Darktable: #4 Schlangenportrait

Im letzten Schulterblick ging es um den Versuch eine Schlange zu fotografieren. Die Bilder müssen natürlich noch entwickelt werden und das am Besten mit darktable. Viele Schritte sind nicht nötig, um die Bilder ein wenig aufzuwerten.

Das Bild, bevor es mit darktable bearbeitet wurde

Hochpass und Farbkurve

Kommt das Bild direkt aus der Kamera, so ist es meist noch etwas unscharf und die Farben sind auch noch nicht so besonders toll. Zumindest ist es so, wenn man in RAW fotografiert. Deshalb muss erst einmal nachgeschärft werden und die auch die Sättigung muss erhöht werden. Ich verwende dazu die Module Hochpass und Farbkurve. Wie ich dabei vorgehe habe ich hier schon einmal ausführlich beschrieben.

Diese beiden Arbeitsschritte gehören bei mir zum Standard und werden schon beim Importieren der Bilder in darktable angewendet. Sollte einmal ein Bild diese Schärfe oder Sättigung nicht so vertragen, kann ich das immer noch  nachträglich ändern. Das kommt aber eher selten vor.

 

Lokaler Kontrast

Das nächste Modul, was ich hier verwende, ist der “Lokaler Kontrast“. Dieses Modul verwendet man, um Details im Bild hervorzuheben. Normalerweise versucht man bei einem Portrait die Haut möglichst glatt und frei von Flecken zu bekommen. Digitale Schminke, Facelifting und sonstige virtuelle Schönheitsoperationen sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Man bekommt jede  Haut glatt und porentief rein. Techniken, wie zum Beispiel die Frequenztrennung, wirken hier wahre Wunder.

Der Typ auf dem Bild ist aber eher etwas eckig und kantig und er würde mit glatter Haut eher komisch aussehen.  Mit dem lokalen Kontrast kann ich sogar diese Kanten noch viel mehr hervorheben, was das Bild wesentlich authentischer macht.

Da die Voreinstellung des Moduls nicht ausreichte, habe ich die Details sogar noch etwas erhöht.


Vignettierung

Das Markanteste in diesem Bild sind zweifelsfrei die Augen. Um diese richtig hervorzuheben setzte ich die Vignette ein. Diese Modul kennen viele von den Instagram-Filtern. Dort kann man damit die Ränder dunkler oder heller machen. Das ergibt so einen Old-School-Effekt. Allerdings kann man mit diese Vignette noch viel mehr anstellen. 

Man kann diesem Modul dem Blick des Betrachters nach belieben lenken oder bestimmte Bereiche im Bild stärker betonen. Wie stark hängt vom Bild und dem gewünschten Effekt ab.

Diese Bild soll etwas düster und geheimnisvoll wirken, deshalb habe ich hier nur den Bereich um die Augen herum hell gelassen, der Rest liegt im Schatten. Das Modul ist sehr flexibel, so dass sich ein Blick auf die Einstellungen wirklich lohnt.

Monochrom

Diese Modul ist wirklich Interessant. In der analogen Schwarz/Weiß-Fotografie war es üblich Farbfilter vor das Objektiv zu schrauben. Je nach Scenario wurde ein andersfarbiger Filter verwendet. Diese Filter findet man in dem Modul “Monochrom” wieder. Mit dem Kreis kann man sehr einfach den gewünschten Filter wählen. Mit dem Mausrad lässt sich die Größe des Kreises einstellen.

Jetzt möchte ich aber kein Schwarz/Weiß-Bild, sondern eher reduzierte Farben. Also eher einen anderen Farblook. Deshalb wähle ich den Überblendmodus “Überlagern” und verringere etwas die Deckkraft.

Die Überblendmodi sind identisch zu denen, die man auch in anderen Grafikprogrammen findet. Wer also schon öfter Bilder bearbeitet hat, wird das vertraut vorkommen. 

Welchen Überblendmodus man wann und wo verwendet, ist nicht wirklich ersichtlich. Hier kann man aber gerne etwas experimentieren und mit der Zeit bekommt so ungefähr ein Gefühl dafür. Ich jedenfalls kann mir nicht merken, was welcher Modus genau macht. Ich habe eine Vorstellung davon, was ich will und probiere dann ein wenig herum. Wie ich  schon mal schrieb, Bildbearbeitung sollte intuitiv sein, da kann man auch mal ein wenig mit den Einstellungen spielen. 

Farbbereiche

Was mir jetzt noch fehlt, ist ein wenig Farbe in den Augen. Dazu verwende ich das Modul “Farbbereiche” Da es in dem Bild relativ wenig Blau gibt, kann ich hier auf den Einsatz von Masken verzichten. Ich brauche hier nur die Sättigung und die Helligkeit im blauen Bereich ein wenig nach oben ziehen.

Fertig

Damit wäre das Bild auch schon fertig. Wie weit man jetzt die einzelnen Regler schiebt und wie stark man die einzelnen Effekte haben möchte, ist mal wieder Geschmackssache.  Man könnte jetzt noch kleinere Schönheitskorrekturen vornehmen, zum Beispiel um ein paar Flecken und Unreinheiten zu beseitigen. Allerdings ist darktable dafür weniger geeignet, hier nimmt man lieber ein Programm wie Gimp.

Das fertige Bild

Ich hatte dieses Bild vor ein paar Tagen schon auf Facebook veröffentlicht. Wer sehr aufmerksam war, wird bemerkt haben, dass sich die Bilder etwas von einander unterscheiden. Das liegt daran, dass ich das Bild, genau wie alle anderen auch, für den Blogbeitrag komplett neu entwickelte. Ich gehe Schritt für Schritt durch die einzelnen Module und beschreibe was ist tue. Da ich eben intuitiv vorgehe, kann es eben zu ein paar Abweichungen kommen. Das spielt aber keine Rolle denn schließlich sind wir keine  Maschinen, die immer die gleiche Qualität abliefern.

 

Neue Kategorie: darktable

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11 Kommentare

  1. Lieber Nico,

    cool was du mit dem Programm tolles “gezaubert” hast. Sieht wirklich klasse aus. Ich müsste mich auch mal ein bisschen mehr mit Fotobearbeitung beschäftigen. Daher danke ich dir für deinen Einblick in deine Arbeit

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Hallo meine Liebe,

    ist ja Wahnsinn was du alles schaffst mit dem Fotoprogramm. Ich habe mich zwar auch schon einige Male damit auseinander gesetzt, aber diesen Effekt kannte ich bisher noch gar nicht. Finde ich echt großartig und vor allem, man kann es individuell einsetzen!

    Lg
    Steffi

  3. Wie cool ? ist das denn? Ich arbeite auch mit Darktable aber dein Workflow ist ein ganz anderer als meiner. Deinen werde ich als nächstes ausprobieren! Bin total gespannt!
    Viele Grüße Steffen

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