Schulterblick: Montagearbeit, Altglas, Sprachgestaltung

Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Monat verstrichen ist! Die Zeit rast, obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert ist. Zumindest fotografisch musste ich im vergangenen Monat ein wenig zurückstecken, denn ist ist genau das passiert, was ich letzten Monat schon befürchtet hatte: Ich arbeite auf Montage. 

Das Montageleben ist zwar recht einfach und überschaubar, weil man außer arbeiten, essen und schlafen nicht tun kann, aber dementsprechend fehlt auch die Zeit zum bloggen.  Natürlich könnte die Zeit nach Feierabend noch nutzen, aber dazu müsste ich mich erst einmal an die extra langen Arbeitstage gewöhnen. Immerhin bin ich noch an die norwegischen Arbeitszeiten gewöhnt, aber mit der Zeit wird es immer leichter.

Witziger Weise arbeite ich gerade am Hauptbahnhof in Halle. Das passt eigentlich hervorragend zu unseren Blog, aber wenn ich die vorbei fahrenden Züge sehe bekomme ich recht schnell Fernweh.

Altglas

Ganz untätig war ich natürlich nicht! Ich nutze die Wochenenden recht intensiv für die Familie aber auch für die Fotografie. Das Thema “manuelle Objektive” ist dabei wieder in den Vordergrund gerückt. Letzten Herbst hatte ich mir so ein altes Objektiv gekauft und hatte ein paar Probleme damit. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich damit nicht auf Unendlich scharfstellen konnte. Damit war das Fotografieren von Landschaften gar nicht möglich. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, ob es am Objektiv oder am Adapter lag. 

Jetzt, nach dem Umzug habe ich mir einfach ein weiteres altes Objektiv gekauft. Ein Revuenon Special 35 mm f/ 2.8 .  Die Bilder in diesem Beitrag wurden allesamt mit diesem Objektiv gemacht. Ich bekam dieses Objektiv für gerade einmal 15 Euro. Es ist nicht besonders scharf und das Bokeh gefällt mir auch nicht so richtig gut, aber darum ging es mir noch gar nicht. Ich wollte erst einmal herausfinden, ob ich überhaupt solche Objektive an meiner Kamera verwenden kann. Kurz und Knapp: ich kann! 

Es macht einfach eine Menge Spaß mit diesen alten Linsen zu fotografieren. Das manuelle Fokussieren erfordert etwas Übung,doch hat man das eigentlich schnell raus. Das manuelle Verstellen der Blende sehe ich aber als einen großen Vorteil. Zumindest wenn man mit Zwischenringen oder dem Retroring arbeitet. Aber auch bei Zeitrafferaufnahmen ist eine solche Blende von Nutzen. 

Nikolaiturm

Bei einer modernen Kamera wird die Blende immer ganz geöffnet. Dadurch erhält man ein helleres Sucherbild und erleichtert der Kamera das Fokussieren. Erst beim Auslösen schließt sich die Blende auf den eingestellten Wert. Bei einer Zeitrafferaufnahmen öffnet und schließt sich die Blende bei jedem einzelnen Bild. Das sich aber die Blende nie zu 100% gleichweit schließt, kann es im fertigen Film zu hässlichen Flackern kommen. Mit einen manuellen Blende umgeht man dieses Problem.

Es gibt also einige Anwendungsfälle, wo sich der Einsatz solcher Objektive sogar empfiehlt. Allerdings sind die meisten der alten Linsen nur Festbrennweiten. Solchen Objektiven sagt man zwar nach, dass sie wesentlich schärfer sind als Zoomobjektive, aber dafür verzichtet man auch auf deren Komfort. Man muss sich mit solchen festen Brennweiten wesentlich mehr bewegen. Hier spricht man von einem Fußzoom. Das hat aber wiederum den Vorteil, das man den Bildausschnitt wieder viel bewusster wählt und das ist doch generell nichts Schlechtes.

Das Fokussieren von sich bewegenden Motiven, wie zum Beispiel Kinder, ist wiederum eine echte Herausforderung. Vor allen wenn man eine große Blende wählt. Hier werde ich wohl eher auf meine automatischen Linsen zurückgreifen.

Es gibt eine Menge alter Objektive und entsprechendes Zubehör wie Telekonverter oder Balgengeräte. Als nächstes werde ich mir ein paar verschiedene  Brennweiten besorgen. Ich hätte gerne ein 20 mm, 135 mm, 200 mm und ein 400 mm Objektiv. Mal sehen was was ich mir als nächstes gönne.

Sprachgestaltung 

Ich habe mittlerweile über 100 Beiträge hier geschrieben und es kommen sicher noch viele weitere hinzu. Beim Schreiben macht man sich natürlich auch Gedanken darüber, wie man seine Leser anspricht. Ein Leser der sich nicht angesprochen fühlt, liest in der Regel auch nicht weiter. Aber in der deutschen Sprache ist das gar nicht immer so einfach.

In den letzten Jahren wurde immer wieder über eine geschlechtergerechte Sprache diskutiert. Das ist völlig legitim und sicher auch notwendig. Ich habe sehr viele weibliche Leser. Zumindest sind die meisten Kommentatoren Frauen. Wenn ich von weiblichen Kommentatoren schreiben, dann sollte ich sie vielleicht Kommentatorinnen nennen? Genau hier beginnen doch schon die Probleme.

Nikolaikirche

Deshalb frage ich euch einfach mal nach eurer Meinung. Wie angepasst sollte unsere Sprache sein? Ist es euch egal? Sollte man viel mehr Rücksicht nehmen? Machen wir damit unsere Sprache kaputt oder eher nicht, weil sich die Sprache so oder so ständig verändert? Vielleicht stört es ja auch den Lesefluss? Mich würde wirklich interessieren wie ihr darüber denkt. 

Mit darktable die Bildgröße ändern

Rein Objektiv betrachtet

Quicktipp: Mach nicht zu viele Bilder!

3 Kommentare

  1. Die Ansprache ist mir völlig wurscht. Die Hauptsache ist, dass sich der Text flüssig lesen lässt. Da Du ja nun Oberlausitzer bist, solltest Du Dich unbedingt auf Flohmärkten nach alten Objektiven von Pentacon und Meyer Görlitz umschauen. Die gibt es dort oft reichlich.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.