Fotobearbeitungs Challenge – Leg los und bearbeite das Castle-Foto

Thomas und Melanie von Reisen-Fotografie Blog laden zur nun mehr achten Fotobearbeitungs- Challenge. Klar, das ich da wieder mit mache!

Das Bild

Das Bild zeigt das Eilean Donan Castle in Schottland. Ein schönes Bild, dass aber leider etwas unterbelichtet ist. Das liegt wohl daran, dass der Himmel sehr hell war und man nicht auch die tollen Wolken verzichten wollte. RAW sei Dank, kann hier aber noch einiges retten.

Das unbearbeitete Bild

Mein Ziel ist es die Burg und die Landschaft im Vordergrund aufzuhellen und die Dramatik im Himmel noch mehr hervorzuheben. Dazu verwende ich wie immer darktable doch diesmal wird wohl auch der Gimp zum Einsatz kommen. Beides sind Anwendungen die frei und kostenlos verwendet werden dürfen, so das jeder man meine Bildbearbeitung nachvollziehen oder gar nachmachen kann.

Ich hatte das Bild vor einigen Tagen schon einmal bearbeitet, hatte aber noch ein paar Ideen und werde das Bild jetzt, während ich schreibe redigieren. Da ich gerade Lust auf Experimente habe, bin ich selber sehr gespannt wie sich das hier entwickelt. Das hier ist also ein echter Live-Blog-Beitrag!

Zuschneiden und drehen

Das erste Modul was ich meistens verwende ist Zuschneiden und drehen in darktable. Das Bild ist gerade, daran sollte ich mir mal ein Beispiel nehmen, aber der Vordergrund wirkt ein wenig unruhig. Auf der anderen Seite aber bekommt das Bild durch den Vordergrund sehr viel Tiefe. Ich werde also nicht alles wegschneiden, sondern erst einmal nur ein wenig bis zur Wasserkante. Dieser Schritt lässt sich jeder Zeit wieder ändern. Das gilt übrigens für alle Arbeitsschritte, wenn man mit RAW arbeitet.

Das beschnittene Bild

Schärfen

RAW-Bilder müssen immer nachgeschärft werden! Das liegt einfach in der Natur der Sache. Deshalb kommt hier auch das gleichnamige Modul zum Einsatz. Dazu schiebe ich die Regler Radius und Menge weit nach rechts. Falls das Bild später überschärft wirken sollte, nehme ich einfach die Stärke etwas zurück und alles ist gut.

Die Burg ist jetzt schon um einiges schärfer.

filmisch

Jetzt wird es etwas komplizierter! Das Modul filmisch habe ich schon einmal ausführlich beschrieben. Ich gehe dabei genau so vor wie in dem Beitrag. Ich deaktiviere die Basiskurve, schalte die Belichtung ein und stelle im Modul Entrastern alles auf mittlere Werte.

Anschließend schalte ich filmisch ein und klicke auf Auto-tune Level und mache ein Häkchen bei Chrominanz erhalten. Das Ergebnis gefällt mir allerdings noch gar nicht. Es ist immer noch viel zu dunkel. Also muss nachgebessert werden.

Die Automatik im Modul filmisch kommt mit diesem Bild gar nicht klar.

Es reicht aber, wenn man den Regler mittel graue Luminanz weiter nach links schiebt und das Bild wird deutlich heller. Unter schwarz relative Belichtung kann man die Schatten noch ein wenig korrigieren. Das Bild wäre somit eigentlich schon recht gut belichtet und viel mehr bräuchte man eigentlich auch nicht machen. Allerdings ist der Himmel jetzt fast schon ein wenig langweilig und man kann bestimmt noch einiges aus dem Bild rausholen.

Jetzt kann man die Burg richtig erkennen.

Lokaler Kontrast

Dieses Modul kommt ebenfalls regelmäßig bei mir zum Einsatz. Durch das Verbessern der Mikrokontraste wirkt ein Bild oftmals schärfer und Detailreicher. Bei diesem Bild habe ich es bei den Standardeinstellungen belassen und habe nur die Spitzlichter etwas zurückgenommen, um die Wolken etwas mehr hervorzuheben.

Nach verbessern der Mikrokontraste

Damit wäre ich fertig mit der Arbeit im darktable. Ich exportiere das Bild im tiff-Format,um mit möglichst vielen Bildinformationen im Gimp weiter arbeiten zu können. 16 Bit reichen nach meiner Erfahrung locker aus, da unsere Kameras in der Regel auch nicht mehr Farbinformationen liefern.

Schatten und Glanzlichter

Eines der tollsten Werkzeuge, wie ich finde, ist Schatten und Glanzlichter in Gimp. Ja, dass gibt es auch in darktable. Aber ich finde es in Gimp wesentlich leistungsfähiger und ich bekomme damit deutlich bessere Resultate. Ich helle damit die Schatten noch weiter auf und ziehe die Spitzlichter noch weiter runter, so das das Bild jetzt viel harmonischer wirkt.

So langsam bekommt das Bild die richtige Stimmung

Zu viele Besucher!

Was jetzt deutlich wird, sind die vielen Besucher rund um die Burg. Besonders die Person mit der roten Jacke fällt deutlich auf. Das ist überhaupt gar kein Problem. Mit dem dem Klonen-Werkzeug bekommt man das schnell in den Griff. Ich verwende hier einen weichen Pinsel und arbeite mit etwas verringerter Deckkraft, damit fällt es mir leichter sauber zu arbeiten. Wer ein Grafiktablett besitzt, ist jetzt klar im Vorteil. Das Ganze nimmt ein paar Minuten in Anspruch, ist nicht wirklich aufwändig.

Ohne Besucher wirkt das Bild gleich viel ruhiger.

Abbilden auf Palette

Jetzt ist die Zeit für ein wenig Hokuspokus. Ich möchte hier viel wärmere Farben sehen und den Bildlook ein wenig verändern. Dazu dupliziere ich die Bildebene. Ich suche mir eine passende Farbpalette aus. Welche das ist, muss man einfach probieren. Anschließend werde ich diese Farbpalette auf die obere Bildebene anwenden. Den Ebenenmodus stelle ich auf Weiche Kanten. Dann wird die Ebene stark weich gezeichnet. Mit Hilfe der Deckkraft kann man noch die Effektstärke einstellen.

Das kling kompliziert, ist aber recht einfach. Hier gibt es dazu eine sehr gute Anleitung.

Das Bild wirkt jetzt sehr herbstlich und die gelblichen Wolken schon viel bedrohlicher.

Mehr Dramatik

Um den Himmel noch dramatischer zu gestalten, greife ich wieder in die Trickkiste. Ich dupliziere wieder die Bildebene und öffne das Plugin Gmic. Unter Black and White befindet sich das Modul Freaky B&W. Ich spiele ein wenig mit den Einstellungen und erhalte ein sehr kontrastreiches Schwarz-Weißbild.

Dieses Bild oder besser gesagt diese Bildebene wird nun im Ebnenmodus harte Kanten mit der unteren Ebene verrechnet. Man kann natürlich auch andere Ebnenmodi verwenden, aber ich finde diesen Modus am geeignetsten.

Das ist natürlich viel zu viel des Guten. Deshalb wird die Deckkraft der oberen Bildebene soweit reduziert, bis mir der Himmel gefällt. Ich konzentriere mich hier ausschließlich auf den Himmel, auch wenn der Vordergrund viel zu dunkel werden sollte.

Der Vordergrund und die Berge links im Bild sind mir jetzt noch viel zu dunkel und auch die Burg sticht nicht mehr so richtig hervor. Deshalb lege ich wieder eine Ebenenmaske an und zeichne die Bildteile wieder heller.

Das finale Bild

Endlich fertig!

Fertig! Es gibt wie immer viele Möglichkeiten so ein Bild zu bearbeiten. Deshalb ist auch spannend die anderen Beiträge der Challenge-Teilnehmer anzuschauen. Ideen kann man sich immer holen. Es ist für mich etwas völlig anderes, wenn ich ein fremdes Bild bearbeite. Ich war nicht vor Ort und kenne die Aufnahmesituation gar nicht. Bei meinen eigenen Bildern bin ich meist viel vorsichtiger, was das verändern der Farbstimmung angeht. Bildbearbeitung ist also genauso wie Fotografie Kopf- und Geschmackssache.

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