Das richtige Stativ finden

So ein Stativ ist eine feine Sache. Man befestigt die Kamera darauf und kann ganz einfach verwacklungsfreie Bilder machen. Allerdings gibt es hier wieder ein paar Sachen die man beherzigen sollte. Stativ ist nicht gleich Stativ und es kommt sehr auf den Anwendungszweck an.  Aber wie soll man das richtige Stativ finden?

Ein Stativ sollte prinzipiell erst einmal eines können: es soll stabil stehen! Das klingt trivial, doch ein klappriges Stativ wird selbst bei wenig  Wind schon dafür sorgen, das eure Bilder unbrauchbar werden. Stative sind teuer und ein 30€-Baumarkt-Stativ aus Plastik  ist keine gute Idee um Geld zu sparen. Im schlimmsten Fall kippt so ein Stativ auch mal um und das ist nicht so optimal für die Kamera.

Ein Stativ hält viele Jahre. Meins ist jetzt schon mehr als 10 Jahre im Einsatz, trägt jetzt schon die dritte Kamera und ich sehe keinen Grund mir ein neues zu kaufen.

Die meisten Stative bestehen aus Aluminium. Es gibt auch welche aus Holz. Diese sind viel schwerer und sehr vibrationsarm. Karbon-Stative sind sehr leicht und nicht so kalt im Winter, dafür aber wesentlich teurer.

Die Stativköpfe, also der Teil an dem die Kamera befestigt wird, wird in der Regel separat gekauft. Da gibt es die unterschiedlichsten Modelle und es kommt hier wieder auf die Anforderungen an, die man selber stellt. Es gibt einfache Kugelköpfe* mit denen man die Kamera in jede denkbare Richtung frei ausrichten kann. Sie haben den Vorteil, das sie sehr günstig und sehr flexibel sind. Es sind echte Allrounder, aber zum filmen oder für Panoramas sind sie gar nicht geeignet.

Dann gibt es noch die 2-Wege und 3-Wege Neiger*. Dafür muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen, aber dafür kann die Kamera horizontal und vertikal schwenken und ist somit wesentlich flexibler bei Panoramen.

Und dann gibt es noch Getriebeköpfe, welche sich sehr präzise einstellen  lassen. Außerdem findet man noch eine ganze Menge Spezialköpfe im Handel, die für einen bestimmten Einsatzzweck hergestellt werden.  Im laufe der Jahre sammelt man genug Erfahrung, das man weiß was man benötigt oder man spezialisiert sich und kauft dann die entsprechende Hardware.

So ziemlich alle Stativköpfe verfügen über eine sogenannte Schnellwechselplatte. Diese Platten werden an die Unterseite der Kamera geschraubt und dann auch dem Stativkopf befestigt. Wichtig ist hier das dieser Mechanismus einfach zu bedienen ist. Außerdem sollte die Platte wirklich fest und sicher auf dem Kopf einrasten.

In der Praxis das richtige Stativ

Wenn man ein Stativ verwendet sollte man darauf achten dass es auch wirklich gerade steht. Man kann zwar auch bei einem schief stehenden Stativ die Kamera gerade ausrichten, aber wenn es nicht gerade steht läuft man Gefahr das es umkippt. Dabei kann die Kamera ernsthaft zu Schaden kommen. Manchmal geht es nicht anders, zum Beispiel wenn zwischen Felsen geklettert wird, dann sollte sehr vorsichtig sein und auf die Kamera achten.

Wenn man das Stativ aus fährt und nicht die volle Größe benötigt, so sollte man mit oberen, also den dickeren Beinsegmenten anfangen. Die dünneren Elemente sind bei weitem nicht so stabil und schon geringste Vibrationen können das Bild verhunzen.

Apropos Vibrationen: Brücken und manchmal auch Straßen oder Wege können dermaßen vibrieren das es unmöglich ist scharfe Bilder zu machen. Das ist mir letzten Sommer im Berlin auf der Brücke neben dem Dom passiert. Das Gleiche erlebte ich in Brasov in Rumänien in einer Fußgängerzone.  In beiden Fällen wollte ich 1-2 Minuten belichten, was mir beinahe  nicht gelang.

Baumwurzeln im Wald können ebenfalls vibrieren und uns somit die Bilder versauen.

Achte darauf das die Schnellwechselplatte richtig auf dem Stativkopf einrastet und verriegel sie mit dem kleinen Sicherheitshebel. Du wärst nicht der Erste, der auf diese Weise seine Kamera verliert.

Der Bildstabilisator

Man hört und liest es immer wieder: Man solle den Bildstabilisator unbedingt ausschalten, wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Der Stabilisator würde auf dem Stativ den gegenteiligen Effekt erzeugen. Deshalb schalte ich ihn auch brav aus! Also meistens…wenn ich daran denke…gelegentlich.  Ich fotografiere sehr viel mit Stativ und mir bis jetzt noch kein Unterschied aufgefallen. Das könnte aber auch daran liegen, das ich mit Sony-Kameras* fotografiere, welche den Bildstabilisator in der Kamera und nicht im Objektiv verbaut haben. Wenn hier jemand andere Erfahrungen hat, würde mich das wirklich interessieren.

Fernauslöser für das richtige Stativ

Durch das Drücken auf den Auslöser, während die Kamera auf dem Stativ steht, kann die Kamera dermaßen erschüttert werden, das die Bilder ebenfalls verwackelt und unscharf werden. Um das zu verhindern gibt es zwei Möglichkeiten.

Zum einen kann man den Selbstauslöser der Kamera verwenden. Stellt man ihn auf 2 Sekunden, sollte das mehr als ausreichend sein.

Zum anderen kann man einen Fernauslöser verwenden. Diese sind wesentlich komfortabler als der Selbstauslöser und bieten meist noch zusätzlich Funktionen, wie zum Beispiel längere Belichtungszeiten als 30 Sekunden oder aber auch Intervalle für Zeitraffer.  Fernauslöser gibt es sowohl mit Kabel als auch Kabellos. Einige Kamera-Modelle bieten auch die Möglichkeit mit dem Smartphone auszulösen

Die Pflege

Da gibt es eigentlich nicht viel zu tun. Wenn das Stativ im Salzwasser stand sollte man es einmal ordentlich abspülen. Stand es mal wieder im Wasser, sollte man es anschließend richtig trocknen lassen. Viel mehr Aufwand hat man damit eigentlich nicht.

Ich hoffe der Beitrag hilft dir das richtige Stativ zu finden .

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10 Kommentare

  1. Ich hab mein Stativ von meinem Papa „geerbt“, weil er es nicht mehr gebraucht hat… das ist sososo toll & erleichtert richtig viel Arbeit!

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

  2. Liebe Ina

    Ich gebe Dir voll und ganz recht, dass man mit einem Stativ bessere Bilder machen kann, aber für mich wäre das nichts, mit einem Stativ herum zu laufen.

    Zu Hause brauche ich für meine Blog das Stativ oft!

    Hab einen schönen Samstag!

    xoxo
    Jacqueline

    1. Das Stativ ist auch nur ein Hilfsmittel. Die Bilder werden dadurch nicht automatisch besser. Es hilft dir aber bei längeren Verschlusszeiten. Ausserdem entschleunigt es das Fotografieren, so das man sich viel eher auf die Bildgestaltung konzentrieren kann.😉
      LG Nico

  3. Hallo Nico! 🙂

    Vielen Dank für den ausführlichen und interessanten Artikel! Ich hab meiner Mama damals ein Stativ abgeluchst, war dann aber meist zu bequem dieses auch “mitzuschleppen”. Sollte ich irgendwann wieder Zeit haben mich mit dem Thema “Fotografie” auseinander zu setzen werde ich mir auf jeden Fall diesen Beitrag in Erinnerung rufen! Merci!

    Schönes Wochenende,
    Corinna

  4. Richtig schöner Beitrag!
    Ich muss mir auch bald ein neues Stativ zulegen, da ich gerne von oben direkt nach unten fotografiere. Beispielsweise bei Food-Fotos. 😀

    Ich denke, so ein Kugelkopf würde sich da perfekt anbieten.

    LG
    Laura

    1. Das kommt dann auch auf Stativ an. Wenn es eine Mittelsäule hat, dann kannst du das Stativ so aufbauen wie auf dem Bild mit der Pusteblume. Dann kann man senkrecht nach unten fotografieren. 😉
      LG Nico

  5. Danke für diesen tollen Bericht!
    Wir haben ein Stativ, habe aber nie so richtig darauf geachtet was das kann oder aus was es besteht – Holz nicht, soiel kann ich erkenne 😉
    Ich werd mich da mal schlau machen, denn eine gute Kamera braucht auch den entsprechenden Support. Danke!

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