Quicktipp: ISO-Automatik

Der ISO-Wert ist eine Größe in der Fotografie, denn damit kann man die Lichtempfindlichkeit des Sensors erhöhen, um auch bei wenig Licht noch fotografieren zu können. Da aber die Bildqualität abnimmt, wenn der ISO-Wert erhöht wird, ist es oft nervig, wenn man den ISO manuell und schrittweise erhöhen muss. Genau hier kommt die ISO-Automatik ins Spiel.

Alles automatisch in der  Iso-Automatik

Eigentlich ist es ganz einfach, man sagt der Kamera bis zu welchen Wert der ISO erhöht werden kann und die Kamera entscheidet selbstständig welchen Wert sie wählt. Dabei versucht sie immer den niedrigsten Wert zu verwenden. Somit wird bei ausreichend Licht immer auf ISO 100 geknipst und nur bei Bedarf erhöht.

Die ISO-Automatik wählte hier ISO 250 bei 50mm Brennweite und einer Verschlusszeit von 1/80
Die ISO-Automatik wählte hier ISO 250 bei 50mm Brennweite und einer Verschlusszeit von 1/80

Allerdings sollte man der Kamera nicht erlauben, den möglichst höchsten ISO-Wert zu verwenden. Die Verlockung, bei extrem wenig Licht ohne ohne Stativ zu fotografieren, ist einfach zu groß. Gerade wenn man im Dunkeln fotografieren will, ist ein Stativ pflicht. Auch wenn die Belichtungszeit auf Grund des hohen ISO sehr kurz ist, so entsteht nicht nur Rauschen, sondern sogar riesige Artefakte in dunklen Bereichen.

Wie hoch man den ISO-Wert einstellt, hängt davon ab, wie rauscharm die Kamera ist. Der Hersteller meiner Kamera behauptet, man könne ohne Verluste bis ISO 3200 gehen. Bei Jpeg sogar bis ISO 6400. In der Realität gehe ich aber maximal bis ISO 1600 und bei zunehmender Dämmerung sogar nur bis ISO 800.

Optimale Verschlusszeit

Die Optimale Verschlusszeit gibt es natürlich nicht. Doch wenn man die ISO-Automatik verwendet, lohnt sich denn in Blick Belichtungszeit zu werfen. Wenn man nicht gerade im M oder S -Modus die Belichtungszeit selber wählt, so berechnet die Kamera die möglichst kürzeste Verschlusszeit bei dem möglichst kleinsten ISO-Wert.

ISO 400 1/320 200 mm bei F/9.0

Es geht also darum verwacklungsfrei zu knipsen. Dabei spielt die Brennweite eine entscheidende Rolle. Je länger nämlich die Brennweite desto kürzer muss die Verschlusszeit sein. Als Faustregel gilt: Die Brennweite in Millimeter entspricht dem zehntel einer Sekunde. Als bei 30 mm Brennweite benötigt man eine Verschlusszeit von maximal 1/30 Sekunden. Bei 300 mm sollte die Belichtung nicht länger als 1/300 sein. Wenn man einen Bildstabilisator verwendet, kann sich die Verschlusszeit noch ein wenig verlängern. Die Kamera berücksichtigt aber in der Regel diesen Faktor.

ISO 1600 1/25 135 mm f/5.0 Deutlich sieht man hier das Rauschen im dunklen Himmel. Solche Bilder lassen sich kaum noch weiter verarbeiten.

Fazit

Die ISO-Automatik ist ein wirklich geniales Hilfsmittel. Zumindest wenn man in Alltagssituationen fotografiert und man den ISO nicht zu hoch einstellt. In einem gewissen Rahmen kann es das Knipsen wirklich vereinfachen. Wenn man sich bewusst ist, dass gelegentlich auch mal Foto etwas verrauscht sein kann, denn in dunklen Bereichen wird man immer etwas Rauschen sehen.

 

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Der Einsteiger-Leitfaden: Die Kamera

 

16 Kommentare

  1. Warum habe ich mir wohl eine DSLR gekauft? Warum fotografiere ich im RAW-Modus?
    Richtig, weil ich derjenige bin, der bestimmt, wie das Bild aussieht. Wenn ich das der Kamera überlassen will, stelle ich die Vollautomatik ein. Dafür reicht dann aber auch ne halbwegs passable Kompaktkamera. Die ist billiger und passt in jede Jackentasche.
    Nur darf ich dann auch nicht jammern, das die Bilder nur 08/15 sind…..

    1. Das Bild sieht aber nicht anders aus, wenn du die Halbautomatiken nutzt. Klar kann man alles manuell einstellen, aber warum sollte man das tun? Weil man das kann? Als sportliche Herausforderung? Die Halbautomatiken, also der A und S Modus, leisten doch gute Arbeit. Die ISO-Automatik ist bei vielen Fotografen umstritten, das ist schon klar. Man kann sie nutzen oder es lassen, doch ist sie auf jeden Fall ein Hilfsmittel, mit dem man sich mal beschäftigen sollte. Gerade modern Kameras haben doch kaum noch nennenswerte Probleme mit Bildrauschen, also kann man sich damit das Leben ein wenig leichter machen.

      LG Nico

  2. Für Schnappschüsse ist diese Funktion prima. Stimmt. Kinder sind oft wie Pfitschiepfeile – da gibts kein langes rumfummeln, sonst ist das Motiv schon wieder aus dem Sucher 🙂 Aber bei Gebäuden und Landschaften mache ich mir schon die Mühe, genau einzustellen.

  3. Der Beitrag ist was für mich, denn es ist wirklich mal Zeit, dass ich mich mehr mit Fotografie beschäftige. Ich liebe es schöne Motive zu suchen und zu fotografieren. Aber leider reichen meine Kenntnisse nur für einschalten/ausschalten und sieht gut aus oder eben nicht 😀

  4. Genau die Tipps habe ich gebraucht. Bei mir haben nämlich Bilder, die ich bei schlechtem Licht mache, wenn es zum Beispiel draußen regnet, oft schlechte Qualität. Danke für den Beitrag!

  5. Hallo,

    wirklich toll und beispielhaft erklärt. Ich bin eher ein Fan von der M-Einstellung. Ich finde das nicht sportlich oder ähnliches, sondern einfach sinnvoller, da die Bildkontrolle und damit am Ende auch die Qualität und die Bildkreativität besser gewährleistet werden kann.
    Aber, jeder so wie er es mag und an dem Tutorial gibt es fachlich ja nichts auszusetzen. Also Daumen hoch.

    Liebe Grüße
    Blog-Pirat
    https://blog-pirat.com

    1. Eigentlich ist das ganz einfach. Halte den ISO so klein wie möglich! Am besten auf ISO 100, denn da hast du die beste Qualität. Wenn das Licht nicht ausreicht, kann man entweder die Blende weiter öffnen, oder eben den ISO schrittweise erhöhen. Je höher der ISO, desto mehr kann ein Bild rauschen.
      LG Nico

  6. Ich gebe es zu, ich bin manchmal überfordert welche Einstellungen ich bei der Kamera nehmen soll beziehungsweise wenn es mal schnell gehen muss. Muss aber auch dazu sagen, dass ich das nur eher so als Hobby mache und bei mir der Spaß dann eher im Vordergrund steht, als die Professionalität 😀 Deinen Beitrag finde aber sehr, sehr hilfreich und einfach für jeden erklärt. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Alina von http://www.blackbeachchair.com

    1. Eigentlich wechselt man die Einstellungen gar nicht so oft, wie man vielleicht denkt. Ich fotografiere zu 95% im A-Modus. Da stelle ich nur die Blende ein und die Belichtungszeit berechnet die Kamera. Den ISO-Wert hab ich mal auf Auto und mal eben nicht, je nach Bedarf. Wenn die Belichtung mal nicht so passt, was nur sehr selten vorkommt, so nutze ich die Belichtungskorrektur. Das sind alles Einstellungen, die leicht zugänglich sind. Da ich in RAW knipse, sind mir die anderen Sachen, wie der Weißabgleich oder irgendwelche Farbfilter, absolut egal. 😉 BTW: ich betreibe das auch nur als Hobby 😉

      LG Nico

  7. kleiner Fehler, beim ISO wird nicht der analoge Sensor empfindlicher, denn dieser ist ein Stück Hardware, da kann man noch so mit der ISO rumschrauben wie man will, der Sensor bleibt gleich. ISO ist nichts anderes als der Verstärker der hinter den Sensor sitzt (Je nach Model kommt dieser vor oder Hinter den Digitalisieren) . Genau so wie bei einer Stereoanlage, die Lautstärke der Kasttte / CD / LP oder des Radiosignals ist fest. Mithilfe des Verstärkers wird das Signal nach oben verstärkt. verstärkt man es zu sehr hört man das Rauschen, bei der Kamera sieht man es.

    1. Danke für Deinen Kommentar. Stimmt, hier hatte ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. In einem extra Beitrag zum Thema ISO hatte ich das nochmal etwas ausführlicher beschrieben.
      LG Nico

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