Unser Besuch im Naturschutztierpark Görlitz

Letztes Wochenende nutzten wir das schöne Wetter und das zeitige Aufstehen, dank einer immer vor um 6.00 Uhr wachen Nr.4, zu einem Ausflug in den Tierpark  hier in Görlitz. Da kam uns zu Gute das in unserem Willkommenspaket für Neu Görlitzer auch eine Familienkarte für einen Tierpark Besuch enthalten war.

Und der Besuch im Tierpark überraschte uns absolut positiv! Zu recht hat der Tierpark den Namen Naturschutztierpark.

Kurz zum Naturschutztierpark Görlitz

Gegründet wurde der Tierpark 1957 als Heimattierpark. Heute beherbergt er rund 500 Tiere in 100 verschiedenen Arten auf  ca. 5 Hektar Fläche. Also ein eher kleiner Vertreter der Tierparks, aber einer der es in sich hat. Nach der Wende schwanden die Besucherzahlen, logisch bei Abwanderung aus der Region. Im Tierpark fing man ein Umdenken an und setzte auf das Konzept eines Naturschutz-Tierparkes mit einem  Schwerpunkt auf einheimischen und asiatischen Tierarten. Ein weiterer wichtiger Punkt war es das ein direkter Kontakt mit den Haustieren geben sollte, man die Tiere direkt erleben konnte.

Wie der Name Naturschutztierpark schon vermuten lässt ist Artenschutz ein wichtiges Anliegen des Tierparks. Sei es durch spezielle Unterrichtsangebote der ZOO Schule für die tierschutzgerechte Haltung von Heimtieren. Den Erhaltungszuchten(ex-situ Artenschutz) und auch durch Arbeit vor Ort, für den Schutz der Lebensräume bedrohter Arten(In-situ- Artenschutz). Das macht der Naturschutztierpark Görlitz unter anderem auch durch Naturschutzpatenschaften.

Es werden im Tierpark auch nur Tiere gehalten wo eine artgemäße Lebensmöglichkeit geschaffen werden kann. Dazu betreibt der Tierpark eine Wildauffangstation und nimmt aktiv an verschiedenen Naturschutzprogrammen teil. Mehr zum Naturschutz des Tierparks findet ihr hier.

Es ist nicht nur der Tierpark von Görlitz, sondern auch der Tierpark von Zgorzelec, also der polnischen Nachbarstadt. Görlitz wurde ja nach dem zweiten Weltkrieg in zwei Teile geteilt, einmal Deutsch und ein Teil wurde polnisch. Also sind auch alle Beschreibungen sowohl auf Deutsch und auch Polnisch im Tierpark.

Was macht ihn so besonders?

Sehr schnell merkt man im Tierpark hier ist vieles anders als in anderen Parks. So nah bin ich selten Zootiere gekommen und zwar fast allen!

 

Noch nie einem Stachelschwein so nah gekommen

Gleich zu Beginn kamen uns zwei Gänse schnatternd entgegen oder auch in den begehbaren Anlagen, wie dem Qishan, der chinesischen Erlebnisvoliere, wo Pater David Felsenhörnchen herumwuselten und sich immer wieder ganz nah an uns herantrauten oder Chinasittiche herumzwitschern. Dort können die Kinder klettern oder man kann sich hin setzten und die Tiere beobachten. Goldfasane stolzierten auch noch durch die Anlage in all ihrer Pracht.

Goldfasan

Dazu gibt es noch den Oberlausitzer Bauernhof wo man die Tiere nicht einfach nur streicheln kann, sondern auch bürsten und Schubkarren und Besen für die Kleinen waren auch im Gehege und es wurde fleißig sauber gemacht von den Kindern. Dort waren nicht nur Schafe und Ziegen  sondern auch Lamas zu finden. alle Tiere total entspannt und mit viel Rückzugsgebiet wenn es doch mal zuviel wird.

Dazu gibt es noch eine Kaninchenwelt , wo man die Hoppler in ihrem Haus besuchen darf und dort befindet sich ein “Kinderkäfig” wo die Standardmasse der Nutztierhaltung hochgerechnet wurden für ein 10 jähriges Kind und so sehr deutlich wird, wie wenig Platz den Kaninchen da zur Verfügung steht.

Murmeltiere die auf der Wiese herumflitzten und buddeln sind ebenso ganz ohne Zaun zu sehen.

Etwas ganz besonderes ist das Tibet Dorf, welches das einzige Tibet Dorf in Deutschland, wenn nicht sogar außerhalb Tibets ist.

Der Eingang zum Tibet Dorf. Vorne Links ist die Anlage der Stachelschweine schön zu sehen.

Neben den Heimatlichen Tierarten gab es im Tierpark auch viele asiatische Tierarten und diese wollte man auch in einem einheitlichen System zeigen und so begann man 2005 mit dem Bau des Tibet Dorfes. das Dorf hat sein Vorbild in einer Region in Westtibets, wohin Mitarbeiter des Tierparks imer wieder reiste, um sich ein Bild zu machen wie Mensch und Tier dort lebten und so wurde es ein original getreue Nachbau eines Dorfes, mit Gebetsmühle und Gebetsfahnen. Das Bauernhaus ist zu besichtigen und im dazugehörigen Gehege leben Yaks, Kaschmirziegen und Kamele. 

Buddhistische Gebetsmühle

2006 wurde das Dorf von einem buddhistischen Mönch geweiht. Jedes Jahr am 10.3. nimmt der Tierpark an der Aktion Flagge hissen für Tibet teil. (www.tibet-flagge.de) Zur Erinnerung an den Volksaufstand 1959, zum Zeichen setzten gegen die Unterdrückung in Tibet.

Eine weitere Besonderheit im Tierpark ist, das man viele Tiere füttern darf. Dazu gibt es an den Anlagen wo es erlaubt und möglich ist, Stellen wo eine bestimmte Menge an Futter liegt und das kann dann verfüttert werden.

Spielplätze 

Im Naturschutztierpark Görlitz gibt es jede Menge Spielmöglichkeiten für die Kinder. Die Spielplaẗye haben Bezug zum Tierpark, so gibt es einen Milchspielplatz wo sich alles um die Milch und Kuh dreht, dann gibt es eine ganze Entdeckerscheune wo sich die Kleinen wirklich austoben können. Dazu noch mehrere kleine Spielplätze zum Klettern, Schaukel und Rutschen und neben dem Kängurugehege gibt es einen Sprungspielplatz wo die Kinder hüpfen können wie ein Känguru, kaum weg zubekommen war da Nr.4.

Das Känguru passt am Sprungspielplatz auf und dort kann man in den Beutel klettern.

Auch sonst gibt es viel zu entdecken und auch lernen über 100 Stationen gibt es im Tierpark verteilt wo die Kinder spielerisch was lernen können, ob es um das Erkennen von Bäumen geht oder um das Leben der Insekten.

Auch Drachen haben wir entdeckt, da stimmt die artgerechte Haltung aber nicht so ganz

Fazit:

Wir waren ja nun schon in so einigen Tierparks und ZOOs, aber der Naturschutztierpark Görlitz hat uns wirklich überrascht und wir haben selten so einen aufgeräumten und sehr Detailverliebten Tierpark erlebt, der auf ganz besondere Art und Weise die Tiere zeigt und sie uns Menschen näher bringt.

Also gerade mit Kindern, aber auch für Erwachsene lohnt sich ein Besuch im östlichsten Tierpark Deutschlands auf jeden Fall. Da hat die Stadt Görlitz wirklich einen kleinen Schatz. Wir werden ihn bestimmt noch ganz oft besuchen. 

Öffnungszeiten und Preise(Stand März 2019)

März bis Oktober

9 bis 18 Uhr 

November

9 bis 17 Uhr 

Dezember bis Januar

9 bis 16 Uhr 

Februar 

9 bis 17 Uhr 

Preise:

 Erwachsene:   6,90€

Ermäßigte:   3,90€  Kinder 3-6 Jahre, Schüler, Azubis

Hunde:   2,90€ 

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Ein Kommentar

  1. Ich finde, das ist eine ausgezeichnete Alternative zu althergebrachten Zoos.
    So wie Du es beschreibst, klingt es so, als würden die Betreiber sich wirklich auf das Tierwohl konzentrieren … nicht einfach nur möglichst spektakuläre exotische Tiere ausstellen, sondern sich fokussieren und eben auch viel Heimisches präsentieren.
    Schade, dass Görlitz so weit weg ist!

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