Rein Objektiv betrachtet

Objektive gibt es in scheinbar unzähligen Variationen und gerade als Anfänger ist sehr schwierig da den Durchblick zu erlangen. Verfolgt man die Diskussionen zum Thema Objektive in den einschlägigen Fotoforen, so wird man schnell eher missmutig als das man Lust hat sich damit näher zu beschäftigen. Da stößt man auf Begriffe wie: Brennweite, UWW, F1.8, Festbrennweite, Fisheye, Tele oder Weitwinkel. Dazu kommen noch eine ganze Menge Meinungen die irgendwie alle sehr gegensätzlich sind.

Deshalb  möchte mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen und mal auflisten welche Objektiv-Arten für was geeignet sind oder eben auch nicht. Mit einigen Objektiven kommt man halt eher an sein gewünschtes Ziel als mit Anderen. Und genau dem möchte ich jetzt nachgehen.

Die Brennweite

Die Brennweite ist ein zentraler Faktor in der Fotografie. Ich möchte sagen, eines der wichtigsten Elemente in der Bildgestaltung. Doch was genau ist das eigentlich genau und wie kann man das richtig nutzen?

Brennweite nennt man den Abstand zwischen dem optischen System und dem Brennpunkt. Dieser wird in Millimeter angegeben. Objektive mit einer Brennweite von 50 mm bezeichnet man als Normalbrennweite. Was darunter liegt nennt man Weitwinkelobjektive und was darüber liegt Teleobjektive.

Der Crop-Faktor

Es gibt heutzutage sehr viele verschiedene Kamerasensoren in verschiedenen Größen. Die Sensorgröße steht in einem direkten Verhältnis zur Brennweite. Da man eine Referenz braucht um die Brennweite anzugeben beziehen sich die Hersteller hier am Kleinbildformat. Das entspricht in der digitalen Welt dem Vollformatsensor.

Ein APS-C oder Micro-Four-Thirds -Sensor ist gecropt, hat also eine kleinere Fläche. Um wie viel der Sensor gecropt wurde gibt der Crop-Faktor, auch Verlängerungsfaktor genannt, an. Wer unsicher ist, welcher Sensor in seiner Kamera verbaut ist, der schaue einfach ins Handbuch. APS-C-Kameras haben meist einen Crop-Faktor von 1,5 bzw 1,6, ein Micro-Four-Thirds-System liegt bei einem Wert von 2,0. Um diesen Wert muss dann die Brennwerte verlängert werden, wenn man wissen will in welchen Verhältnis das Objektiv auf einer gecropten Kamera zu einer Vollformatkamera  steht. Das heißt zum Beispiel ein 50 mm Objektiv auf einer APS-C-Kamera hat eigentlich 75 mm. Also wird aus dem Normalobjektiv ein Teleobjektiv. Das Thema wird viel im Internet diskutiert und nach meiner Meinung sind diese Diskussionen  absolut sinnlos. Es entstehen keinerlei Vor- oder Nachteile. Auch werden die Objektive weder besser noch schlechter.

Das Kitobjektiv

Als Kitobjektiv bezeichnet man die Objektive die beim Kauf der Kamera dabei waren. Meist ist es ein 18-55 3.5/5.6. Ähnliche Zahlen stehen auch auf den anderen Objektiven bedeuten folgendes:

18-55 ist die Brennweite des Objektives. Wir haben hier also ein Zoomobjektiv im Weitwinkel- und Normalbereich.

3.5/5.6 ist die maximale Blendenöffnung. Bei kleinster Brennweite kann man die Blende bis zum Blendenwert 3.5 öffnen. Vergrößert man die Brennweite schließt sich die  Blende. Bei 55 mm ist also nur noch eine Blendenöffnung von 5.5 möglich.

Kitobjektive haben oft einen eher schlechten Ruf. Sie seien nur aus Plastik, schlecht Verarbeitet, Sie seien nicht wirklich Scharf und vieles mehr kann man sehr häufig in den Foren lesen. Doch meine Erfahrung sieht völlig anders aus! Ich habe sicher 80% meiner Fotos mit Kitobjektiven gemacht. Die Brennweite von 18-55 mm deckt die allermeisten Alltagssituationen gut ab. Die Schärfe ist mehr als ausreichend und die Bildqualität ist eigentlich super. Natürlich gibt es bessere Objektive, die schärfer und lichtstärker sind. Doch das bedeutet nicht das die Kitobjektive völlig unbrauchbar sind.

Zoomobjektive

Zoomobjektive sind Objektive mit einer variablen Brennweite. Also solche wie das gerade erwähnte Kitobjektiv. Die allermeisten Objektive sind heutzutage Zoomobjektive. Es ist halt sehr praktisch wenn man sich den gewünschten Bildausschnitt nur durch das Drehen am Objektiv einstellen kann. Es gibt Reiseobjektive mit einer Brennweite von 16-300 mm. Hier spricht man schon von einem Superzoomobjektiv.

Objektive mit Festbrennweite 

Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um Objektive mit einer festen Brennweite. Sie haben den Vorteil das sie kleiner und leichter sind als Zoomobjektive, da sie einfach weniger Glas und Mechanik verbaut haben. Sie sind meist schärfer und licht stärker, das heißt sie haben eine sehr große Offenblende. Das fehlende Zoom ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn so wird man ein wenig zur Bewegung gezwungen außerdem soll durch diese Einschränkung das Fotografische Auge geschult werden.

Die Normalbrennweite

Wie schon erwähnt liegt diese Brennweite bei 50 mm. Diese Brennweite bildet den selben Abbildungsmaßstab ab wie unsere Augen es gewohnt sind. Das heißt es wird nichts im Vorder- oder Hintergrund vergrößert. Dadurch empfinden wir diese Brennweite als besonders harmonisch.

Weitwinkelobjektive 

Alle Objektive mit eine Brennweite unter 50 mm sind Weitwinkelobjektive. Sie werden immer da verwendet wo man möglichst viel auf das Bild bannen möchte. Also bei Landschafts- und Architekturaufnahmen. Je kleiner die Brennweite desto weitwinkliger wird der Bildausschnitt. Das besondere bei diesen Objektiven ist der veränderte Bildmaßstab. Je weiter ein Objekt entfernt ist desto kleiner wird es dargestellt.Dadurch ergibt sich eine größere Tiefenschärfe. Zu den Weitwinkelobjektiven gehören auch die Fischaugenobjektive, die mit ihren extrem großen Abbildungswinkel wirklich beeindruckende Bilder liefern. Auch wenn es nicht wirklich jedermanns Geschmack ist.

Teleobjektive

Diese Objektive werden eingesetzt wenn man etwas näher heran zoomen möchte. Oft verwendet man sie in der Tierfotografie oder im Sport.  Es ist mit diesen Objektiven möglich aus einer größeren Distanz zu fotografieren, als mit Weitwinkelobjektiven. Teleobjektive verhalten sich gegensätzlich zu den Weitwinkelobjektiven. Das heißt entfernte Objekte werden, je nach Brennweite, vergrößert dargestellt.

Um den Unterschied zwischen Weitwinkel und Tele besser zu verdeutlichen zeige ich hier mal zwei Bilder. Beide Bilder wurden an der selben Stelle gemacht. Das erste Bild mit 18 mm  Brennweite und das zweite mit 50 mm. Beide jeweils mit eine APS-C Kamera. Deutlich sieht man wie sich das Größenverhältnis von Dom und Brücke bei unterschiedlichen Brennweiten ändert.


 

Makroobjektive

Makroobjektive sind Objektive mit einer sehr geringen Naheinstellgrenze.  Als Naheinstellgrenze bezeichnet man den Mindestabstand zwischen Objektiv und Motiv, in der das Objektiv noch richtig fokussieren kann. Man muss sich das so vorstellen: Schaut man zum Beispiel, auf seine Hand und bewegt diese langsam zu eurem Auge. Wenn ihr mit der Hand zu dicht an euer Auge kommt wird diese Unscharf. Der Abstand zwischen Hand und Auge, wenn die Hand gerade noch scharf ist, ist die Naheinstellgrenze von eurem Auge. Ein normales Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von ungefähr 1-1,5 Meter. Kommt sehr auf die Brennweite an.

Ein Makroobjektiv liegt deutlich darunter ist somit natürlich besser geeignet, wenn man kleine Sachen groß darstellen will.

 

Für Landschaftsaufnahmen verwendet man meist Weitwinkelobjektive

 

Möchte man näher an ein Motiv heran, so benötigt man ein Makroobjektiv.

2 Kommentare

  1. ohh ja, da kann ich nur beipflichten!!! alls Anfänger beim Fotografieren, ist das Wissen um die Objektive total verwirrend und man weiß vl gar nicht wo man anfangen soll 😉
    aber mir hat das gute alte Learning-by-doing da echt geholfen … erstmal Inforamtionen sammel und dann am besten im Praxistest ausprobieren!

    sehr coole Tipps mal wieder 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  2. Eine informative Übersicht über die verschiedenen Objektivarten. Wichtige als die super tolle Kamera, ist das Objektiv, hier sllte man nicht sparen. Das vergessen imer viele.

    Lieben Gruß

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