    Liebe Grüße,
    Lisa

  4. Von Komplentärfarben hatte ich mal in einem Malkurs gehört, aber auch wieder vergessen. Danke für diesen interessanten Artikel. Endlich macht der Farbkreis aus dem Schulunterricht Sinn 😉
    Ich versuche mal, bei den nächsten Fotos daran zu denken.
    Liebe Grüße Claudia

  5. Farbenlehre fand ich früher schon immer ziemlich spannend, auch im Studium hatten wir das Thema. Jedoch war mir noch nie so wirklich bewusst, dass man das auch in der Fotografie gut einsetzen kann. Danke für den Beitrag 🙂

  6. Hallo an diesem sonnigen Abend,

    das ist ja toll – trifft genau meinen Geschmack! Danke für die Inspiration! Wahnsinn, was das ausmacht wenn man gewisse Regeln befolgt. Ich freue mich schon aufs ausprobieren!

    Liebe Grüße,
    Verena

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