Reisebericht Teil 7: Ulan-Ude

Ankunft in Ulan-Ude 21.7.2018

Ulan-Ude die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien, war uns vor der Reise völlig unbekannt! Was sofort auffällt rundherum sind nun Menschen die eben gar nicht mehr russisch aussehen, sondern asiatisch, auch finden sich überall in der Stadt und rundherum buddhistische Tempel.

Wir gingen zu unserem Hotel welches ca. 30 Minuten vom Bahnhof entfernt war und sich ganz in der Nähe der Markthalle befand.

Wir waren sofort sehr positiv von dieser Stadt überrascht, sie war sauber wie eigentlich überall in Russland, aber auch gepflegter wie zum Beispiel Wladiwostock und die Holzhäuser auch weniger abgewohnt, wie in Irkutsk und vor allem der Autoverkehr wirkte viel ruhiger und gesitteter, man musste nicht bei jeder Straßenüberquerung Angst haben. Wirklich sehr positiv der erste Eindruck!

Typisches Holzhaus in Ulan-Ude

Leider regnete es und der Regen wurde immer mehr im Laufe des Tages, was zu der Jahreszeit eigentlich eher ungewöhnlich ist, wie uns berichtet wurde.

Beeindruckend waren dann auch die Pfützen die überall waren, ganze Strassen standen  völlig unter Wasser!

Wortwahl unserer Grossen:” Die grösste Pfütze der Welt!”

Unser Hotel lag in einem wunderbaren Viertel umgeben von diesen typischen Holzhäusern, viele in viel besserem Zustand wie in Irkutsk. Das Hotel selbst war sehr zu empfehlen, es gab einen Hotelteil und auch ein Hostelteil, diesmal landeten wir sogar im Hotel, eher ungewöhnlich für uns, aber booking.com hatte so ein tolles Angebot! Das Zimmer war ungewöhnlich groß und gut ausgestattet.

Nachdem Ankommen im Hotel, das Abgeben der Wäsche zum Waschen, ja diesmal ließen wir Wäsche waschen, auch eine eher ungewohnte Erfahrung für uns. Gingen wir Erwachsenen  mit der Kleinsten die Gegend erkunden, Nr.3 hat es sich mit dem Internet gemütlich gemacht und wollte nicht mehr in den Regen.

Die Markthalle und die Stände davor waren für uns Markthallenfans wieder ein tolles Erlebnis!

Am Abend wollten wir eigentlich in unserem Hotel essen, aber dort wurde eine Hochzeit gefeiert und so gingen wir in ein Restaurant dem Hotel gegenüber und aßen leckere Schaschliks. Hier war es zwar nett und lecker, aber wie so oft in Russland lässt der Service zu wünschen übrig, das Essen wird nicht zusammen serviert und meist das der Kinder zum Schluss und zwar erst nachdem wir anderen schon fertig waren mit dem Essen, wer Kinder hat weiß  welch Herausforderung das ist! Das ist uns leider so, sehr,sehr häufig passiert, aber es gab zum Glück auch Ausnahmen. Ich hoffe das da der Tourismus, den es gerade in diesen Regionen Russlands ja erst ganz,ganz kurze Zeit so  gibt, schnell dazu lernt.

22.7.2018 Ulan-Ude

Nachdem Nico wie sooft wieder einen morgendlichen Fotowalk einlegte, mit wie immer tollen Ergebnissen. 

 

Opernhaus

Wollten wir heute in das Ethnografische Museum besuchen, eines der grössten Freilichtmuseen in Russland.

Informationen über das Museum zu finden war gar nicht so einfach und vor allem herauszufinden welcher Bus hinfährt.

Dank intensiver Internetrecherche fanden wir heraus das es der Bus Nr.37 ist, wieder so ein Kleinbus Marschrutka, allerdings nicht in welche Richtung, so stiegen wir ein, fragten nach Museum und der Busfahrer nickte, allerdings war es die andere Richtung, so bekamen wir noch eine Extrastadtrundfahrt, da wir erst zur falschen Endhaltestelle fuhren, dann klärte sich das auf und wir sind dann einfach in die andere Richtung gefahren. So dauerte die ganze Fahrt zum Museum statt der normalen halben Stunde, mehr wie eine Stunde,naja aber so haben wir im Prinzip ganz Ulan-Ude gesehen ;-).

Auch lustig war es als eine Frau, als sie mitbekam das wir Deutsch reden, plötzlich anfing das Einheitsfrontlied zu singen:

Und weil der Mensch ein Mensch ist,
d’rum braucht er was zu fressen, bitte sehr.
Es macht ihm ein Geschwätz nicht satt,
das schafft kein Fressen her.

[Refrain]
D’rum links, zwo, drei, drum links, zwo, drei,
wo dein Platz, Genosse, ist.
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
wenn du auch ein Arbeiter bist.

Wir kannten es natürlich das Lied von Brecht und Eisler, als alte Ton Steine Scherben Fans, wohl selbstverständlich.

 

Diese Bussen werden immer aufgefüllt bis es nicht mehr geht, gut ist das einem mit Kindern immer Sitzplätze angeboten werden, allerdings ist es mit Buggy, auch wenn dieser zusammengeklappt ist, kompliziert Platz zu finden. Wir waren jedenfalls froh dann aussteigen zu können.

Da wir auch noch ein Haltestelle zu zeitig ausstiegen hatten wir noch einen wunderbaren Weg durch einen kleinen Wald vor uns.

Das Museum zeigt Gebäude von allen in Burjatien anwesenden Völkern, also von Holzbauten bis Jurten.

Eingangstor zum Ethnografischen Museum in Ulan Ude

 

Wirklich sehr,sehr interessant. Absolut schrecklich und ein wirklicher Kritikpunkt ist der kleine integrierte Tierpark, eine solche schlechte Tierhaltung haben wir noch nie gesehen, einfach nur grausam.Wir wussten gar nicht das da ein Tierpark ist und wir hätten ihn sicher nicht betreten wenn wir es gewusst hätten.

Ich hoffe wirklich das sich in Sachen Tierschutz ganz schnell auch in Russland etwas ändert!

Am Abend trafen wir uns mit Moritz und Familie vom Camp Taigapitch  ,die Kinder verstanden sich super und wir spazierten durch die Innenstadt von Ulan-Ude bis zum weltgrößten Leninkopf, der übrigens asiatische Gesichtszüge hat.

Der Weltgrößte Leninkopf der Welt

 

So erfuhren wir viel vom Leben in Russland speziell als russisch/deutsche Familie, danke noch mal ganz herzlich! Eigentlich wollten wir sie am nächsten Tag in ihrem Camp besuchen das klappte leider nicht.

23.7.2018  Buddhismus in Ulan-Ude

Heute wollten wir uns einen budhistischen Tempel anschauen. 40km von Ulan-Ude entfernt gibt es einen ganz großen. Wir besuchten aber einen Tempel in der Stadt, nicht weit vom Museum entfernt.

Wirklich sehr interessant zu sehen, auch wenn ich theoretisch Ahnung habe, so das praktische Wissen was jetzt eigentlich wie genau in diesen Tempeln und Tempelanlagen gemacht wird, fehlt mir. Definitiv eine Bildungslücke die aufgefüllt gehört, finde ich!

Auf jeden Fall war es sehr schön, sehr beruhigend und sehr bunt!

Tempeltür Ulan-Ude

 

Am Nachmittag bummelten wir noch durch die Stadt und fanden ein italienisches Ristorante, wo wir sehr überrascht vom Service waren, unglaublich auf die Kinder bedacht und auch sonst Tip Top!

Am Abend genossen wir noch einmal die schöne Abendstimmung für einen tollen Spaziergang, die Kleinste wurde mal wieder von Blondverrückten Asiaten “überfallen” und wir verloren irgendwo in Ulan-Ude die Jacke der kleinsten Maus!

 

So sah das dann aus mit den Selfies

Am nächsten Morgen sollte recht zeitig weitergehen mit dem Zug zur nächsten Stadt : Jekatarinenburg!

Ulan-Ude überzeugte uns als tolle, schon sehr asiatische Stadt die sehr gepflegt und aufgeräumt war! Also dieser Stadt statten wir bestimmt nochmal irgendwann einen Besuch ab!

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24 Kommentare

  1. Was für ein schöner Bericht. Find es toll dass du auf den Tierschutz achtest – das ist in solchen Tourigeschichten ja meistens ein Schwachpunkt. Merkwürdig aber, dass sie auf den Tierpark gar nicht hingewiesen haben – eigentlich sollen die ja Touris anlocken. Merkwürdig.
    Deine Fotos sind total super geworden.
    Liebe Grüße,
    Tama <3

    1. Dort ist noch nicht viel mit Touris anlocken, man findet eigentlich kaum Infos im Netzt oder sonst wo, wie gesagt wir musstenn ewig suchen bis wir fanden welcher Bus dort hinfährt.

      LG Ina

  2. Liebe Ina,
    Danke für diesen wundervollen Bericht! Dass Menschen im russischen Raum asiatisch aussehen, ist nichts ungewöhnliches 😉 mein Mann kommt aus Kasachstan und da gibt es viele Menschen, die sehr asiatisch aussehen (ist noch von den Vorfahren bedingt)

  3. Haette ich jetzt nicht gelesen, dass ihr i Russland unterwegs wart, haette ich sofort auf Asien getippt. Wie schoen ist das denn da bitte? Aber das mit dem Regen und dem Wasser ist etwas gruselig. Kaum ist man in einem anderen Land, bringt man Regen mit xD

    Ich bekomme etwas Fernweh grad. Aber ich bin so ein Schweden Urauber xD

    Danke fuer den tollen Bericht <3
    xoxo dein Lipstickbunny Vanessa

  4. Das sind ja unglaublich überraschende Aspekte, die ich so von Russland überhaupt nicht erwartet hätte. Jetzt bekomme ich richtig Lust selbst mal hinzureisen. Vielen Dank für den wunderschönen Bericht und die traumhaften Bilder.

    1. Russland ist sehr vielschichtig und Ulan-Ude ist nicht weit von der Mongolei entfernt.Russland besteht ja aus vielen Ländern und Nationen, deshalb ist es eigentlich nicht verwunderlich auch den Buddhismus anzutreffen, genau wie den Islam oder das Schamanentum.

      LG Ina

  5. das ist ja spannend, dass eine russische Stadt so (südost-) asiatisch wirkt! ich habe ja einen Hang zu solchen Tempelbauten und hätte mich auch sehr dafür begeistern können 🙂

    und wenn man mal in Richtung Mongolei denkt, scheint das “Phänomen” auch gar nicht mehr so ungewöhnlich was?! 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    1. Ganz genau Ulan-Ude ist ziemlich nah der mongolischen Grenze daher ist es überhaupt nicht verwunderlich auf solche Tempel zu treffen.

      Lg Ina

  6. Liebe Ina, lieber Nico,
    mein Nachbar kommt aus Kasachstan und ich frage ihn regelmäßig, wie es denn so war in Russland, was es zu essen gab und was ihre Bräuche waren. Und jedes Mal denke ich mir, ich muss unbedingt mal hin. Eure Beiträge sind die Vorfreude für meine Russland-Reise, die hoffentlich bald einmal kommt.
    Ganz liebe Grüße
    Charnette

    1. Es gab auch ein paar Ausnahmen, meist waren das zufälliger Weise italienische Restaurants oder Cafes, weiß nicht ob die Besitzer vielleicht aus Italien oder Europa kamen.Das krasseste waren einmal als wir mit der in Russland lebenden Familie essen waren und deren Junge ein Fleischgericht bestellte und wir alle schon fertig waren u. auf Nachfrage das Essen immernoch nicht in der Pfanne war.

      LG Ina

  7. Ich reise ja schon die ganze Zeit gerne in eurem Rucksack mit durch Russland ;-)! Diese Region ist mir noch völlig unbekannt und ich finde es jedes Mal wieder spannend, welche unerwarteten Eindrücke ihr mit euren Bildern transportiert. Bildlich vorstellen kann ich mir ja die Begegnung mit der singenden Dame – das sind doch die Überraschungsmomente die das Reisen ausmachen ;-)…
    Liebe Grüße, Lisa

  8. Ich kannte Ulan-Ude bisher nicht, daher war der Beitrag sehr spannend für mich. Die Fotos sind wunderschön!
    Mich wundert es allerdings nicht, dass Ulan-Ude so asiatisch aussieht, denn wenn man sich die Weltkarte anguckt, dann liegt Burjatien direkt an der Grenze zur Mongolei und somit in Asien. 😉
    Liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

    1. Ganz genau, allerdings liegen ja auch andere Städte in Russland in Asien, ja eigentlich der grösste Teil des Landes 😉 und nicht alle sind so asiatische geprägt, wir kamen ja gerade aus Wladiwostok, welches ja noch viel weiter im Osten liegt, aber durch die Geschichte der Stadt, Sperrgebiet, Militär usw. gibt es dort weit weniger asiatisch aussehende Menschen, sieht man von den Touristen aus China mal ab ;-).

      LG Ina

  9. Hallo Ina,

    mir geht es da wie dir. Diese Teilrepublik Burjatien kannte ich bis zu deinem Bericht noch gar nicht 😀 Also wieder was gelernt. Immerhin habe ich von Ulan-Ude schon mal gehört, aber wohl auch eher, weil ich mal nach Ulan-Bator gesucht habe. Unsere Idee ist auch, in den kommenden Jahren mal durch Russland und Sibieren zu reisen. Vielleicht auch mit der Transib, aber da kenne ich eure Reiseberichte ja schon 🙂

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch
    Fernweh-Koch bei Pinterest

  10. Ein wirklich schöner Bericht und sowieso eine tolle Reise die ihr da gemacht habt. Wie haben denn die Kinder den Tierpark empfunden? Vor genau solchen “bösen” Überraschungen hab ich auch immer Angst auf Reisen. Gerade was Tierschutz angeht.
    Ansonsten sieht Ulan Ude aber sehr spannend aus und so ein Freilichtmuseum ist ja eigentlich total meins (würde jetzt aber aufgrund des Tierparks auch wegfallen). Gerade die Architektur des Opernhauses finde ich irgendwie sehr schön!

    Lg Miriam

    1. Die Kleinste versteht es ja noch nicht, Nr. 3 also 8 Jährige war entsetzt , sie ist ein Tiernarr und setzt sich sehr gerne mit den Lebensbedingungen auseinander und hätte dort am liebsten aufgeräumt, oder zumindest was denen erzählt.

      LG Ina

  11. Wieder sehr schöne Eindrücke! Ihr bringt mir damit Russland näher und mir scheint es durch Eure Artikel gefallen zu können! Und jetzt mit dem asiatischen Flair umso mehr! Danke dafür!

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