Die schönsten Zugstrecken der Welt-Round up

Das wir Zugfans sind hat sich wohl so langsam rumgesprochen! Warum wir das Bahnfahren und da vor allem Interrail als ideale Reiseform für Familien sehen haben wir hier geschrieben. Da wir nun durch unsere Interrail Touren und auch die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn so einige Zugstrecken gesehen und erfahren haben, haben wir mal darüber nachgedacht welche die schönsten Zugstrecken für uns war und die Frage stellten wir auch anderen Bloggern und so kam eine schöne Sammlung von den schönsten Zugstrecken auf der ganzen Welt zusammen.

Zu den für uns schönsten Zugstrecken gehört die Fahrt von Genua nach Nizza. Die so wunderbar direkt am Mittelmeer entlang geht. Davon war damals vor allem unsere Nr. 4 begeistert, damals ein knappes Jahr alt und total Wasser verrückt, sie kam gar nicht mehr heraus aus dem Staunen. Aber auch für uns Grosse war es eine landschaftlich total schöne Strecke.

Staunend schaute sie die ganze Zeit heraus

Wichtig zu merken in aus Richtung Italien in Fahrrichtung links sitzen, für den schönsten Blick!

Eine weitere Strecke die landschaftlich sehr reizvoll ist, die Bahnstrecke von Oslo nach Bodø. Wenn man dann noch das Glück hat das der Zug anhält, weil da gerade Moschusochsen sind, wenn man über das Dovrefjell (Dovre Gebirge) fährt, dann kann es fast nicht perfekter werden so eine Fahrt.Damals noch nicht so oft mit Kamera unterwegs, daher keine Bilder von der Fahrt.

Die beeindruckendste Zugfahrt war natürlich unsere Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn, da vielleicht nicht so die Landschaft, die doch meist durch Birkenwälder führt, mit Ausnahme der wundervollen Strecke entlang des Baikalsees, sondern da ist es vor allem das Erlebnis des Bahnfahrens und der Begegnung mit den Menschen die beeindruckt.

9288km Transsibirische Eisenbahn in Wladiwostok geschafft, die ging es dann auch nochmal zurück

Hier komme nun einige die schönsten Zugstrecken

Heiko von People Abroad  fährt durch das australische Outback:

The Ghan

Foto: Heiko Müller

Wenn ich auf Reisen bin, fahre ich gerne mit dem Zug. Eine der spannendsten Zugstrecken war für mich mit „The Ghan“ durch’s australische Outback.

Von Adelaide ging es in 24 Stunden nach Alice Springs. Man fährt dabei durch die endlosen Weiten des roten Kontinents bis ins Zentrum des Outback und sieht karge und einsame Landschaften, was mich sehr fasziniert hat.

Foto: Heiko Müller

Insgesamt waren es rund 1.500 km, die der Zug in den 24 Stunden unterwegs ist. The Ghan fährt dann noch weiter bis nach Darwin, weshalb er auch als transkontinentaler Fernverkehrszug bezeichnet wird. Knapp 3.000 km misst die Strecke insgesamt von der Südküste bis zur Nordküste. Währenddessen fährt er durch vier Klimazonen und die ganze Fahrt dauert etwas mehr als zwei Tage.

Ich fand die halbe Strecke bis Alice Springs schon echt beeindruckend und vielleicht schaffe ich es ja, irgendwann mal noch die zweite Hälfte mitzufahren. Der Zug fährt übrigens einmal pro Woche, in der Hauptsaison 2x wöchentlich. Alice Springs eignet sich gut als Anlaufstelle für Touren ins Outback, zum Uluru (Ayers Rock), den Olgas oder zum Uluru-Kata Tjuta National Park. Den Ort selbst fand ich weniger spannend, allerdings man kann sich dort gut mit Proviant für einen Roadtrip oder für Wandertouren eindecken. Vor Ort gibt es auch viele Mietwagen-Firmen.

Foto: Heiko Müller

Sehr empfehlen kann ich allerdings eine Zugfahrt mit „The Ghan”

Charnette von wiraufreise.de 

Glacier Express und Gornergratbahn

Eine wunderschöne Zugstrecke führt durch die Schweizer Kantone Graubünden, Uri und Wallis. Der
Glacier Express, der langsamste Schnellzug der Welt, verbindet St. Moritz mit Zermatt. Wir sind in
Chur zugestiegen und erlebten eine atemberaubende Genussfahrt durch die Alpen.

Die Strecke führt durch Disentis, über den Oberalppass nach Andermatt, Brig und Visp.

Die riesigen Panoramafenster ermöglichen einen herrlichen Rundumblick und auch kulinarisch wird dem Fahrgast einiges geboten.
Auf der fünfstündigen Fahrt wird es selbst den kleinen Passagieren nicht langweilig. 

Neben Eiger, Jungfrau und Mönch entdeckt man auch einen leuchtend roten Leuchtturm auf dem Gipfel des
Oberalppasses, der als Symbol für die Verbindung zu Rotterdam (Rheinquelle und –mündung) steht.
Als wäre das nicht schon genug, gibt es noch eine weitere, atemberaubend schöne Zugstrecke in
dieser Region. So lässt die Gornergratbahn das Herz jedes Eisenbahnfreundes höher schlagen. Die
elektrisch betriebene Zahnradbahn bringt Touristen an 365 Tagen im Jahr von Zermatt (1600 m) auf
den Gornergrat auf ca. 3100 m über N.N.
Mit Blick auf das Monte-Rosa-Massiv mit dem höchsten Schweizer Berg, der Defourspitze (4634 m),
dem zweitgrößten Gletscher der Alpen, dem Gornergletscher, sowie auf 29 Berge, die über 4000 m
hoch sind (unter anderem auch das Matterhorn) bietet das Aussichtsplateau ein Panorama, das
weltweit als eines der schönsten gilt.

Foto: Charnette wiraufreise.de

Charnette von wiraufreise.de berichtet auf ihrem Blog von ihren Reisen
mit Kind durch Deutschland und die ganze Welt, aber auch über ihre Ausflüge in ihrer Heimat
Oberschwaben.

Gabriela von mami-bloggt.de

Rhodobenbahn

Foto: Gabriela Urban
Durch Zufall hatte ich vor unserer großen Osteuropa-Reise mit meinem Kind im Fernsehen eine Reportage über die Rhodobenbahn in Bulgarien gesehen. Der Bulgarien Rhodobenzug ist einer der letzten Schmalspuren des Balkans und pendelt seit über 76 Jahren drei Mal täglich von Septemwri über Velingrad und Bansko bis nach Dobrinitsche – und natürlich wieder zurück. Ich war sofort hin und weg! Und mir war schnell klar, dass ich auf meiner Reise durch Bulgarien mit Kind unbedingt auch mit der Rhodobenbahn fahren musste. Denn diesen romantischen Dinosaurier unter den Eisenbahnen wollte ich definitiv selber erleben. 
 
Als es dann soweit war, waren mein Sohn und ich total aufgeregt. Endlich konnte es losgehen. Als das schrille Pfeifen ertönte, setzte sich die urige Rhodopenbahn mit einem heftigen Ruck in Bewegung. Erst im Schritttempo. Als wir die Ortschaft Bansko hinter uns gelassen hatten, nahm sie allmählich Fahrt auf und beschleunigte auf eine Geschwindigkeit von etwa 25 Kilometer die Stunde. Und während wir gemächlich durch eine atemberaubende Landschaft tuckerten, konnte ich mich am malerischen Bergpanorama mit den schneebedeckten Bergkuppeln einfach nicht sattsehen.
 
Foto: Gabriela Urban
 
Wir fuhren weiter. Die Landschaft um uns herum wurde immer üppiger. Steile Hänge, felsige Gipfel und hunderte von Bäume zum Greifen nah. Einheimische stiegen ein, grüßten mein Kind und mich und stiegen ein paar Stationen später wieder aus. Die Rhodopenbahn näherte sich dem nächsten Bahnhof. Einem Dorf, in dem überwiegend die Pomaken, eine muslimische Minderheit in Bulgarien, leben. Frauen mit blumenverzierten Kopftüchern, klapperigen Karren und großen weißen Säcken machten sich bereit zum Aussteigen. Aus dem Fenster sah ich, wie sie etwas schwerfällig ihren Handkarren über den holperigen Übergang hievten.
 
Foto: Gabriela Urban
Und schon ertönte das schrille Pfeifen. Mit einem erneuten heftigen Ruck setzte sich die Rhodopenbahn wieder in Bewegung … Mehr über unsere Bahnfahrt kannst du hier lesen.
 
Mein Fazit: Unbedingt machen! Zwar ist die 4,5 stündige Fahrt nicht auf der ganzen Strecke atemberaubend und spannend, aber Langeweile kam bei meinem Kind und mir auf keinen Fall auf.
 

Bina und Francis von My road.de

Sri Lanka

Foto: my-road.de

Wir lieben es, fremde Länder mit dem Zug zu erkunden. Durch die Nähe zu den Einheimischen lernen wir die Kultur noch besser kennen und sehen Seiten vom Land, die uns sonst verborgen geblieben wären. Eine der schönsten Zugfahrten durften wir in Sri Lanka auf der Stecke zwischen Kandy und Ella erleben. Die Eisenbahn kämpft sich ihren Weg durch das atemberaubende Hochland der Insel. Die Gleise führen durch zahlreiche Teeplantagen und du kannst während der Fahrt den Alltag der Arbeitskräfte beobachten.

Es bietet sich an, während der Zugfahrt an mehreren Orten auszusteigen. Viele Sehenswürdigkeiten befinden sich entlang der beliebten Route. So wird eine Wanderung auf den Adams Peak zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jeder Singhalese will einmal im Leben auf dem Gipfel des Berges gewesen sein, weil sich dort ein Fußabdruck Buddhas befinden soll. Es gibt kaum eine bessere Gelegenheit im Land, den Buddhismus so hautnah mitzuerleben.

Einen weiteren Zwischenstopp kann ich in Nuwara Eliya empfehlen. Die höchstgelegene Stadt Sri Lankas wurde früher als Kurort für die britischen Kolonialisten genutzt und ist heute ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Horton-Plains-Nationalpark.

Foto: My-road.de

Sri Lanka ist ein Land der Teetrinker. Deswegen lohnt sich während der Zugfahrt auch ein Stopp in Haputale. Hier begründete Thomas Lipton sein weltweites Tee-Imperium. Nach einer Wanderung durch die saftig grünen Teeplantagen gelangst du zum Liptons Seat. Der Geschäftsmann nutzte die Aussichtsplattform gern, um seine Plantagen von oben zu überwachen. Nach dem Liptons Seat kannst du auch eine über hundert Jahre alten Fabrik besuchen, in der dir die Herstellung von Tee gezeigt wird

Die Zugfahrt von Kandy nach Ella lässt sich in einem Tag bewältigen. Es lohnt sich jedoch, auf dem Weg zum Ziel mehrere Pausen einzulegen und die Orte für einige Tage zu erkunden. So wird deine Reise abwechslungsreicher und du bekommst interessante Einblicke in das faszinierende Land.

Jessica von Yummytravel entführt uns auch nach 

Sri Lanka 

 

Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Zugfahrt in Sri Lanka. Die malerische Strecke zwischen Kandy und Ella ist besonders beliebt und führt dich vorbei an Teeplantagen, Feldern und eine atemberaubenden Landschaft. Diese tolle Zug mit offenen Türen und einem echten 70er-Jahre Feeling passt perfekt in das satte grüne Umland Sri Lankas. Die meiste Zeit habe ich meinen Kopf aus dem Fenster gestreckt – um so wenig möglich zu verpassen.

Am Wegesrand und neben der Zugstrecke haben immer wieder Kinder gewunken und sich gefreut die “Fremden” im Zug zu sehen. Teilweise sind die Streckenabschnitte auf dem der Zug fährt so eng und knapp kalkuliert, das während es während gesamten Fahrt in Schrittgeschwindigkeit vorangeht.

Immer wieder Steigen Händler ein und bieten frisches Obst, Gebäck und andere Köstlichkeiten an. Das leckere Pakora (frittierter Kicherebsenteig mit Füllung), das direkt im Zug frittiert wird, solltest du dir nicht entgehen lassen.

Ich habe meinen Blick immer wieder über die Teeplantagen schweifen lassen und mich gefreut hier und da eine kleine Besonderheit zu entdecken. Da der Zug sehr langsam fährt, kannst du den Teepflückerinnen in der Gegend Nuwara Eliya bei der Arbeit auf die Finger schauen.

Du willst mehr über Sri Lanka erfahren: Hier findest du meinen Artikel mit den besten Tipps für Sri Lanka.

Jessica schreibt auf ihrem Blog Yummy Travel über kulinarische Überraschungen, Kochkurse und Food Touren auf der ganzen Welt. Immer mit einer Prise Kultur und dem Focus auf Slow Travel und Individualreisen.

Foto: yummitravel

 

Karsten vom Rhein-Wolga Kanal

500 Brücken und Tunnel: Belgrad – Bar

Foto. Karsten Packeiser

Eine der spektakulärsten Bahnreisen in Europa führt auf 476 Kilometer Länge von Serbiens Hauptstadt Belgrad zur Adriaküste nach Bar in Montenegro. Die erst in den 1970-er Jahren fertiggestellte Bahnstrecke mit ihren 500 Brücken und Tunneln ist eine technische Meisterleistung der Superlative. Wer in seinem Abteil erlebt, wie der Zug immer größere Höhen und dramatische Schluchten überwindet, fragt sich, wie Ingenieure nur eine solche abenteuerliche Trasse planen und bauen konnten. Zumindest einen Moment lang ist man dann geneigt, doch an die Überlegenheit des sozialistischen Gesellschaftssystems zu glauben.  

Die Strecke von Belgrad nach Bar ist leider nicht nur eine der schönsten des Kontinents, sondern auch eine der am meisten heruntergekommenen. Seit dem Zerfall Jugoslawiens ist kaum noch in Schienen und Zugmaterial investiert worden. Laut Fahrplan brauchen die Züge elf Stunden, drei mehr als zu jugoslawischen Zeiten. Aber Fahrpläne werden auf dieser Route sowieso kaum eingehalten. Wer an einem der Endpunkte weiterreisen will, sollte mindestens drei oder vier Stunden Verspätung als Puffer einplanen. Leider beginnen und enden die Fahrten seit einigen Jahren nicht mehr an dem stillgelegten, stilvollen alten Belgrader Hauptbahnhof, sondern am Vorortbahnhof Topcider.

Während unserer Reise bestand der von der serbischen Eisenbahn gestellte Zug aus vergammelten und verräucherten Uralt-Abteilwagen mit ranzigen grünen Polstersesseln. Die Außentür des Waggons ließ sich nicht schließen und stand während der gesamten Fahrt offen. Es gab kein Wasser auf den Toiletten und kein Licht im Abteil. 

Aber die Landschaft entschädigt definitiv für gewisse Einschnitte beim Reisekomfort. Denn den größten Teil der Fahrt kann man mit offenem Mund staunend am Fenster verbringen. Auf der Fahrt nach Süden wird es mit jeder Stunde dramatischer. Die sanften Hügel Zentralserbiens gehen langsam in das Zlatibor-Gebirge über. Immer wieder muss der Zug auf offener Strecke anhalten, um den Gegenverkehr abzuwarten. Besonders spektakulär ist der Abschnitt durch das Hochgebirge zwischen der serbisch-montenegrinischen Grenze und Montenegros Hauptstadt Podgorica. Den Höhepunkt der Fahrt bildet die Überquerung des Malaja-Rijeka-Viadukts, es gilt mit seinen knapp 200 Meter hohen Pfeilern als höchste Eisenbahnbrücke Europas. Bahnreisende, die unter Flugangst leiden, könnten angesichts der schwindelerregenden Höhen hier gewisse Probleme bekommen.

Danke euch allen für diese wundervollen Zugstrecken, da bekommt man sofort Lust die Koffer zu packen und los zu fahren!

Hast du auch eine schöne Zugstrecke , dann erzähl uns davon in den Kommentaren!

Kinder beim Bahnfahren beschäftigen

 

Interrail Pässe im Überblick

Was macht man eigentlich die ganze Zeit in der Transsibirischen Eisenbahn?

4 Wochen mit der Transibirischen Eisenbahn ein kurzes Statement

 

 

 

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Info. Ich sehe, dass hinter diesem Text sehr viel Arbeit steckt. Habe ihn daher mit viel Aufmerksamkeit durchgelesen.

  2. Tolle Zusammenstellung! Wir fahren auch, wenn es geht, sehr gerne mit dem Zug. Letztes Jahr waren wir in einem Hotel in Kaltern, die Strecke war auch sehr angenehm 🙂

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.