Polarlichter in Norwegen

Polarlichter in Norwegen Nordlichter Stjørdal Norwegen

Immer wieder kommt die Frage auf wann und wo man Polarlichter in Norwegen sehen kann und auch die Frage was sind eigentlich Polarlichter. Diesen Fragen wollen wir hier auf den Grund gehen und ein bisschen Klarheit bringen.

Was sind Polarlichter eigentlich?

Polarlichter kann man sich als Luftkuss der Sonne vorstellen, den wir auf der Erde sehen können. Dieses Bild beschreibt das Phänomen eigentlich ganz gut.

Physikalisch betrachtet entstehen Polarlichter wenn die Sonne, die neben Wärmestrahlung und Lichtstrahlung eben auch Materie in großer Menge abstößt und in Eruptionen ins Weltall schleudert. Das ist der Sonnenwind.

Wäre wir auf der Erde nicht von der Atmosphäre und durch das Magnetfeld der Erde geschützt, wäre kein Leben auf der Erde möglich, durch diese Teilchen und der Strahlung, die die Sonne da aussendet.

Auf der Sonne kommt es immer wieder mal zu heftigeren Ausbrüchen und Eruptionen, dann verwandelt der Sonnenwind sich in einen Sonnensturm. Dabei entweichen dann heiße Gase in einem Umfang von mehreren Milliarden Tonnen.

Die Geschwindigkeit von solch einem Sonnenwind beträgt um die 300 Kilometer pro Sekunde. So ein Sonnensturm ist dann um einiges schneller, mit Geschwindigkeiten von 700 Kilometer pro Sekunde bis zu 2000 Kilometer pro Sekunde (Okt. 2003).

Solch ein Orkan erreicht dann also die Erdatmosphäre und ist so stark, dass er das Magnetfeld der Erde verformt. Ein Teil, auf der Tagseite wird zusammengestaucht und auf der anderen Seite, der Nachtseite wird es in den Weltraum gedrückt! Man spricht da von mehreren Millionen Kilometern.

Wenn der Sonnenwind die Erdatmosphäre trifft

Wenn der Sonnenwind sich nun dem Magnetfeld in der Magnetosphäre nähert. Wird dieser von dem Feld abgelenkt und strömt um die Erde herum. Da die magnetischen Feldlinien nach Norden ausgerichtet sind, also senkrecht zur Flugbahn der elektrisch geladenen Teilchen wirkt dann die Lorentzkraft. Die Bewegungsenergie der Teilchen des Sonnensturms wird also am Magnetfeld der Erde in elektrische Energie umgewandelt.

Die Lorentzkraft lenkt die Teilchen also senkrecht zur eigentlichen Bahn ab und auch senkrecht zum Magnetfeld. Dadurch entsteht um die Erde herum eine gewaltige elektrische Spannung.

Diese Spannung entlädt sich dann unter anderem dadurch, dass Elektronen entlang der Feldlinien auf die Erde zuströmt, genau dort hin wo die magnetischen Feldlinien ein-und austreten. Was an den den beiden Polen geschieht.

Diese Teilchen verbinden sich dann mit den Atomen der Erdatmosphäre und dadurch entstehen die Nordlichter.

Das geschieht etwas 150 km von der Erde entfernt. Dieser Austausch von Energie führt dazu, dass die Moleküle geladen werden und so anfangen zu leuchten. So ist das Licht das entsteht eigentlich einfach ein Plasma welches sich bildet.

So entstehen also über den beiden Polen Polarlichter. Bei starken Sonnenstürmen beschränkt sich das Phänomen der Polarlichter nicht nur auf die Pole, sondern sind über den nördlichen Himmel, wie auch dem südlichem Himmel sichtbar. Denn wenn Polarlichter auftreten dann immer gleichzeitig über dem Süd- und Nordpol.

Dieses wunderschöne Spektakel kann auch negative Folgen haben, durch die starke Spannung können Satelliten ausfallen. Radio, Funk und Fernsehen können gestört werden und in Kanada fiel 1989 ein ganzes Stromnetz aus.

Polarlicht oder Nordlicht?

Nordlicht Norwegen von A bis z

Der Begriff Polarlicht beschreibt das Phänomen im Ganzen. Nordlichter sind dann die Lichter die über der Nordhalbkugel sichtbar sind: Aurora Borealis und die Südlichter, über der Südhalbkugel: Aurora australis.

Die verschiedenen Farben der Polarlichter

Polarlichter können in sechs Farben erscheinen. Meist sieht man die Farben: Grün, Rot und Blau und dann können die Mischfarben violett, weiss und ganz selten auch gelb entstehen.

Polarlichter in Norwegen erscheinen meist in Grün. Die Farben hängen von den unterschiedlichen Bestandteilen der Atmosphäre ab und auch die Höhe spielt eine Rolle. Die grünen Polarlichter entstehen meist durch Sauerstoff in einer Höhe von 80-150 Kilometern. Rote und blaue Polarlichter entstehen meist durch Stickstoffteilchen in einer Höhe von 150 bis 600 Kilometern.

Polarlichter in Norwegen: wann und wo?

Das Wichtigste um Polarlichter sehen zu können ist ein klarer, dunkler Himmel. Den das Phänomen der Polarlichter spielt sich in 100 Kilometer Höhe ab, also weit oberhalb der Wolkendecke.

Die Nordlichtzone verläuft in Nordskandinavien, Island, Grönland, Nord Kanada, Alaska und Nordsibirien. Aber bei starken Sonnenstürme sind Nordlichter auch bis nach Norddeutschland zu sehen.

Die beste Zeit:

Die beste Zeit, um Nordlichter in Norwegen zu sehen ist von Anfang September bis Mitte April, im Sommer ist es natürlich zu hell, um sie zu sehen obwohl es sie da genauso gibt.

Statistisch sind die Monate Oktober und März am geeignetsten. Aber das ist immer auch ein Glücksspiel, denn wenn der Himmel bedeckt ist, hilft auch der stärkste Sonnensturm nichts, dann sind sie einfach nicht zu sehen die Nordlichter.

Welche Zeit ist am günstigsten?

Von 18 Uhr bis 1 Uhr sieht man das Nordlicht am besten und Abends zwischen 22 und 23 Uhr ist es am häufigsten zu entdecken.

Wo kann man Polarlichter in Norwegen sehen?

In Norwegen ist die Region um Tromsø ein Magnet für Nordlichtfans. Je nördlicher man sich befindet, desto grösser sind die Chancen Nordlichter zu sehen. Als wir in Norwegen lebten, hatten wir mehrmals im Winter Nordlichter und das war in der Mitte des Landes in Trøndelag. Am besten in der Natur mit sowenig Licht wie möglich ringsherum, doch wir haben auch schon tolle Nordlichter in der Stadt gesehen. Nie vergessen die Aurora ist eine Diva und sie zeigt sich eben nur wann und wo sie möchte!

Hier berichtet Nico von der Nordlicht Fotografie im Vorgarten.

Was macht sie aus die Faszination der Nordlichter?

Polarlicht in norwegen stjördal

Seit jeher haben Nordlichter einen unglaublichen Reiz auf die Menschen. Früher wo sich die Menschen das Phänomen noch nicht erklären konnten, sah man es oft als böses Omen und hatten Angst und Respekt davor. Ob in der Bibel im Alten Testament (Ezechiel 1:1-28):

 

 „… Ich schaute, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden und eine große Wolke, rings von Lichtglanz umgeben, und loderndes Feuer und aus seinem Innern, aus der Mitte des Feuers, leuchtete es hervor wie Glanzerz. Mitten aus ihm heraus wurde etwas sichtbar, das vier lebenden Wesen glich. … und hellen Schein verbreitete das Feuer und von dem Feuer gingen Blitze aus.“

Bei den Römern, wo Abt Theophanus (~760-817) schrieb:

“….In diesem Jahr sind in der Luft mit Waffen versehene Männer gesehen worden, die aus Wolken geformt waren“

Die Wikinger hielten die Nordlichter für Brücken in das Reich der Toten, als Wegweiser nach Grönland oder das irgend eine große Schlacht auf der Welt stattfand.Sie versuchten aber auch das Phänomen auch irgendwie natürlich zu erklären:

„Weil Grönland am äußersten Rand der Erde liegt, könne das Randfeuer, das Meere und Gewässer umgibt, hereinleuchten und die Erscheinung bewirken.“ 


 

„Wenn die Sonne unter dem Erdball untergehe, könnten einzelne Funken von ihr am Himmel hinauffahren; …“

Weiter südlich in Europa, wo die Nordlichter seltener zu sehen waren, galten sie immer übernatürliche Unglücksboten, die Kriege, Hungersnöte oder die Pest vorher sagten.

Auch für die Sami, den Ureinwohnern des Nordens, waren Polarlichter ein böses Omen! Sie glaubten, das die Nordlichter die Seelen der Verstorbenen sind und man daher nicht über sie reden sollte. Auch sollte man weder dadrunter stehen, noch durch singen, pfeifen oder Rufen auf sich aufmerksam machen. Denn waren sie auf einen aufmerksam geworden, konnten die Nordlichter nach unter greifen und einen in den Himmel heben oder auch den Kopf abschlagen. So bleiben viele Sami bis heute bei Nordlichtern lieber im Haus. Denn sicher ist sicher, man weiß ja nie, ob was wahres dran ist.

Diese tanzenden, funkelnden Lichter, die sich wie ein Schleier am Himmel zeigen sind, egal wie oft man sie schon gesehen hat, immer etwas ganz Besonderes. Eines der wunderschönsten Naturphänomene, die es gibt, die einen in ihren Bann ziehen und einfach nur atemberaubend sind. Manchmal ganz zaghaft am Himmel zu erahnen, manchmal kräftig nicht zu übersehen. Einfach jedes Mal eine einzigartige Lichtshow am Himmel. Man spürt einfach die Kraft der Natur und wie klein wir Menschen dagegen einfach sind.

Dieses wunderschöne Naturereignis vergisst man nie wieder, wenn man es einmal selbst gesehen hat! Ich glaube, jeder bekommt beim ersten Sichten eines Polarlichts Gänsehaut!

Was sollte man beachten um Nordlichter zu sehen?

Da die Polarlichter nun einmal meist im Winter zu sehen sind sollte man auf warme Kleidung achten und vor allem auch auf gute warme Schuhe. Der Norweger würde jetzt sagen: Wolle, Wolle, Wolle, den ich glaube fast sie sind süchtig nach Wolle, aber es ist wirklich so das Wollsachen, gerade auch als unterste Schicht Gold wert sind im Winter. Dazu natürlich der altbekannte Zwiebellook.

Am besten noch eine Thermoskanne mit warmen Getränken mitnehmen und auch was kaltes zu trinken und einen kleinen Snack,in Grönland sagt man immer Schokolade mit haben. Dazu noch eine Powerbank und Extrabatterien, den in der Kälte verlieren die Geräte sehr schnell ihren Saft.

Dann ist kann eine Isomatte ganz hilfreich sein, genau wie Stirnlampe oder Taschenlampe.

Dazu ein dunkles Plätzchen mit wenig Lichtverschmutzung.

Wenn du dieses wunderbare Phänomen fotografieren möchtest, mach dich mit deiner Kamera vertraut und den Einstellungen die am Besten sind. Nichts ist schlimmer als dann Verzweifelt die richtigen Knöpfe zu finden. Vor allem das Stativ nicht vergessen. Einige gute Seiten zur Polarlichtfotografie sind hier zu finden:

Reisewut

Hometravelz

Blickgewinkelt

Aber lasst die Kamera auch einfach nur mal liegen und genießt dieses unglaubliche Feuerwerk der Natur ganz für euch, ihr werdet es sicher nie vergessen!

Habt ihr denn schon einmal Nordlichter gesehen? Wir war das Erlebnis für euch? Oder wollt ihr einmal unbedingt welche sehen? Schreibt gern über eure Erlebnisse in den Kommentaren!

2 Kommentare

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